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Standard & Poor's stuft Frankreich und Österreich herab

13.01.2012 | 16:54 Uhr
Standard & Poor's stuft Frankreich und Österreich herab
Die US-Ratingagentur Standard & Poor's hat Frankreich und Österreich die Top-Bewertung AAA entzogen.Foto: AP

Frankfurt.  Als erste AAA-Länder der Euro-Zone haben Frankreich und Österreich am Freitag die höchste Kreditwürdigkeit verloren. Auch die Bonität sieben weiterer Länder wurde gesenkt. Deutschland dagegen behält seine Spitzenbewertung

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat dem Kampf gegen die europäische Schuldenkrise am Freitag einen schweren Schlag versetzt und die Bonität von gleich neun Euroländern herabgestuft. Frankreich und Österreich verloren ihre Bestnote AAA. Auch das Rating für die Bonität Italiens und Spaniens wurde gesenkt. Deutschland behält seine Spitzenbewertung.

Die Bewertung für die Bonität von Frankreich und Österreich wurde von AAA um eine Stufe auf AA+ gesenkt. Die Kreditwürdigkeit Italiens wurde von der Note A um zwei Stufen auf BBB+ gesenkt. Die Kreditwürdigkeit Spaniens wird statt wie bisher mit AA- fortan mit der Note A bewertet. Die Bewertung von Portugal und Zypern wurde um zwei Stufen gesenkt. Betroffen von einer Herabstufung waren auch Malta, die Slowakei und Slowenien.

Euro stürzt ab, Renditen ziehen spürbar an

Die Gerüchte sorgten für Wirbel: Der Euro rutschte am Freitagnachmittag bis auf 1,2687 Dollar ab und lag damit mehr als zwei US-Cent unter seinem Tageshoch. Auch die Aktienmärkte gerieten verstärkt unter Druck. Der als sicherer Hafen gefragte Bund-Future stieg im Gegenzug um 1,06 Punkte auf ein Rekordhoch von 140,22 Zählern.

Vor allem die Renditen der französischen, belgischen und spanischen Anleihen zogen in Reaktion auf die Schlagzeilen spürbar an. "Über entsprechende Herabstufungen wird schon seit geraumer Zeit spekuliert, aber wenn das Gerücht konkret wird, gibt es natürlich eine Reaktion darauf", sagte Investmentstratege Tim Ghriskey von Solaris Asset Management.

Italienische Auktion enttäuscht Devisenanleger

Die Erwartungen der Investoren an die italienische Bond-Auktion haben sich nach dem Erfolg des Vortages als zu hoch erwiesen. Enttäuscht über eine nicht ganz so starke Nachfrage nach dreijährigen Bonds zogen sich die Anleger aus Anleihen des hochverschuldeten Mittelmeerlandes zurück. Die Renditen der Zehnjährigen näherten sich entsprechend wieder der Sieben-Prozent-Marke. "Einige hatten nach dem Super-Auftakt gestern wohl auf eine ähnliche Überraschung gehofft", sagte ein Händler. "Diese Erwartungen wurden jetzt enttäuscht, aber alles in allem kann die Auktion als Erfolg gewertet werden."

Rom hat mit dreijährigen Papieren 4,75 Milliarden Euro eingesammelt und muss dafür mit 4,83 (Dezember: 5,62) Prozent nicht mehr ganz so viel Zinsen zahlen wie zuletzt. Die Nachfrage war allerdings niedriger als bei der letzten vergleichbaren Auktion, was am Markt enttäuschte. "Das Ergebnis der Auktionen haut einen nicht gerade vom Stuhl - vor allem, wenn man es mit der spanischen Emission gestern vergleicht", sagte Analyst Alessandro Giansanti von der ING. "Aber immerhin bestätigt sich der Trend nachgebender Renditen, und das ist positiv - genauso wie der Umstand, dass die angepeilte Summe auch tatsächlich eingesammelt werden konnte."

reuters, afp



Kommentare
16.01.2012
17:42
Standard & Poors stuft Frankreich und Österreich herab
von Erler | #23

[b]Fakt ist, mit der erneuten Abstufung von neun EU-Ländern, insbesondere wichtiger Euroländern, wächst auch das Haftungsrisiko für Deutschland.[/b]
Ob nun die Beurteilungen und Abstufungen der einzelnen Eurostaaten durch S & P nun berechtigt sind oder nicht, steht auf einem anderen Blatt. Der Irrsinn 17 unterschiedliche europäische Volkswirtschaften, die teilweise hohe Leistungsungleichheiten aufweisen, in einer Währungsunion zu packen, ist auf der ganzen Linie gescheitert. Es fehlt im Eurozwangskorsett das wichtige Regulativ der Währungsabwertungen. Drachme, Peseten, Lire, Franc usw. konnten vor der Euroeinführung ihre Wettbewerbsfähigkeit durch Abwertung ihrer Währung zurückgewinnen. Mit dem Euro werden die Leistungsungleichheiten der einzelnen Eurostaaten zementiert, bzw. die Krisensymptome noch durch das starre Währungskorsett kolossal forciert. Der Euro ist eine Fehlkonstruktion, nur die herrschende Finanz-Elite, nebst der Exportindustrie sieht das in ihrer einseitigen Sicht ganz anders, weil sie ja die Nutznießer des Euro sind. Die lohnabhängige Bevölkerung in Deutschland hat durch die Euroeinführung, und die schändliche Ausrichtung der bundesdeutschen Wirtschaft auf Exporterfolge (Agenda 2010 u. Hartzgesetze) überwiegend Nachteile hinnehmen müssen. Sicherlich, eine relativ schwache Währung beflügelt zusätzlich die Expoterfolge. Dieser Sachverhalt verstärkte aber noch zusätzlich Leistungsungleichgewichte in der EURO-Zone.

Allerdings ist der volkswirtschaftliche Nutzen der tollen deutschen Exporterfolge von zweifelhaften Wert, denn die Bundesbank hat knappe 500 Mrd. Forderungen (TARGET II-Saldo) an die EZB. Und bei einer Pleite von Eurostaaten – womit man rechnen muß - haftet der deutsche Steuerzahler für diesen hausgemachten Unsinn. Da können wir ja gleich unsere Waren verschenken! Prof. Sinn hat über die Problematik der Target-Salden ein wichtiges Referat gehalten. [url]http://www.rottmeyer.de/hans-werner-sinn-ist-der-euro-noch-zu-retten/[/url]

Dagegen stärkt eine harte Währung (DM) die Binnenkonjunktur, weil parallel mit einer Hartwährung die Kaufkraft enorm zunimmt. Sämtliche Importe, vor allem aber die wichtigen Energieimporte, würden sich enorm verbilligen. Gerade die Energiepreise werden zukünftig den Geldbeutel der Ottonormalbürger belasten.
Der EFSF-Rettungsschirm wird mit Sicherheit (…Ankündigung erfolgte schon) demnächst auch noch abgestuft. Die EZB-Ramschankäufe haben zwar die Zinsen der PIIGS plus F drücken können, mehr aber auch nicht. Ich frage mich schon lange, warum die EZB nicht direkt die Anleihen der PIIGS kauft. Warum soll die internationale Finanzoligarchie von den Unsicherheiten (..höhere Zinsen) profitieren. Ich möchte auch bei der EZB für 1 Prozent Geld bekommen, und bei den Kurzläufern der PIIGS plus F gewinnbringend anlegen

Schäuble will die Fiskalunion, aber mit der Fiskalunion verliert Deutschland sein Haushaltsrecht. Mit dem ESM schafft man den europäischen Selbstbedienungs-Mechanismus, wobei Deutschland, wie bei den Eurobonds für die Schulden der anderen EU-Länder haftet. Der Länderfinanzausgleich für Deutschland klappt ja noch einigermaßen, aber jetzt soll er ja auf die gesamte Eurozone ausgedehnt werden. Ich bin nicht bereit für den Schledrian anderer Länder zu zahlen. Man braucht kein Hellseher zu sein, Deppenland Deutschland wird sein Rating AAA verlieren. Ich möchte nicht von Brüssel regiert werden, und lehne einen europäischen Zentralstaat mit diktatorischen Vollmachten (ESM-Konstrukt) strikt ab. Zentralismus geht stets parallel mit einer Entdemokratisierung der Gesellschaft einher. Mit dem ESM schafft man eine undemokratische EU-Junta, wo die Rechte der EU-Bürger ausgehebelt werden.
Sollten die EU-Gesetze in der Realität umgesetzt werden, ist Widerstand erste Bürgerpflicht.

Erler

15.01.2012
23:26
Standard & Poors stuft Frankreich und Österreich herab
von Der_Wurzelpacker | #22

Bald ist Deutschland dran. Dann ist hoffentlich das Ende des EURO eingeläutet.

15.01.2012
20:57
@Bürger90
von rodzina | #21

Was hben die Hedgefonds damit zu tun?
Und warum ist es gut, wenn der Euro stark ist, und die Länder Europas dadurch weniger exportieren können (es sei denn man begeht Lohndumping wie die Deutschen)????

15.01.2012
15:25
Wie der Name schon sagt
von Plaetekopp | #20

... hier werden armesilge Standardfloskeln eingesetzt, um über den großen Teich hinweg ein Störfeuer zu inszenieren. Die Herrschaften sollen erstmal vor der eigenen Türe kehren. Ich messe dieser "Herabstufung" nicht allzu viel Bedeutung zu.

15.01.2012
03:35
Standard & Poors stuft Frankreich und Österreich herab
von buerger90 | #19

Der Euro ist seit der Einführung immer stärker geworden.
Damit die USA mit ihren Einzelpleiteländern nicht vollends vor die Hunde geht, wird durch die "Ratingagenturen" versucht, den Gedanken Europa zu zerstören.

Die Hedgefonds sind nicht anderes als Spkulationsbörsen. Weitab vom ursprünlichen Börsengeschäft. Sie haben nur das Ziel, den Börsianern die Taschen voll zu packen.
Die Transaktionssteuer ist der richtige Weg.
Und deswegen wird in den USA so viel gewirbelt.

Ich vertraue dem Euro und Europa.
Wir haben hier eine Wirschaftsmacht, die mindestens doppelt so groß ist, wie in den USA.
Wir sollten allerdings die Märkte in China/Japan(Fernost) sehr gründlich beobachten.
Dort liegt die eigentliche Konkurrenz.

Die amerikanische Börse sollte einfach einmal durch uns Europäer übernommen werden. Wann ist es soweit ?

Dann wären diese Spekulationsgewitter endlich vorbei.

14.01.2012
23:18
Standard & Poors stuft Frankreich und Österreich herab
von rodzina | #18

Die Maßnahmen, die Merkel und ihre Stümpertruppe für Europa anordnen, sind nicht die Lösung des Problems, sondern sie sind das Problem.
Mit der betriebenen »Sparpolitik« zeichnet sich nun ein Wirtschaftseinbruch in der Euro-Zone ab.

Wer richtig zugehört hat, der weiß auch, dass es genau das ist, was S&P bemängelt.
In der Presse heißt es dann, ganz im Gegensatz dazu:
Europas Politiker haben nicht genug getan, um die Schuldenkrise einzudämmen. Die politischen Initiativen sind nicht ausreichend gewesen.

Rezession und Deflation ist das, was Europa nach den „historischen Beschlüssen“ von Anfang Dezember zu erwarten hat.

14.01.2012
21:55
Standard & Poors stuft Frankreich und Österreich herab
von onkelmax | #17

Es gibt die Mafia, den Vatikan, die FIFA und S & P !!!

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Name von Moderation entfernt | #17-1

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14.01.2012
20:29
Standard & Poors stuft Frankreich und Österreich herab
von oldbaer | #16

Wer kann denn endlich mal meine Frage beantworten? Wovon leben diese sogenannten Rating-Agenturen bzw. wer finanziert sie? Die können diversen Staaten ja sehr schaden. Und die USA sind nicht total überschuldet?

1 Antwort
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Name von Moderation entfernt | #16-1

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14.01.2012
12:56
Bluuutwurst | #14
von dummmberger | #15

Danke für den Kommentar.
Das hat uns jetzt echt weitergebracht, zumindest ein Stück weit...

1 Antwort
war bei dir nicht der Nickname Programm?
von Bluuutwurst | #15-1

ja, doch man kanns lesen...

14.01.2012
10:33
Standard & Poors stuft Frankreich und Österreich herab
von Bluuutwurst | #14

ja tolle Wurst, und in China fällt ein Sack Reis um.

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