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Spanischer Stresstest mit beruhigendem Ergebnis für die Eurozone

28.09.2012 | 19:28 Uhr

Aufatmen in der Eurozone: Der Stresstest des spanischen Bankensystems hat gezeigt, dass die zur Stabilisierung vorgehaltenen 100 Milliarden Euro locker ausreichen müssten. Nach Ansicht der internationalen Experten sind höchstens 59,3 Milliarden Euro nötig, um den spanischen Geldhäusern über die Folgen der Finanzkrise hinwegzuhelfen.

Berlin (dapd). Aufatmen in der Eurozone: Der Stresstest des spanischen Bankensystems hat gezeigt, dass die zur Stabilisierung vorgehaltenen 100 Milliarden Euro locker ausreichen müssten. Nach Ansicht der internationalen Experten sind höchstens 59,3 Milliarden Euro nötig, um den spanischen Geldhäusern über die Folgen der Finanzkrise hinwegzuhelfen. "Ich bin beruhigt, dass der tatsächliche Kapitalbedarf des spanischen Bankensektors bei etwas weniger als 60 Milliarden Euro liegt", teilte Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker mit. Es stünde sogar "eine komfortable Sicherheitsreserve" bereit.

IWF, EZB und EU mit Testergebnis zufrieden

Entwarnung signalisierten auch Reaktionen der Europäischen Zentralbank (EZB), des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Kommission. Alle Institutionen hatten an dem Test mitgewirkt - und begrüßten jetzt die Ergebnisse. Der Tenor lautete: Wir wissen jetzt genau, was zu tun ist, und gehen die Aufgabe konzentriert und gemeinsam an. Die Eurozone scheint die Sorge erstmal los zu sein, dass sich in den Büchern der Banken überraschende Milliardenlöcher finden würden. Es muss kein neuer Rettungsschirm aufgespannt oder ein vorhandener erweitert werden.

"Diese sorgfältige und transparente unabhängige Bewertung des Eigenkapitals und der strenge Stresstest werden dazu beitragen, wesentliche und nützliche Differenzierungen bei den Finanzinstitutionen vorzunehmen", sagte IWF-Chefin Christine Lagarde. Sieben Banken waren in dem Test gescheitert, vier von ihnen sind bereits verstaatlicht. Zunächst müsse man den unmittelbaren Geldbedarf der Banken zügig zu decken, hieß es vonseiten der EZB und des IWF - beide Institutionen sicherten der spanischen Regierung Unterstützung zu.

Dem Test zufolge sind 62 Prozent der spanischen Kredite ausreichend abgesichert - auch das ist in den turbulenten Zeiten eine klare Botschaft an die Märkte. Da von dem Bankensystem also zunächst keine neuen Hiobsbotschaften mehr kommen sollten, kann sich die Regierung in Madrid wieder darauf konzentrieren, die Wirtschaft anzukurbeln, die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und sich um die Geldnot der Regionen zu kümmern.

Sparkurs der Madrider Regierung führt zu Protesten

Um einen Hilfsantrag an einen der europäischen Rettungsfonds zu vermeiden - der bedeuten würde, dass von außen Sparbefehle kommen -, will die Regierung Rajoy im kommenden Jahr 40 Milliarden einsparen. Schon jetzt kommt es zu Protesten, die teilweise in Gewalt ausarten, und viele Wähler fühlen sich getäuscht und fordern Neuwahlen. Auch das Beispiel Griechenland zeigt, wie Sparzwang in Wählerfrust umschlagen kann. Doch das sind zunächst einmal innenpolitische Bewährungsproben, die den Euroraum nicht als Ganzes bedrohen. Der wird sein Augenmerk nun wieder auf Athen richten, wo bei den Verhandlungen der Regierungskoalition um ein Sparpaket noch kein Durchbruch erzielt wurde und deshalb dringend benötigte Finanzhilfen nicht ausgezahlt werden können.

dapd

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