Steve Jobs ist tot - der Mann, der Apple war
06.10.2011 | 06:07 Uhr 2011-10-06T06:07:00+0200Essen. Steve Jobs ist tot. Der Gründer des größten US-Elektronikkonzerns Apple starb am Mittwoch in Kalifornien. Das teilte der Verwaltungsrat des Unternehmens mit. Jobs litt seit Jahren an Krebs. Erst im August hatte er den Chefposten bei Apple aus gesundheitlichen Gründen geräumt.
„In tiefer Trauer teilen wir mit, dass Steve Jobs heute gestorben ist“, ließ Apple verlauten. „Steves Brillanz, Leidenschaft und Energie waren die Quelle zahlloser Innovationen, die unsere Leben bereichert und verbessert haben. Die Welt ist wegen Steve ein besserer Ort.“
Doch wer war dieser Steve Jobs eigentlich? Dieser Mann, den viele als eine Art Messias des Technologie-Zeitalters feierten, weil er immer den richtigen Riecher zu haben schien für das, was die Leute wollten - oder wenigstens glaubten, haben zu wollen?
Ein Besessener, ein Perfektionist, ein Choleriker
Interviews gab dieser Mann nur selten. Es war schwer, überhaupt etwas über diesen Steve Jobs zu erfahren. Deshalb ist fast alles, was die Welt über ihn weiß, von Dritten überliefert. Und die, die über ihn sprachen, taten das dann immer mit einer Mischung aus Bewunderung, Furcht und Verachtung.
Steve Jobs, sagten sie, sei ein Besessener, ein Perfektionist, einer, der seine Angestellten im einen Moment loben und im nächsten bestrafen konnte, gerade so, wie es ihm gefiel. Einige beschrieben ihn als Choleriker, als rachsüchtig, als beratungsresistent. Doch genau diese Kompromisslosigkeit, dieser unbedingte Wille, das Unmögliche zu schaffen, sei sein Erfolgsgeheimnis gewesen.
Zwei Nerds mit einer Idee
Denn Steve Jobs, das war Apple. Und Apple, das war Steve Jobs. Bis zu dem Zeitpunkt, als sich der Gründer und CEO nicht mehr in der Lage fühlte , diesen Multimilliarden-Dollar-Konzern zu führen. Weil ihm die Kraft fehlte, die Konzentration. Ihm war der unbändige Wille abhanden gekommen, mit dem er dieses Unternehmen zum führenden Technologie-Konzern der Welt gemacht hatte.
An Technologie-Führerschaft ist 1976 allerdings noch nicht zu denken. Die Apple-Gründerjahre, sie beginnen in der Garage der Familie Jobs in Palo Alto, südlich von San Francisco. Jobs ist 20, sein Freund und Namensvetter Steve Wozniak 25. Beide haben sie die Uni geschmissen, beide sind das, was man heute „Nerds“ nennt – Außenseiter mit ausgeprägtem Hang zu Technik.
Aber sie haben eine Idee: Sie träumen von einem Computer, den sich jeder leisten kann. Denn bis dato waren Rechner eher etwas für Großunternehmen. Schrankgroße Kisten, die Abertausende Dollars kosteten, aber definitiv nichts für den Schreibtisch zuhause.
„Alles, was wir machten, verwandelte sich in Gold“
Jobs und Wozniak schmeißen das bisschen Geld, das sie auftreiben können, zusammen. Der eine verkauft seinen VW-Bus für 1500 Dollar, der andere seinen Taschenrechner. Und Wozniak, der Mann mit dem Gespür für Technik, macht sich ans Werk. Der Apple I erblickt kurze Zeit später die Welt. Eine Holzkiste, dilettantisch zusammengedengelt, darin stecken ein paar Computerchips. Doch der Rechner, er funktioniert. Der Rest ist Computergeschichte.
Jobs und Wozniak gründen im April 1976 Apple Computer, im Juni 1977 kommt der Apple II heraus – ein Welterfolg. Der 1298 Dollar teure Rechner verkauft sich zwei Millionen Mal. Und die beiden Apple-Gründer, sie teilen sich das Geschäft. Der eine baut und erfindet, der andere vermarktet die Produkte. „Alles, was wir machten, verwandelte sich in Gold“, sagte Wozniak einmal. Doch es kommt zum Streit. Wozniak verlässt Apple 1985. Da sind die beiden Steves bereits Millionäre.
John Sculley bleibt, Steve Jobs muss gehen
Jobs macht weiter – bis zum Herbst. Der Verwaltungsrat des Unternehmens – Apple ist mittlerweile Aktiengesellschaft – entscheidet sich für John Sculley, Ex-Chef von Pepsi Cola, den Jobs selber ins Unternehmen geholt hat. Steve Jobs muss gehen.
Das Visionäre stellt Jobs künftig in die Dienste anderer Unternehmen. Pumpt sein Geld in Pixar, eine kleine Unternehmens-Neugründung im Silicon Valley, bringt sie an die Börse. Steve Jobs ist es, der erkennt, dass aus 3D-Bildern Filme werden können und aus denen wiederum abendfüllende Kinostreifen. „Toy Story “, der erste große Film von Pixar, schlägt ein wie eine Bombe. Heute gehört Pixar zu Disney. Der Konzern legte dafür 2006 insgesamt 7,4 Milliarden Dollar hin.
Raus mit dem Einheitsgrau der PC-Kisten
1996 kehrt Jobs zu Apple zurück. Der Konzern hat eine andere Neugründung von ihm aufgekauft: Next Computer, Hersteller innovativer Rechenmaschinen, denen der kommerzielle Erfolg aber verwehrt bleibt. Doch Jobs hat neue Ideen mitgebracht. Apple ist zu diesem Zeitpunkt am Boden – ein Computerhersteller ohne innovative Produkte. Jobs verordnet dem Unternehmen eine Frischzellenkur: Raus mit dem Einheitsgrau der PC-Kisten, Farbe rein.
1997 kommt der erste iMac auf den Markt. Durchsichtig und poppig. Im Gehäuse stecken Monitor und Rechner. Der iMac füllt die Apple-Kassen. Denn Jobs hat noch mehr Ideen. Und die setzt er in den nächsten Jahren nach und nach um.
Das iPhone verändert, wie wir kommunizieren
2001 folgt der erste iPod . Das Musikabspielgerät verändert eine ganze Branche. Und die Art, wie Menschen Lieder konsumieren. Jobs denkt die Idee weiter, verknüpft sie mit dem Mobiltelefon. Das iPhone verändert die mobile Kommunikation nachhaltig. Dank kleiner Programme, dank ständiger Verbindung ins Internet, dank eines berührungsempfindlichen Bildschirms, auf dem man nach Herzenslust mit den Fingern wischen und tippen kann.
Steve Jobs genießt seinen Erfolg. Lässt sich bei der Vorstellung neuer Apple-Produkte feiern. Und tritt dabei betont lässig auf: Rollkragenpulli, Jeans, Turnschuhe. Die Shows des Apple-Chefs werden Kult, Millionen Menschen fiebern ihnen entgegen. Seinen letzten großen Auftritt hat Jobs Anfang März. Er stellt die zweite Version des iPad vor, jenes flachen Computers, der so viele Nachahmer auf den Plan rufen soll.
Rückzug von der Firmenspitze
Der Krebs hat Jobs gezeichnet. Er ist abgemagert, lässt es sich aber nicht nehmen, auf die Bühne zu kommen. „Wir haben ziemlich lang an diesem Produkt gearbeitet, und ich wollte diesen großen Tag nicht verpassen“, sagt Jobs. Und erntet dafür langen Applaus.
Ende August folgt das, was viele seit langem geahnt haben. Jobs tritt ab. „Ich habe immer gesagt, sollte jemals der Tag kommen, an dem ich nicht mehr länger meinen Verpflichtungen als Chef von Apple nachkommen und die Erwartungen erfüllen kann, werde ich der Erste sein, der es Euch sagt. Leider ist dieser Tag gekommen“, schreibt Jobs in seiner Rücktrittserklärung . Bis zuletzt bleibt er seinen Prinzipien treu, seiner Kompromisslosigkeit.
Am Mittwoch erlag Jobs seinem langen Krebsleiden. Der 56-Jährige hinterlässt eine Frau und vier Kinder.

19:01
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05:19
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23:43
Viele Dinge die wir erwerben werden uns nicht unbedingt als chinesische Produkte verkauft. Auch wenn man sich noch so bemüht kann es passieren das man an solche Produkte gerät. Ich habe kein Iphone und will auch keins. Ich brauche ein Telefon zum telefonieren und kein Spielzeug. Fürs Internet gibt es Computer die komfortabler sind. Steve Jobs hat sein Leben gelebt, er ist dabei wohlhabend aber nicht reich geworden. Reichtum definiert sich anders. Reichtum bedeutet z.B. Gesundheit, demnach war er sehr arm dran. Da bin ich froh das ich nicht so wohlhabend wie Steve bin aber dennoch unendlich reich.
19:54
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13:25
Erschreckend, wie man das geistige Understatement mit ein paar blinkenden Lämpchen und Knöpfchen beeindrucken kann. Aber das hat ja schon bei den Eingeborenen-Stämmen mit Glasperlen geklappt, vielleicht ist da ja eine gewisse Verwandschaft.
11:04
@19 Was hat er denn Großes und Bleibendes geschaffen. Ich denke in 5 Jahren kennen die meisten nicht mal mehr seinen Namen.
Es ist sicherlich für die Familie und seine Freunde (Jobs hatte angeblich ja kaum welche) trauig, wenn ein Mensch stirbt, aber wie Jobs jetzt überall hochstilisiert wird, ist ja schon unerträglich.
Aufgrund der spärlichen Informationen ist es sicher nicht einfach, sich ein Gesamtbild über Jobs zu machen; er war sicherlich ein technisch begeisterter Mensch mit viele guten und auch schlechten Ideen. Menschlich soll er mehr ein großes A..... gewesen sein.
10:36
Wenn hier jeder Apple-Fan wie ein ganz bestimmter unter mindestens sechs verschiedenen Namen schreibt, ist deren Fan-Gemeinde doch nicht so groß wie ich dachte... Und wer die Meinung anderer (#18) als Rotz bezeichnet, ist selber der größte Schleimer, auch wenn er sich dann noch selber grüßt...
10:19
Sehr traurig. Auch wenn ich mit der Apple-Firmenpolitik der letzten Zeit nicht immer einverstanden war, der Mann hat wirklich Großes und Bleibendes geschaffen. R.I.P.
10:17
#8 von WABZ , wie wahr, wie wahr.
Vor allem muß man sich mal vor Augen führen, daß diese unsäglichen Dummschwätzer mit Sicherheit keine politisch korrekten PCs verwenden, oder fair getradete Rechner oder Phones. Eben weil es dies überhaupt nicht gibt.
Folglich nutzen sie dasselbe Material, um dann diesen Rotz, den sie als Kritik bezeichnen, ins Netz zu setzen.
Dies ist mehr als peinlich, und auch erbärmlich.
Gruß
10:07
Die Apple-Feinde die hier über schlimme Produktionsbedingungen in China oder sonstwo schimpfen sollten mal ganz schnell ihren Haushalt durchforsten und überprüfen wo und unter welchen Bedingungen ihr Eigentum hergestellt wurde.
Wenn alles zweifelhafte aussortiert wird, dürfte die ein oder andere Wohnung ziemlich leer aussehen. Also den Ball flachhalten.
Ich habe übrigens noch nie ein Apple-Produkt bessesen, falls Zweifel an der Intention meines Beitrages bestehen sollten.