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Insolvenzverschleppung

Staatsanwalt ermittelt gegen Reiseunternehmer Vural Öger

01.03.2016 | 08:15 Uhr
Staatsanwalt ermittelt gegen Reiseunternehmer Vural Öger
Gegen den Hamburger Reiseunternehmer Vural Öger wird wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung ermittelt. Öger hatte im Dezember Insolvenz angemeldet.Foto: Imago

Hamburg.  Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen den Unternehmer Vural Öger eingeleitet. Er wurde wegen Insolvenzverschleppung angezeigt.

Die Insolvenz des Hamburger Reiseunternehmers Vural Öger zum Jahreswechsel könnte ein juristisches Nachspiel haben. Nachdem der Türkei-Reiseveranstalter seinen Geschäftsbetrieb einstellte, prüft die Staatsanwaltschaft jetzt wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung nach Paragraf 15a der Insolvenzordnung, wie das „Hamburger Abendblatt“ berichtet. Auslöser dieser Ermittlungen soll eine Anzeige gegen Öger gewesen sein, die der Hamburger Staatsanwaltschaft vorliegt. Die Ermittlungen sind allerdings noch nicht abgeschlossen.

Das ehemalige Jurymitglied der Vox-Serie „Höhle der Löwen“ musste sein Reiseunternehmen V. Ö. Travel einstellen, nachdem der Türkeitourismus wegen des Krieges in Syrien und der Machenschaften des sogenannten Islamischen Staates zusammenbrach. „In der Reisebranche herrscht ein ruinöser Preiskampf. Ich habe in den vergangenen zwei Jahren jedes V. Ö.-Travel-Flugticket mit 60 bis 70 Euro subventioniert“, sagte er zum Jahreswechsel.

Große Konzerne drücken Preise

Das könne man nicht lange durchhalten. „Während wir um die 270 Euro für ein Ticket bezahlen müssen, können die großen Konzerne wegen ihrer Marktmacht die Preise drücken.“ 2015 soll V. Ö. Travel einen Verlust von drei Millionen Euro gemacht haben. Zudem belastet Öger, dass seine von Tochter Nina gemanagten acht Hotels mangels Touristen meist nur noch halb ausgebucht sind – und inzwischen sogar noch weniger.

Bereits 1969 wurde Öger als 27-Jähriger nach seinem Bergbaustudium in Berlin zum Unternehmer in Hamburg. Er war vermutlich der erste türkische Geschäftsmann, der in Deutschland einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde. Mit seinem Reisebüro Istanbul bot er als erster Direktflüge in die Türkei an – für 395 Mark. „Damals ein halbes Monatsgehalt“, wie Öger sagte. Der Jungunternehmer charterte eine Maschine mit 114 Plätzen, die nach drei Tagen ausverkauft war. Doch das ist lange her. (stü)

Kommentare
01.03.2016
12:16
Staatsanwalt ermittelt gegen Reiseunternehmer Vural Öger
von snowboarder70nrw | #1

Je weniger Maschinen von deutschem Boden in Richtung Türkei starten, desto besser.

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2016-03-01 08:15
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