Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ADAC Nordbayern

Eigentlich wollte der ADAC sich neu aufstellen, unter anderem mit Richtlinien für Mitarbeiter.
Eigentlich wollte der ADAC sich neu aufstellen, unter anderem mit Richtlinien für Mitarbeiter.
Foto: Peter Kneffel
Was wir bereits wissen
Gegen den ADAC Nordbayern wird wegen des Verdachts der Untreue ermittelt. Aus Mitgliedsbeiträgen seien private Feiern der Vorstände finanziert worden.

Nürnberg.. Der ADAC Regionalclub Nordbayern kommt nicht aus den Schlagzeilen. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg ermittelt nach Hinweisen gegen zwei Verantwortliche wegen des Verdachts der Untreue, wie eine Sprecherin der Behörde am Mittwoch sagte. Der ADAC kündigte an, die Ermittlungen "vollumfänglich zu unterstützen". Allerdings hat die Zentrale in München keinen direkten Einfluss auf die rechtlich selbstständigen Regionalclubs. Der ADAC Nordbayern ist in den vergangenen Jahren immer wieder mit Vorwürfen konfrontiert worden, auch Ermittlungen der Behörden gab es bereits.

Die Staatsanwaltschaft prüft nun Vorwürfe, ob aus Mitgliedsbeiträgen des Autoclubs unrechtmäßig etwa Weihnachts- oder Geburtstagsfeiern für Vorstände des Regionalclubs finanziert worden sind. Auch ob Geschäftsreisen mit Programmen für die Ehefrauen finanziert wurden, werde untersucht. Anfang April sei auch die Geschäftsstelle in Nürnberg durchsucht worden, sagte die Sprecherin. Ob die Vorwürfe zutreffen und wie hoch der mögliche finanzielle Schaden ist, könne aber noch nicht gesagt werden, betonte die Staatsanwaltschaft.

ADAC hat sich Compliance-Regeln auferlegt

ADAC Der ADAC hat sich etliche Reformen verordnet, dazu gehören auch Richtlinien für das Verhalten von Mitarbeitern und den Umgang mit Geld, sogenannte Compliance-Regeln. Erst vor einigen Wochen hatte der ADAC wegen Verdachts auf Untreue und Betrug einen ehemaligen Geschäftsführer einer Tochtergesellschaft und eine Mitarbeiterin angezeigt.

Der ADAC war nach Bekanntwerden von Fälschungen beim Autopreis "Gelbe Engel" Anfang 2014 in die Krise gerutscht. Etliche Vorwürfe wurden laut, die Führungsspitze verlor ihre Posten. (dpa)