Sparkassen im Ruhrgebiet wachsen trotz Zinsflaute

Was wir bereits wissen
Die Zinsen auf Sparkonten sind durchweg spärlich. Trotzdem verzeichnen die regionalen Geldinstitute – Genossenschaftsbanken, und Sparkassen – im Ruhrgebiet deutliche Zugänge bei den Spareinlagen.

Essen.. Trotz anhaltender Zinsflaute und tiefgreifender Turbulenzen im europäischen Finanzsektor stehen die regionalen Geldinstitute des Ruhrgebiets offenbar gut da. Die Sparkassen und Genossenschaftsbanken der Region lagen auch 2014 weiter auf Wachstumskurs und ­können sich einer nach wie vor ­hohen Sparquote ihrer Kunden erfreuen – obwohl es auf Spareinlagen fast kaum noch Zinsen gibt.

Auch das Kreditgeschäft boomt – angesichts des historisch niedrigen Zinsniveaus nicht ganz über­raschend. Das weit verzweigte Filialnetz der Sparkassen und Genossenschaftsbanken soll auch in Zukunft Bestand haben. Das ergab eine WAZ-Recherche.

„Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung im vergangenen Jahr“, sagt ein Sprecher der Volksbank ­Bochum-Witten und bringt damit auf den Punkt, was derzeit fast überall aus den Geldhäusern zu hören ist.

Sparkasse Essen mit 53 Filialen

So konnte die Sparkasse Essen ­ihre Kundeneinlagen innerhalb eines Jahres um über vier Prozent auf 5,8 Milliarden Euro steigern. Die Bilanzsumme der sechstgrößten NRW-Sparkasse (300 000 Kunden, 53 Filialen, 1500 Mitarbeiter) kletterte um 1,3 Prozent auf rund acht Milliarden Euro. Die Kreditbewil­ligung stieg um 7,6 Prozent. Auch die Essener Geno-Bank legte zu. Die Kundeneinlagen stiegen auf knapp 800 Millionen Euro.

Bei der Sparkasse Dortmund ­stiegen die Kundeneinlagen um 2,5 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro, das Kreditvolumen wuchs um 6,6 Prozent. Die Dortmunder Volksbank legte sogar den höchsten Zuwachs bei den Kundeneinlagen in der Geschichte der Bank vor:

Um 8,4 Prozent auf erstmals über fünf Milliarden Euro wuchs die Geldmenge, die die Kunden der größten regionalen Genossenschaftsbank in NRW anvertrauten. Zufrieden mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr zeigten sich auch die Sparkassen in Duisburg, Bottrop und Mülheim sowie die Volksbank Ruhr Mitte in Gelsenkirchen.

Vor dem Strukturwandel

Auch die im Revier stark vertretene Sparda Bank West blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Die genossenschaftlich organisierte Bank mit 630.000 Kunden konnte 1,5 Prozent mehr Kundengelder binden.

Wasser in den Wein schüttet Bankenexperte Wolfgang Gerke. „Die positive Bilanz ist angesichts der ­guten Konjunktur nicht verwunderlich“, sagte Gerke der WAZ. Den Regionalbanken stehe ein einschneidender Strukturwandel erst noch ­bevor.