Das aktuelle Wetter NRW 17°C
Wirtschaft

Spanische Fluggesellschaft Iberia will 4.500 Stellen streichen

09.11.2012 | 17:41 Uhr
Foto: /AP/ddp images/AP

Mit der Entlassung von fast einem Viertel der Belegschaft und Lohnkürzungen soll die angeschlagene spanische Fluggesellschaft Iberia saniert werden.

Madrid (dapd). Mit der Entlassung von fast einem Viertel der Belegschaft und Lohnkürzungen soll die angeschlagene spanische Fluggesellschaft Iberia saniert werden. Das Unternehmen will angesichts von Millionenverlusten 4.500 Stellen streichen, um die Arbeitsplätze der übrigen 15.500 Mitarbeiter zu sichern, teilte die aus der Fusion zwischen Iberia und British Airways entstandene International Airlines Group (IAG) am Freitag mit.

Die Fluglinie verliere in allen ihren Märkten Geld und "verbrennt täglich 1,7 Millionen Euro", sagte der Iberia-Vorstandsvorsitzende Rafael Sánchez-Lozano. "Iberia muss modernisiert werden und sich an das neue wettbewerbsorientierte Umfeld anpassen, da ihre Grundkosten deutlich höher liegen als die ihrer Konkurrenten in Spanien und Lateinamerika." Im Rahmen des groß angelegten Restrukturierungsplans will IAG auch wenig profitable Routen von Iberia einstellen und 25 ihrer Maschinen abstoßen. Zudem sollen Gehälter gekürzt werden.

Die Gruppe verzeichnete für das dritte Quartal 2012 einen Gewinnrückgang um elf Prozent auf 237 Millionen Euro. Der operative Verlust der Iberia im Umfang von 262 Millionen Euro in den vergangenen neun Monaten habe fast den gesamten Gewinn von British Airways (286 Millionen Euro) aufgefressen, hieß es von IAG weiter.

Ultimatum an Gewerkschaften

IAG gab den spanischen Gewerkschaften bis zum 31. Januar Zeit, zu einer Einigung über den Stellenabbau zu kommen. Sollte bis dahin kein Beschluss gefasst worden sein, werde es noch tiefere Einschnitte geben, warnte IAG. Iberia stehe in einem "Kampf ums Überleben".

Der Plan von IAG sei ein Todesurteil für die spanische Fluggesellschaft, sagte der Sprecher der spanischen Pilotengewerkschaft Sepla, Justo Peral, in einem Interview des Radiosenders RNE. "Niemand bezweifelt, dass Iberia restrukturiert werden muss, um sie an die finanzielle Situation anzupassen", doch die angekündigten Schritte kämen einer Demontage der Fluggesellschaft gleich.

Die Piloten der Iberia protestierten zwischen Anfang April und Ende Juli jeden Montag und Freitag, nachdem der Billigflugableger Iberia Express gegründet worden war. Sie befürchteten, dass Teile der 1.600 Pilotenstellen bei Iberia gestrichen würden. Die nun angekündigten Entlassungen treffen ein Spanien, das mit einer schweren Rezession und einer Arbeitslosenquote von über 25 Prozent kämpft.

© 2012 AP. All rights reserved

dapd

Facebook
Kommentare
Umfrage
Die Bundesregierung erwägt, Arzttermine zentral zu vergeben , um lange Wartezeiten zu verhindern. Eine gute Idee?

Die Bundesregierung erwägt, Arzttermine zentral zu vergeben , um lange Wartezeiten zu verhindern. Eine gute Idee?

 
Aus dem Ressort
Historische Turbinen-Technik im Wasserkraftwerk Wickede
Ruhr-Kraftwerk
Das Wasserkraftwerk Wickede-Warmen versorgt noch immer 1250 Haushalte mit Strom. Es ist schon lange ein Industriedenkmal, von denen es viele an der Ruhr gibt. Die Anlage arbeitet mit einer Original-Turbine und einem Original-Generator aus dem Baujahr 1911. Die Wassermenge steuert der Ruhrverband.
Pläne für ein Russland Werk zurückgestellt
Autoindustrie
Arndt G. Kirchhoff, geschäftsführender Gesellschafter von Kirchhoff Automotive und Präsident der Metallarbeitgeber NRW, unterstützt die Sanktionen gegen Russland: „Politik und Industrie sind einhellig dafür. Natürlich akzeptieren wir das Primat der Politik und die Tatsache, dass wir für eine gewisse...
Verfahren gegen Ex-AVU-Vorstand eingestellt - Bongers zahlt
Geldstrafe
Die Akte Dr. Bongers ist zugeklappt. Der ehemalige Technische Vorstand der AVU zahlt eine hohe vierstellige Geldbuße, womit das Verfahren gegen ihn eingestellt wird. Was an den Vorwürfen dran ist, die der ehemalige Vorstandsfahrer seinem Chef unterstellt hat, wird so wohl nicht mehr aufgeklärt.
„Die Beschäftigungsbasis in Duisburg ist zu gering“
Interview
Jobcenter-Chef Norbert Maul spricht im Interview über fehlende Jobs, Bemühungen im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit von Jugendlichen und Älteren sowie Zuwanderung aus osteuropäischen Ländern, die ist für den Arbeitsmarkt in Duisburg „irrelevant“ ist.
Einkaufen im Sozialmarkt - Rentnerinnen und ihre Altersarmut
Rente
Jahrzehnte lang gearbeitet und doch reicht die Rente hinten und vorne nicht. Zwei Seniorinnen aus Brilon, die anonym bleiben möchten, erzählen von ihrer schwierigen Situation. Darüber, wie sie mit ihrer Scham, im Sozial-Supermarkt einkaufen zu müssen, umgehen, berichten die beiden alten Damen.