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Stahlkrise bedroht laut neuer Studie 380.000 Arbeitsplätze

30.03.2016 | 06:20 Uhr
Stahlkrise bedroht laut neuer Studie 380.000 Arbeitsplätze
Stahl – noch gibt es gerade im Ruhrgebiet viele Arbeitsplätze in dieser Branche.Foto: dpa

Düsseldorf.   Durch Klimaschutzpläne der EU sind einer Studie zufolge Hunderttausende Arbeitsplätze bedroht. Die Stahlindustrie hatte die Studie in Auftrag gegeben.

Die Studie des Forschungsinstituts Prognos, die der WAZ vorliegt, sieht stark negative Folgen für den Arbeitsmarkt, wenn strengere Regeln beim Handel mit Kohlendioxid-Verschmutzungsrechten durchgesetzt werden.

Prognos rechnet mit erheblichen Auswirkungen auf die Stahlindustrie sowie die deutsche Wirtschaft insgesamt, sollten bestehende Pläne der EU umgesetzt werden. „Hiermit sind Beschäftigungsverluste in Höhe von 380 000 Arbeitsplätzen verbunden“, heißt es in der Studie mit Blick auf die volkswirtschaftlichen Folgen einer Schwächung der Stahlbranche mit einer Perspektive bis zum Jahr 2030.

EU-Pläne sind laut Stahlverband „existenzgefährdend“

Prognos verweist auf die besondere Rolle der Stahlindustrie als Lieferant des verarbeitenden Gewerbes mit Branchen wie dem Maschinen- und Fahrzeugbau sowie der Elektroindustrie. Bundesweit zählt die Stahlindustrie rund 87 000 Stellen, 47 600 davon befinden sich in NRW. Laut einer Studie des Essener Instituts RWI hängen allerdings 3,5 Millionen Jobs in Deutschland direkt oder indirekt vom Stahl ab.

Stahlindustrie
Stahlkocher fürchten wegen Billigimporten um ihre Zukunft

Arbeitnehmervertreter warnen vor einem "Ende der Stahlindustrie". Aber nicht nur in China liegen die Ursachen für die großen Verluste.

Die Wirtschaftsvereinigung Stahl, der Konzerne wie Thyssen-Krupp und Salzgitter angehören, hatte die Prognos-Studie in Auftrag gegeben. Der Stahlverband warnt, die EU-Pläne seien „existenzgefährdend“ für die Branche. Durch Billigimporte aus China stehen die Stahlkocher ohnehin unter Druck. Auch die Gewerkschaft IG Metall ist alarmiert.

Sigmar Gabriel will Stahlarbeiter unterstützen

Für den 11. April ist eine Demonstration in Duisburg geplant, an der auch NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (beide SPD) teilnehmen wollen. Duisburg ist Europas größter Stahlstandort. „Ich teile die Sorgen der deutschen Stahlindustrie vor einem unfairen Wettbewerb auf den internationalen Stahlmärkten durch chinesische Dumpingpreise“, sagte Ministerpräsidentin Kraft der WAZ.

Gabriel sicherte den Stahlarbeitern Unterstützung zu. „Wir wollen globalen Wettbewerb auch im Stahlsektor – aber der muss fair sein“, betonte er. Knut Giesler, Chef der IG Metall in NRW, sieht nicht nur die Stahlindustrie gefährdet, sondern auch den gesamten Industriestandort NRW. „Die EU muss sich entscheiden“, so Giesler. „Will sie sauberen Stahl aus den weltweit umweltverträglichsten Stahlwerken fördern – oder macht sie eine Politik, die den schmutzigen Stahlwerken in China hilft?“

Ulf Meinke

Kommentare
31.03.2016
13:33
Stahlkrise bedroht laut neuer Studie 380.000 Arbeitsplätze
von joerndominik | #26

Is doch klar, Alter: Des Populisten Wappentier ist ein possierlich Tier:
der Sündenbock. Im Ruhrgebiet auch Arbeitgeber, Manager und die da
oben...
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1 Antwort
Volkswagen
von nullrunde | #26-1

General Motors musste um zu Überleben bereits Insolvenzschutz nach Chapter 11 beim Federal Bankruptcy Court beantragen, obwohl jeder GM Arbeiter 42 Autos im Jahr baut?
Da kommt eine Abgasaffäre gegen kleine effiziente Dieselmotoren scheinbar recht gelegen, um einen lästigen Konkurrenten auszuschalten.

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