Star-Investor mischt auf Marihuana-Markt mit

New York..  Vor kurzem hatte er noch über vermeintlich bekiffte Twitter-Manager gelästert, nun ist Peter Thiel selbst mit Millionen im Marihuana-Geschäft. Für die Cannabis-Industrie in den USA markiert der Einstieg des Tech-Investors einen Meilenstein. Letztlich geht es bei einer der Unternehmungen, in die Geld fließt, darum, das erste globale Cannabis-Label aufzubauen – mit dem Namen der Reggae-Legende Bob Marley.

Obwohl sich die Marihuana-Branche dank fortschreitender Legalisierung bereits zum boomenden Milliardenmarkt entwickelt hat, kann sie prominente und finanzstarke Unterstützung gut gebrauchen.

Was Silicon-Valley-Starinvestor Thiel letzten Herbst im US-Sender CNBC von sich gab, war für Twitter-Chef Dick Costolo starker Tobak: „Es ist ein grauenhaft schlecht gemanagtes Unternehmen. Dort wird wahrscheinlich viel Pot geraucht.“ Thiel schob allerdings rasch nach: „Du kannst auch viel Pot rauchen und eine großartige Firma haben.“ Im Nachhinein wurde dann klar, dass der in Frankfurt geborene Entrepeneur damals schon ausgereifte Pläne gehabt haben muss, selbst in großem Stil in die Cannabis-Wirtschaft zu investieren.

Thiel beteiligt sich über seinen Founders Fund mit mehreren Millionen Dollar an der auf Marihuana-Geschäfte spezialisierten Firma Privateer Holdings. Das Unternehmen aus Seattle hält ein Portfolio von drei Startups, die auf die voranschreitende Cannabis-Legalisierung in den USA setzen. Eines davon ist besonders attraktiv: Die Marke „Marley Natural“, für die Privateer die Erben der Reggae-Legende Bob Marley jüngst als Namensgeber gewinnen konnte.

Ziel der Unternehmung ist es, das erste globale Cannabis-Label aufzubauen. Der verstorbene Kultstar soll zu einer Art „Marlboro Man des Marihuanas“ gemacht werden und „Marley Natural“ 2015 mit einer Cannabis-Produktpalette an den Markt gehen.

In Amerika scheint das Timing nahezu perfekt. Obwohl Marihuana nach wie vor illegal ist, haben bereits 23 von 50 US-Staaten die Droge erlaubt – wenngleich meist zu medizinischen Zwecken. Der legale Handel floriert, die Branche dürfte im letzten Jahr weit über zwei Milliarden Dollar Umsatz gemacht haben. Und das könnte erst der Auftakt sein, denn noch ist der Markt stark reguliert. Die strengen Geldwäschegesetze halten Banken von Krediten und die Wall Street von Investitionen ab. Das wird sich bald ändern, hofft die Szene. Thiels Einstieg ist Wasser auf die Mühlen aller, die glauben, dass der richtige Boom erst noch kommt.