Stahlhändler Klöckner & Co streicht 1800 Stellen
07.11.2012 | 18:33 Uhr 2012-11-07T18:33:00+0100
Duisburg. Der Duisburger Stahlhändler Klöckner & Co streicht nach zunehmenden Verlusten weitere Stellen. Über 1800 Arbeitsplätze würden nun insgesamt eingespart und damit 500 mehr als bislang geplant, kündigte KlöCo-Chef Gisbert Rühl am Mittwoch in Duisburg an.
Der Duisburger Stahlhändler Klöckner & Co (KlöCo) kommt nicht aus den roten Zahlen und verschärft deshalb sein Sanierungsprogramm. Statt 1300 will Konzernchef Gisbert Rühl nun 1800 Stellen streichen. Das ist jede sechste. 60 der 290 Standorte weltweit sollen geschlossen oder verkauft werden. 20 Niederlassungen hat KlöCo bereits aufgegeben.
Rühl erklärte, dass auch die deutschen Standorte nicht ungeschoren bleiben. „Es ist nichts auszuschließen. Auch die Zentrale in Duisburg kann betroffen sein“, sagte der KlöCo-Chef. Dort wurden bereits 20 von 120 Arbeitsplätzen abgebaut.
Weltweit rückläufiger Stahlverbrauch
Das Handelshaus leidet unter dem weltweit rückläufigen Stahlverbrauch. In Europa verkauften die Duisburger im vergangenen Quartal 4,6 Prozent weniger Stahlprodukte. Allein in den USA, wo Klöckner & Co 40 Prozent seines Geschäfts macht, konnten Absatz und Umsatz gesteigert werden. Immerhin, räumte Rühl ein, hätten die Stahlpreise „den Boden erreicht“.
Das ändert aber derzeit noch nichts daran, dass KlöCo seit Mitte 2011 rote Zahlen schreibt. Im vergangenen Quartal betrug der Verlust 28 Millionen Euro.
20 Standorte bereits geschlossen
Die deutsche Konjunkturlokomotive zieht unermüdlich nicht nur die heimische, sondern zu einem beträchtlichen Teil auch die europäische Wirtschaft. Wir müssen unseren Weg der globalen Konkurrenzfähigkeit weiter gehen – auch um weiter als Lokomotive den europäischen Zug ziehen zu können.
Rühl hatte bereits vor Monaten angekündigt, sich aus dem Osteuropageschäft zurückzuziehen. 20 Standorte, insbesondere in Spanien, wurden bereits geschlossen. Von dem nun erweiterten Jobbau seien bereits 800 Stellen weggefallen, darunter 200 in Deutschland. Von den übrigen 1000 Arbeitsplätzen, die zur Disposition stehen, würden auch mindestens 100 hierzulande wegfallen. Deutschland werde einen „signifikanten Beitrag“ leisten. Insgesamt streicht KlöCo etwa jeden sechsten Arbeitsplatz. Zumindest an der Börse konnte Rühl damit punkten. Die Aktie gehörte mit einem Plus von zeitweise 3,3 Prozent zu den größten Gewinnern im Nebenwerteindex MDax.
Gewinn für 2012 angepeilt
Die europäische Stahlbranche leidet seit Monaten darunter, dass sich wichtige Kunden wie die Autoindustrie und der Maschinenbau wegen der unsicheren Konjunkturentwicklung mit ihren Bestellungen zurückhalten. Klöckner & Co hatte seine ohnehin gesenkte Geschäftsprognose bereits im August abgehakt, auf eine neue jedoch verzichtet.
Rühl peilt nun für 2012 einen Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (Ebitda) und Restrukturierungen von 130 bis 140 Millionen Euro an. Im Vorjahr hatte der Konzern 217 Millionen Euro eingefahren. Den Absatz will KlöCo um rund 6,5 Prozent erhöhen, den Umsatz um fünf Prozent. Der Konzern profitiert dabei von dem im Gegensatz zu Europa deutlich besser laufenden Amerika-Geschäft, wo Rühl auch zugekauft hatte.

17:58
Industriell ist das Ruhrgebiet eigentlich längst am Ende, Eröl, Benzin und zwei Weltkriege dazu die europäische Unterwerfung unter einer militärischen Macht, die mehr davon profitiert als das sie zugeben will - Europa, besonders die industriellen Natostaaten werden sich über kurz oder lang von den Besatzern befreien wollen. Das Land der Zukunft für Stahl und Industrien heißt Polen, heißt Frankreich bestenfalls noch die Tschechei. Deutschlands Chance ist zweifelsohne die politische Diplomatie, der Welthandel, Bildung und Finanzen .- aber Beides zusammen wird niemals funktionieren°!
22:44
Einfach noch mehr sparen, damit noch weniger investiert und noch weniger Stahl gebraucht wird.
Und sich hinterwundern, ohne wirklich zu wissen, wie alles gekommen ist.
Das ist Neoliberalismus pur.
21:30
Muttis Nachlass.
20:31
Das ist wohl die Quintessenz aus der Tatsache, dass das Ruhrgebiet auch 2012 immer noch nicht ganz kapiert hat, dass Industrie in Deutschland kaum noch eine Zukunft hat. Städte wie Frankfurt oder München sind da schon längst weiter, insbesondere München seit den 1970er Jahren hatte sich modernisiert, wo im Ruhrpott noch alles an der Kohle hing.
19:57
Habe heute zufällig, es ging dort um Umsatzrückgänge im EU-Raum - aber er passt perfekt:
" Das ist das Blöde am Kapitalismus, wer im gnadenlosen Wettbewerb als einziger Sieger übrig bleibt, stirbt auch, nur eben als Letzter. "
muss natürlich heissen" habe heute zufällig gelesen"
Der Nachweis wurde noch nicht geführt. Gnadenlos untergegangen ist aber die DDR! Folgen werden Nordkorea und Kuba!
19:34
Wie sagt Mutti immer: Deutschland ist gut aus der Krise hervorgegangen - es lebe der Aufschwung! Hier ist der Beweis!