Steinbrück verlässt Thyssen-Krupp-Aufsichtsrat, bleibt beim BVB
01.10.2012 | 15:52 Uhr 2012-10-01T15:52:23+0200
Berlin. Er wolle vermeiden, dass es künftig zu Interessenskonflikten kommen könnte, sagte der Kanzlerkandidat der SPD. Darum will er sein Aufsichtsratsmandat bei Thyssen-Krupp abgeben. Beim BVB, wo Steinbrück ebenfalls im Aufsichtsrat sitzt, will er aber bleiben. Dort befürchtet er keinen Interessenskonflikt.
SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück will sein Aufsichtsratsmandat bei Thyssen-Krupp abgeben, das gleiche Amt bei Borussia Dortmund aber behalten. Den Posten beim größten deutschen Stahlkonzern werde er aufgeben, damit es nicht zu Interessenkonflikten komme und "ich auch selber nicht ins Zwielicht gerate", sagte Steinbrück am Montag in Berlin.
Kurz zuvor hatte ihn der SPD-Parteivorstand einstimmig zum Herausforderer von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für die Bundestagswahl 2013 nominiert.
Beim BVB, dem einzigen deutschen börsennotierten Fußball-Bundesligisten, will Steinbrück sein Amt als Aufseher aber fortsetzen. "Sie werden verstehen, dass ich mein zweites Aufsichtsratsmandat gerne behalten möchte, wo es erkennbar niemals zu einem Interessenkonflikt kommen kann", sagte Steinbrück vor Journalisten. "Wo alleine die Farbenlehre nicht ganz die Linie meiner politischen Präferenzen entspricht." Aber auch nach Rücksprache mit BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke werde er dem Gremium weiter angehören.
Seit November 2010 sitzt der ehemalige Bundesfinanzminister im Aufsichtsrat der Schwarz-Gelben. Aufseher beim Thyssen-Krupp ist der 65-Jährige seit dem 21. Januar 2010. Für diese Tätigkeit erhielt er im Geschäftsjahr 2010/11 nach Konzernangaben eine Vergütung von rund 67.000 Euro. (rtr)

00:02
Kein Interessenskonflikt,.wenn er im BVB-Aufsichtrat bleibt.
Das sehe ich aber anders!
19:06
Und wo sind seine und anderer dubioser Politiker/innen
Interessenskonflikte zu den Bürgern und Nebentätigkeiten.
Steinmeier und Co. werden doch für Vollzeit-Tätigkeit bezahlt.
14:26
die Kommentare, wenn er seinen Nebenjob behalten hätte?
Wenn ihm nicht mehr vorzuwerfen ist, hat sich tatsächlich wer verritten?
Die Antwort ist einfach:
Man hätte ihn nicht nominieren sollen. Seine Schachspenden sind doch schon Verstrickungen. Er muss doch für dicke Spenden den Spendern etwas bieten. Oder? Und glauben Sie, Steinbrück würde seine Einstellung ändern und für das soziale Gefüge in Deutschland etwas Positives bewirken? Niemals, schauen Sie doch, wo er herkommt! Und mit seiner Nominierung hat man der SPD-Basis einen Bärendienst erwiesen. Ich schäme mich heute noch dafür, dass ich mal SPD-Mitglied war. Es war ein großer Trugschluss. Viele meiner Bekannten haben das Parteibuch quittiert.
21:02
können wir Deinem Abschiedsschreiben meine Bewerbung beifügen?
So einen Nebenjob kann man doch mal nebenbei mitmachen - oder? Antwort bitte an die WAZ, die haben meine Anschrift.
Das Taschengeld von 67.000 € ist auch nicht schlecht - da sag ich auch nicht nein.
16:58
Er nimmt sich wohl eine Auszeit, bis er wieder da ist. Das Hintertürchen wird wohl offen bleiben. So sind nun mal Politiker. Und wenn einer glauben sollte, dass dieser Mann zur sozialen Gerechtigkeit zurückkehrt, dann muss man nur schauen, wo er herkommt. Die SPD-Troika hat sich schwer verritten.