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Bankenaufsicht

Sparkassen schüren die Angst der Sparer mit offenem Brief

13.09.2012 | 18:32 Uhr
Sparkassen schüren die Angst der Sparer mit offenem Brief
In einem offenen Brief kritisieren die Sparkassen die Pläne der EU-Kommission für eine Bankenaufsicht.Foto: Thomas Nitsche

Berlin.   Die deutschen Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken befürchten, dass sie bei der geplanten europäischen Bankenregulierung für Pleitebanken mithaften. Sie wollen keine Änderung der Eigenlagensicherung für ihre Institute. Jetzt haben die Verbände einen offenen Brief an die Kanzlerin geschrieben.

Die deutschen Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken schlagen Alarm. „Die Übernahme von Zahlungspflichten für ausländische Banken würde das Vertrauen unserer Kunden in die Sicherheit ihrer Spareinlagen gefährden“, heißt es in einem offenen Brief der Verbände an Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Dahinter steckt die Angst vor der geplanten europäischen Bankenregulierung . Die EU-Kommission will einerseits einen Haftungsverbund schaffen, andererseits die Einlagensicherung vereinheitlichen. Beides könnte die öffentlich-rechtlichen Institute sowie die Genossenschaftsbanken empfindlich treffen und die Kunden schlechter stellen.

Wo liegt das Problem?

Die EU-Kommission will das Einlagensicherungssystem auf lange Sicht europaweit harmonisieren. Wenn irgendwo in der Eurozone eine Bank pleite geht, sollen am Ende alle anderen Institute im Euroraum für die Spareinlagen haften. Dann müssten zum Beispiel die deutschen Sparkassen und Genossenschaftsbanken für die Ersparnisse irischer oder portugiesischer Sparer aufkommen. Diese befürchten nun, dass ihr einzigartiges nationales Sicherungssystem nicht mehr aufrecht erhalten werden kann. Derzeit sind in der EU alle Einlagen, also zum Beispiel Tagesgelder oder Sparkonten , bis zu einem Wert von 100 000 Euro gesichert.

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Wie funktioniert die Einlagensicherung?

Es gibt in Deutschland zwei voneinander unabhängige Sicherungsfonds. Die Geschäftsbanken teilen sich einen Notfonds, der im Ernstfall die Spareinlagen insolventer Institute absichert. Dafür bringen Deutsche Bank, Commerzbank und Co. notfalls Milliardensummen auf. Die genaue Höhe dieses Notgroschens ist nicht bekannt. Doch reicht die Erstattung weit über die gesetzliche vorgeschriebene Mindestsumme von 100 000 Euro hinaus. Die Sparkassen verfügen ebenso wie die Genossenschaftsbanken über ein eigenes Sicherungssystem. Dabei schauen sie ihren einzelnen Mitgliedern schon frühzeitig bei einer finanziellen Schieflage auf die Finger und sehen zu, dass angeschlagene Institute durch eine Fusion gerettet werden, bevor sie Insolvenz anmelden müssen. So vermeiden die beiden Verbünde, dass sie Sparer aus ihrem Fonds bedienen müssen. „Volksbanken und Sparkassen arbeiten präventiv und verfügen deshalb über eine sichere Einlagensicherung“, sagt der Finanzexperte des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv), Michael Westphal.

Gilt das Versprechen der Bundeskanzlerin nicht mehr, dass die Spareinlagen der Deutschen sicher seien?

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Dieses Versprechen wurde vor fast genau vier Jahren abgegeben, kurz nachdem die Lehman-Bank pleite ging . Es diente schon damals mehr der Beruhigung als dass es im Ernstfall hätte eingehalten werden können. Wenn Anleger ihr Geld bei verschiedenen Banken untergebracht haben, sind sie trotzdem in der Regel auf der sicheren Seite.

Welche Folgen hätte eine europäische Einheitsregelung für die deutschen Sparkassen und Genossenschaftsbanken?

Sie müssten sich wohl von ihrem eigenen, gut funktionierenden Sicherungssystem verabschieden, weil es in dieser Form nicht in die Pläne der EU-Kommission passen würde. Im schlimmsten Fall könnten sie bei einer Bankenpleite im Ausland mit zur Kasse gebeten werden. Deshalb wehren sich ihre Spitzenverbände so heftig dagegen, in die neu regulierte Bankenaufsicht in der Euro-Zone einbezogen zu werden. Ob es tatsächlich zu einer harmonisierten Einlagensicherung kommt, ist allerdings zweifelhaft. Denn auch die Bundesregierung lehnt die bisherigen Vorschläge der Kommission ab.

Wolfgang Mulke

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Kommentare
14.10.2012
12:02
Sparkassen schüren die Angst der Sparer mit offenem Brief
von wimmel | #13

# 9,
da bin ich anderer Meinung, wenn die Menschen ihr Geld von den Sparkonten holen, dann nur noch um es schnellstmöglich auszugeben, denn sonst können sie damit ein Feuer anzünden, weil es nix mehr wert sein wird :-))
Im überigen haben die Deutschen von dem Euro mehr als profitiert und noch Heute stellt die BRD, z.B. den Griechen Geld, verzinst mit 4-6 %, zur Verfügung das Sie sich zu 0 % Zinsen borgt. Hier sieht man die Verlogenheit dieses Systems, warum kann die EZB den Griechen das Geld nicht direkt zu 1 % Verwaltungsgebühr borgen ?
Nein, da muß noch Geld, aus Sicherheitsgründen, mit den Ärmsten der Armen, gemacht werden, gute Nacht BRD und EU wenn das die Griechen und Spanier erst merken.
So ist es doch selbst in der BRD auch, es wird alles auf den Durchschnitt der schweigenden Mehrheit umgelagert, glaube dieses Finanzsystem steht kurz vor dem Kollaps :-))

14.09.2012
14:34
Sparkassen schüren die Angst der Sparer mit offenem Brief
von Guntram | #12

Hurra, da ist es wieder, das Lieblingswort des konsumierenden deutschen Michel: Abzocke. Immer, wenn jemand Geld verlangt, ist es Abzocke. Ich finde es auch "abzockig", wenn ich für meine Zeitung, meine Milch, meinen Fernseher, mein Auto, meinen Urlaub, meine Möbel und all die anderen Dinge des täglichen Lebens bezahlen muss. Überall lauern sie, die Abzocker. Ich frage mich nur, ob die Abzockemeckerer sich auch für Abzocker halten, wenn sie ihrem Chef Gehalt aus Rippen mangeln.

14.09.2012
13:30
#6 wenn sie die Gebühren stören einfach wechseln,
von meigustu | #11

wobei Sie Probleme haben werden eine Bank zu finden in der ehrenamtlich gearbeitet wird.

Für alle nicht Sparkassenkunden gibt es dann auch eine kleine Ausgleichsabgabe für das was die Sparkasse an den kommunalen Haushalt abführt.

2 Antworten
Sparkassen schüren die Angst der Sparer mit offenem Brief
von Kalutti | #11-1

Ich habe schon lange die Bank gewechselt.
Die kleine Ausgleichsabgabe wird aber bezahlt weil die Kommunen Eigner sind.

Dann sind sie schon mal der erste,
von meigustu | #11-2

der eigentlich eine Ausgleichsabgabe zahlen sollte. Denn Sie füttern lieber irgendwelche Investoren statt die eigene Kommune.

14.09.2012
13:28
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Name von Moderation entfernt | #10

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

14.09.2012
12:33
Sparkassen schüren die Angst der Sparer mit offenem Brief
von meinemeinungdazu | #9

Der Zusammenbruch folgt spätestens, wenn die Bürger ihr Geld nach Hause holen. Der Tag ist nicht mehr fern.

1 Antwort
Sparkassen schüren die Angst der Sparer mit offenem Brief
von ultron | #9-1

Sehe ich auch so. Sollten die EU-Pläne Wirklichkeit werden, kann ich meine Altersvorsorge auch gleich in die Matratze stecken, wie Oma und Opa früher. Und wenn das alle deutschen Sparer tun, sind unsere Banken und Sparkassen die Ersten, die Hilfe brauchen...

14.09.2012
09:35
Sparkassen schüren die Angst der Sparer mit offenem Brief
von neuich | #8

Bei dieser wankelmütigen und wendehalsischen Regierung wäre ich mit gewissen Aussagen sehr vorsichtig! Ich hätte da auch meine berechtigten Zweifel.

14.09.2012
07:23
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #7

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

14.09.2012
07:03
Sparkassen schüren die Angst der Sparer mit offenem Brief
von Kalutti | #6

Wer mit horrenden Kontoführungsgebühren seine Kunden abzockt und Lokalpolitiker mit üppigen Aufsichtsratsgehältern versorgt, der sollte sich beim Ängsteschüren etwas zurückhalten.

14.09.2012
06:54
WAZ = Unseriös Überschrift = Thema verfehlt
von frankulric | #5

Thema bzw. Überschrift verfehlt WAZ ! Kein Wunder das bei dieser Berichterstattung (kein Einzelfall) die Leserzahlen der WAZ-Gruppe stark abnehmen ! Weiter so, dann gibt es bald keine WAZ/NRZ mehr. Bitte seriöser und besser recherchieren !

14.09.2012
05:42
Sparkassen schüren die Angst der Sparer mit offenem Brief
von donfernando | #4

Der Mord an der D-Mark wird wohl nie mehr so ganz aufgeklärt werden können. Vielleicht rächt sich deshalb ihre Leiche aus dem Jenseits.
Mit dem Euro kann uns so was nicht passieren. Der ist schon lang tot, und keiner hat es so richtig bemerkt.
Er ist auch nicht - und wird auch niemals - ins Jenseits kommen....Eingeschmolzen in der Banken-Hölle, das schon eher....
Früher hatten die Banken einen Tresor im Keller. Heute steht da eine Euro-Verbrennungsanlage. Mit Rußpartikelfilter, damit es keiner sieht.

Nur die Sparkassen haben diese Technik noch nicht, weil sie die Investition scheuen. Deswegen schreiben sie offene Brief an die Frau Brandmeister. Und die macht sich ganz sicher für eine Sonderregelung stark, wetten? So in der Art, dass die Abgasbestimmungen für die Sparkassen von 22 Uhr bis 6 Uhr früh außer Kraft gesetzt werden und die entstehende Wärme als Fernheizung fürs Finanzamt...die dürfen ja nicht selbst verbrennen, nur einsammeln und liefern!








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