Das aktuelle Wetter NRW 16°C
Banken

Sparda-Bank West bleibt auf Wachstumskurs

24.01.2013 | 20:46 Uhr
Sparda-Bank West bleibt auf Wachstumskurs
Die Zentrale der Sparda-Bank West am Düsseldorfer Hauptbahnhof.

An Rhein und Ruhr.   Genossenschaftliches Institut profitiert vom Immobilienboom und will der Konkurrenz weiter Kunden abwerben. Gewinnorientierung, aber keine Gewinnmaximierung, so die Devise der Bank, die von Düsseldorf aus NRW-weit 71 Filialen betreibt

Der Krisenstimmung in den großen deutschen Privatbanken stellt die genossenschaftliche Sparda-Bank West eine Rekordbilanz entgegen und will weiter wachsen – vor allem auf Kosten der Konkurrenz. Erstmals übersprang der Umsatz des vor gut zehn Jahren aus den Sparda-Banken Essen, Köln und Wuppertal hervorgegangenen Instituts im vergangenen Jahr die Marke von 8 Milliarden Euro, berichtete Vorstandschef Jürgen Thurau am Donerstag in der Düsseldorfer Zentrale, von wo aus die 71 Filialen zwischen Wesel, Hamm, Warburg, Siegen, Bonn und Aachen geführt werden. Ihr Vorsteuer-Ergebnis konnte die Bank auf 105,4 Millionen Euro fast verdoppeln. Dies allerdings vor allem aufgrund guter Geschäfte mit den eigenen Geldanlagen, wie Thurau einräumte.

Das operative Ergebnis der Bank ging um ein gutes Drittel auf 57,7 Millionen Euro zurück. Das niedrige Zinsniveau und „Kampfkonditionen“ der Mitbewerber hätten die Margen geschmälert, so Thurau. Der knallharte Wettbewerb am Markt für Tages- und Festgelder habe indes nicht dazu geführt, dass Kunden ihr Geld zur Konkurrenz verschoben hätten – im Gegenteil, so Thurau: „Bei den Kundeneinlagen verzeichnete die Bank ein Plus von 272 Millionen Euro oder 3,9 Prozent.“

Baufinanzierungsgeschäft boomt

Im Gegensatz zum rückläufigen Geschäft mit Verbraucherkrediten boomt bei der Sparda-Bank West derzeit das Baufinanzierungsgeschäft. „Angesichts der niedrigen Zinsen und der allgemeinen wirtschaftlichen Situation investieren wieder viele Kunden in ,Betongeld’“, sagte Thurau. In diesem Sog sei sein Haus „zu einem der am schnellsten wachsenden Finanzierer von Wohneigentum in Nordrhein-Westfalen geworden“. In 2012 sei der Bestand an Immobilienkrediten um 4,7 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro gestiegen. Im laufenden Jahr erwartet Thurau ein weiteres Plus von acht Prozent. „Unser Ziel, Nummer 1 bei Baufinanzierungen in NRW zu werden, rückt beständig näher“.

Das Wohnbau-Projekt „Rüttenscheider Höfe“Foto: Thomas Nitsche

Zunehmend setzt die Bank beim Thema Immobilien auf ein „Alles-aus-einer-Hand“-Konzept. Die hauseigene Tochter Viantis erstellt nicht nur Wertgutachten, sondern engagiert sich zunehmend auch als Bauträger. In Essen wurden im Dezember 41 Wohnungen im Projekt „Rüttenscheider Höfe“ an die Eigentümer übergeben. Ein weiteres Projekt ist im Düsseldorfer Zooviertel geplant.

Keine Gewinnmaximierung

Genossenschaftsbank mit Tradition
Genossenschaftsbank mit Tradition

Aus drei Anfang des 20. Jahrhunderts von Eisenbahnern gegründeten „Spar- und Darlehenskassen“ entstand 2002 die Sparda-Bank West.

In 71 Filialen und der Düsseldorfer Zentrale beschäftigt die Bank derzeit rund 900 Mitarbeiter

2013 soll eine Filiale in Düsseldorf-Kaiserswerth hinzukommen.

Die Bank arbeite gewinnorientiert, strebe als genossenschaftliches Institut aber keine Gewinnmaximierung an, betonte Thurau. Er setzt weiter auf ein konstantes Wachstum – auch bei der Zahl der Kunden. Sie stieg 2012 erstmals auf über 608 000. Unterm Strich gewann die Bank binnen Jahresfrist knapp 14 000 Kunden hinzu – ein Plus, das im gesättigten Markt für Finanzdienstleistungen auf Kosten der Wettbewerber geht. Die Hälfte der Neukunden komme von den Sparkassen, sagte Thurau. „Und immer, wenn irgendein großes deutsches Institut in die Schlagzeilen gerät, öffnet das bei uns auch die Türen.“

2013 will die Sparda-Bank West 30 500 weitere neue Kunden hinzugewinnen. Eines der Zugpferde dabei sei nach wie vor das kostenlose Girokonto, das die Bank anbietet. Zudem seien zuletzt 70 Prozent der neuen Kunden „auf den Ratschlag eines Bestandskunden hin zu uns gekommen“, sagte Thurau. So könne man als Bank „auch ohne große Marketingbudgets bestehen“.

Thomas Rünker



Kommentare
Aus dem Ressort
Keine Einigung im Kyrill-Streit zwischen NRW und Sägewerk
Orkanschäden
Nach dem Orkan "Kyrill" Anfang 2007 hatte NRW einen Holzliefervertrag mit einem Tiroler Sägewerk geschlossen — aber der kann nicht erfüllt werden. Jetzt wird es auf viele Millionen Euro Schadenersatz verklagt. Der Fall ist vertrackt.
Steuereinnahmen bleiben in NRW weit unter dem Plan
Finanzen
Statt 5,2 Prozent nur 0,4 Prozent: Die Steuereinnahmen in NRW sind im ersten Halbjahr weit weniger gestiegen als erwartet. Den enttäuschenden Anstieg führt Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) auf Einbußen der Energie-Unternehmen zurück.
Inflation bleibt auf niedrigstem Stand seit vier Jahren
Preisentwicklung
Der Preisauftrieb in Deutschland hat sich trotz schwächelnder Konjunktur im August nicht weiter abgeschwächt. Die Verbraucherpreise lagen wie schon im Juli nur um 0,8 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Verbraucher können sich weiter über billigeres Heizöl und Benzin freuen.
Gespräche gescheitert - Germanwings-Piloten streiken Freitag
Flugverkehr
Die Verhandlungen mit den Lufthansa-Piloten sind nach Angaben des Unternehmens vom Donnerstag gescheitert. Das heißt: Am Freitag wird bei der Airline Germanwings gestreikt. Die Gewerkschaft Cockpit hatte dies am Morgen für den Fall von ergebnislosen Gesprächen angekündigt.
Mieten-Krise - Kaufhof-Idee in Mülheim scheitert
Innenstadt
Die Idee, dass die Stadt Mülheim durch Mietzusagen Investoren für den Neubau am Kaufhof-Standort lockt, hat die Stadt nun ad acta gelegt. Denn Gutachter sind zum Schluss gekommen, dass sich die Idee nicht lohnt. Die Mieten-Krise in der Innenstadt ist als Ursache für das Scheitern ausgemacht.
Umfrage
Ein Landtags-Abgeordneter der Grünen hat in Dortmund Zigarettenplakate überklebt — eine Straftat. Meinen Sie auch, dass Tabakwerbung komplett verboten werden muss?

Ein Landtags-Abgeordneter der Grünen hat in Dortmund Zigarettenplakate überklebt — eine Straftat. Meinen Sie auch, dass Tabakwerbung komplett verboten werden muss?