Sprit wird immer billiger

Essen..  Die fallenden Ölpreise lassen die Spritrechnungen der Autofahrer in Deutschland weiter schrumpfen. An einzelnen Tankstellen kratzt der Preis für einen Liter Diesel seit Tagen an der symbolträchtigen Ein-Euro-Marke. Einige Tankstellen im Ruhrgebiet verlangten gestern Abend nur noch 1,03 Euro für Diesel. Der Preis für Superbenzin E10 rutschte auf 1,18 Euro ab. In Schleswig-Holstein unterschritt der Dieselpreis örtlich sogar die Schwelle zur Zweistelligkeit und lag zwischenzeitlich bei 99 Cent. Allerdings ist im bundesweiten Durchschnitt die Grenze noch ein ganzes Stück entfernt: Nach Berechnungen des ADAC kostet der Liter Diesel derzeit im Schnitt 1,128 Euro – 3,3 Cent weniger als vor einer Woche. Doch bis der Dieselpreis auch im überregionalen Mittel unter ein Euro falle, müsse „der Ölpreis noch weiter deutlich nachgeben“, sagte ADAC-Sprecher Andreas Hölzel.

Die Talfahrt des Rohölpreises hält unterdessen weiter an. Der Preis für die Nordseesorte Brent fiel gestern auf 46,80 Dollar pro Barrel. Hintergrund ist neben der lahmen Weltkonjunktur das Überangebot auf dem Ölmarkt, das besonders durch den Fracking-Boom in den USA bestimmt wird. Derzeit werden täglich 1,8 Millionen Barrel Öl mehr gefördert als benötigt. Analysten gehen davon aus, dass die Ölschwemme noch mindestens bis in die zweite Jahreshälfte anhält. Ziemlich ungerührt dürfte der Fiskus den fallenden Spritpreis verfolgen: Abgesehen von der Mehrwertsteuer bleibt sein Anteil am Gesamtpreis immer gleich: 65 Cent für Benzin und 47 Cent für den Liter Diesel.