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Sparlampen dürfen nicht in den Hausmüll

16.07.2007 | 13:05 Uhr

WAZ-Serie zum Thema Energiesparen, Folge 8: Energiesparleuchten tun das, was sie versprechen.Ihre Entsorgung ist allerdings aufwändiger und mit einigen Problemen verbunden

Essen. Die Tage der Glühbirnen sind gezählt. Zumindest in Australien. Dort sollen sie bis 2010 komplett durch Energiesparlampen ersetzt werden. Soweit ist es hier zu Lande noch lange nicht, obwohl die Energiesparlampe ihrem Namen alle Ehre macht.

Denn während eine Glühbirne nur fünf bis zehn Prozent der eingesetzten Energie in Licht umwandelt und maximal 1000 Stunden brennt, hat eine Energiesparlampe eine Lichtausbeute von 20 bis 25 Prozent und eine Lebensdauer von rund 10 000 Stunden. "Außerdem zieht sie 80 Prozent weniger Strom", sagt Günter Neunert von der Energieagentur NRW (www.nrw-spart-energie.de). Daher würde sich der höhere Anschaffungspreis (zwischen drei und zehn Euro) amortisieren. Nach Berechnungen der Münchner Forschungsstelle für Energiewirtschaft sei das bei einer Lampe von 20 Watt nach rund 800 Stunden der Fall.

Was beim Kauf einer Energiesparlampe jedoch oft ins Dunkel rückt: Im Gegensatz zu Glühbirnen darf man sie nicht über den Hausmüll entsorgen, sondern muss sie zu Wertstoff-Sammelstellen oder Schadstoff-Mobilen der Kommunen bringen. Denn jede Energiesparlampe enthält zwei bis vier Milligramm gasförmiges Quecksilber, das die sparsame Lichterzeugung überhaupt erst möglich macht. Das ist zwar wenig im Vergleich zu den 150 Milligramm eines üblichen Thermometers, doch ignorieren sollte man diese Menge nicht, warnt der Deutsche Umweltverband. Das Quecksilber richte beim Betrieb der Lampe keinen Schaden an, bei einer unsachgemäßen Entsorgung kann die Sache jedoch anders aussehen.

Dennoch landen bislang 90 Prozent aller Energiesparlampen im Hausmüll, so das Ergebnis einer Studie von Lightcycle, ein Gemeinschaftsunternehmen der größten Lampenhersteller. Ein Grund dafür: Die Hinweise auf der Verpackung sind oft nicht deutlich genug zu erkennen. Eine weitere Ursache sieht Günter Neunert in dem unzureichend ausgereiften Recyclingsystem: "Bisher gibt es leider keine generelle Rücknahmepflicht für den Einzelhandel, das würde vieles erleichtern." Nur wenige Händler, wie Obi und Karstadt, nehmen bis jetzt die Lampen zurück, viele andere tun es nur auf gezieltes Nachfragen.

Auch bei der Entsorgung über die städtischen Einrichtungen gibt es neben Licht viel Schatten. Die Schadstoff-Mobile finden nur alle paar Wochen den Weg in manche Stadtteile, wer sich die Termine notieren möchte, muss aufmerksam suchen. Ärgerlich: Die Recyclingkosten - nach Angaben von Lightcycle 18 Cent pro Lampe - werden in der Regel an die Kunden weitergegeben, obwohl die Rücknahme derart problematisch ist. "Man kann nur den Rat geben, sich genau über die Termine zu informieren", sagt Neunert, "bei der Stadt, in der Zeitung oder im Internet - und nicht wegen nur einer Lampe zur Entsorgungsstelle gehen."

Von Hendrik Baumann

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