Das aktuelle Wetter NRW 16°C
Dispozinsen

Stiftung Warentest rügt Intransparenz bei Dispozinsen

16.10.2012 | 10:33 Uhr
Banken versprechen mehr Transparenz bei Dispozinsen Foto: dapd

Berlin.  Bevor das Konto ins Minus gerät, sollten Bankkunden genau darauf achten, wie hoch der Dispozinssatz ist. Die Stiftung Warentest hat bei einer Untersuchung festgestellt, dass die Zinsen bei Banken sehr unterschiedlich sind. Zudem wird kritisiert, dass Banken die Zinssätze nur auf Nachfrage mitteilen.

Die Überziehungszinsen der Banken sind nicht nur teuer, die Institute verschleiern auch oft ihre Höhe. Diesen Vorwurf erhebt die Stiftung Warentest in der November-Ausgabe der Zeitschrift "Finanztest". "Bis zu 15,32 Prozent Zinsen berechnen Banken ihren Kunden, wenn diese ihr Girokonto überziehen, und das, obwohl sie sich selbst für 0,75 Prozent Geld leihen können", beklagte die Stiftung am Dienstag in Berlin. "Wie hoch der Zinssatz der eigenen Bank ist, erfahren die Kunden jedoch häufig nicht."

Ein Vergleich zwischen Banken lohne sich: Müsse ein Kunde beispielsweise 14,25 Prozent für die Überziehung seines Kontos zahlen, addiere sich das bei einem Soll von 2.000 Euro innerhalb eines halben Jahres bereits auf 142,50 Euro, rechnete die Stiftung vor. Das sei beispielsweise bei der Raiffeisenbank Fischenich-Kendenich in Nordrhein-Westfalen der Fall. Wäre ein Kunde mit der gleichen Summe bei der Deutschen Skatbank im Minus, hätte er über den Zeitraum nur 52,50 Euro an Überziehungszinsen zu zahlen - denn die Bank verlange einen Dispozins von 5,25 Prozent.

Nur wenige Banken geben ihre Dispozinsen unaufgefordert heraus

Video
Berlin, 16.10.12: Die Banken in Deutschland kassieren viel zu hohe Dispozinsen und fallen zudem durch kundenunfreundliche Intransparenz auf – nach einer umfangreichen Untersuchung fordert die Stiftung Warentest den Gesetzgeber auf zu handeln.

Neben dem hohen Zins selbst prangerte die Stiftung auch die Intransparenz der Kreditinstitute an. Nur 357 von 1.566 befragten Banken hätten ihre Dispo-Konditionen freiwillig mitgeteilt, erklärte die Stiftung. Für 588 weitere Institute hätten die Tester teils "detektivische Methoden" anwenden müssen, um den aktuellen Zinssatz zu ermitteln. Bei einem Drittel der Banken seien die Konditionen gar ganz im Dunkeln geblieben. (dapd)



Kommentare
16.10.2012
12:44
Jeder weiß ...
von Partik | #1

... dass der Dispo sauteuer ist.

Im Gegenteil ist es psychologisch sogar gar nicht mal so übel, dass der Bankkunde oft gar nicht so genau weiß, was das nun aufs Jahr gerechnet kostet, sondern nur, dass es sehr teuer, also besser zu vermeiden, ist.

Aus dem Ressort
Sorge um hunderte Daimler-Arbeitsplätze in Düsseldorf
Sprinter-Produktion
Mit rund 6500 Arbeitsplätzen ist die Daimler in Düsseldorf das größte Transporterwerk des Stuttgarter Automobil-Konzerns. Nun ist eine beträchtliche Zahl an Arbeitsplätzen im Düsseldorfer Mercedes-Werk, wo der Sprinter vom Band rollt, zumindest mittelfristig in Gefahr.
Studie belegt: Kinder sind froh, wenn Eltern Arbeit haben
Kinder-Studie
Mutter muss ins Büro, Vater muss ins Büro – und die Kinder kommen in die Kita. Alltag in Deutschland, der den Eltern nicht selten ein schlechtes Gewissen vermittelt. Nun hat eine Studie gezeigt, dass Kinder gut damit klar kommen, wenn die Eltern einen Job haben.
Start für Kraftwerk in Hamm auf unbestimmte Zeit verschoben
RWE
Auch sechs Jahre nach der ursprünglich geplanten Inbetriebnahme ziehen sich die Probleme beim Bau des Steinkohlekraftwerk in Hamm hin. Jetzt erklärte RWE, die Inbetriebnahme sei auf unbestimmte Zeit verschoben.
Wie Bürger einem Hertie-Kaufhaus neues Leben einhauchten
Einzelhandel
Es gibt sie überall im Revier: die großzügig dimensionierten Kaufhäuser in den Innenstädten, in denen früher Hertie und davor Karstadt residierte. Viele dieser Gebäude stehen seit Jahren leer. Was tun mit den Immobilien? In Gelsenkirchen-Buer nahmen die Nachbarn die Sache selbst in die Hand.
Branche debattiert hitzig um umstrittenen Fahrdienst Uber
Taxigewerbe
Der Fahrdienst Uber bringt die Taxi-Branche gegen neue Anbieter auf die Barrikaden. Der Limousinen-Service Blacklane will in der aufgeheizten Stimmung die Wogen glätten und lud in Berlin zum Dialog. Das Frankfurter Landgericht hatte eine einstweilige Verfügung gegen Uber jüngst wieder aufgehoben.
Umfrage
Die Messpunkte sind bekannt , die Autofahrer alle gewarnt. Trotzdem werden beim Blitzmarathon wieder die Kassen klingeln. Alles Abzocke?

Die Messpunkte sind bekannt , die Autofahrer alle gewarnt. Trotzdem werden beim Blitzmarathon wieder die Kassen klingeln. Alles Abzocke?

 
Fotos und Videos