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Sony gegen Microsoft – der große Kampf der Konsolen

22.08.2013 | 19:01 Uhr
Sony gegen Microsoft – der große Kampf der Konsolen
Besucher der Spielemesse Gamescom in Köln können die neue Xbox One ausprobieren.Foto: dpa

Köln.   Auf der Gamescom in Köln kann man zum ersten Mal in Europa die neuen Konsolen von Sony und Microsoft ausprobieren. Sie erscheinen erst kurz vor Weihnachten, doch der Kampf um die Kunden hat bereits jetzt begonnen.

Es war nicht immer leicht für Oliver Kaltner in den vergangenen Wochen. Denn der Mann ist Mitglied der Geschäftsleitung von Microsoft Deutschland und verantwortlich für die neue Spielekonsole Xbox One. Pläne für Online-Pflicht, eine nicht abschaltbare Kamera und viele Restriktionen bei der Nutzung gebrauchter Spiele lösten bei Datenschützern und vielen Fans in den USA und Europa einen Sturm der Entrüstung aus und ließen die nahezu zeitgleich erscheinende Playstation 4 bei der Zahl der Vorbestellungen enteilen.

Bis Microsoft die Kehrtwende machte. Kein Zwang mehr, alle Features optional. Jeder Nutzer kann nun selbst entscheiden, was er will. „Wir sind“, glaubt Kaltner, „wieder auf Augenhöhe.“

Von einer Schlappe aber spricht niemand bei Microsoft. Erst recht nicht Kaltner. „Wir haben zugehört“, erklärt er den Sinneswandel. „Und dann schnell nach einer Lösung gesucht, um die Wünsche unserer Kunden zu erfüllen.“ Nur der Preis, der ist geblieben.

Xbox One kostet mit 499 Euro genau 100 Euro mehr als die Playstation

Noch immer kostet die Xbox One mit 499 Euro genau 100 Euro mehr als die Playstation 4. Kaltner nennt das „eine Milchmädchenrechnung“. Im Preis enthalten sei schließlich unter anderem die Bewegungssteuerung Kinect. „So etwas zahlen sie bei anderen extra.“

Jedenfalls ist die Xbox One darauf vorbereitet, mehr zu sein als eine Spielekonsole. Zum Multimedia-Center für die ganze Familie soll sie werden. Vielleicht nicht morgen und nicht übermorgen, aber in Zukunft. „Wir werden auch in Deutschland zahlreiche Entertainment-Inhalte zum Start und in den folgenden Jahren erwarten können.“

Zunächst aber stehen – ähnlich wie bei Sony – die Hardcore-Zocker im Mittelpunkt des Softwareangebots. Gelegenheitsspieler sollen folgen. Nächstes Jahr, die Jahre danach. „Nicht der Sprint im Weihnachtsgeschäft ist wichtig“, sagt Kaltner, „sondern die Langstrecke.“

Für die hat Microsoft nach Kaltners Einschätzung ausreichend Kondition. „Wir haben ein klares Ziel mit der Xbox One“, gibt er sich selbstbewusst. Wir wollen in Deutschland die Nummer eins auf dem Konsolenmarkt werden.“

Playstation macht auch ohne Internet Spaß

Jim Ryan wirkt gut gelaunt. Der Chef der europäischen Playstation-Sparte Sony Computer Entertainment hat auch allen Grund dazu. Es läuft gut für seine Firma. Nach einer umjubelten Playstation-4-Präsentation in Los Angeles stehen die Fans auch in Köln Schlange, um die neue Konsole auszuprobieren. Weltweit, sagt Sony, gibt es bereits eine Million Vorbestellungen.

„Wir sind glücklich“, sagt Ryan, sieht aber keinen Grund, sich zufrieden oder gar arrogant zurückzulehnen. „Wir stehen erst ganz am Anfang.“

Am 29. November soll die Playstation 4 für 399 Euro in Deutschland auf den Markt kommen. Ein Kampfpreis, den viele Branchenkenner für zu niedrig halten, um damit Gewinn zu machen. Ryan mag das nicht bestätigen, spricht lieber von „aggressiver Preispolitik“. Was doch ein wenig an das alte Motto erinnert: Verschenk den Rasierer, verdiene an den Klingen. „Wir denken“, sagt Ryan nur, „sehr langfristig.“

Die PS4 kann Musik und Videos abspielen, aber die Nutzer auch ins Internet bringen. In Deutschland ist Sony dafür eine Partnerschaft mit der Telekom eingegangen. Zusammen wollen sie extrem schnelle Breitbandanschlüsse anbieten, was einige Kritiker schon wieder als Gefahr für die Netzneutralität sehen. Ryan hält sich da bedeckt. Einzelheiten würden noch geklärt. Eines aber stellt er klar. „Wir werden keinen Käufer zu irgendetwas zwingen.“

Konsole richtet sich in erster Linie an die sogenannten „Hardcore-Gamer“

Ist seiner Ansicht nach auch gar nicht nötig. Video hin, Musik her, „in erster Linie“, sagt der Sony-Boss, „ist die PS4 immer noch eine Spielkonsole. Und die muss nicht online sein, um sie vernünftig nutzen zu können.“ Das hat auch ganz praktische Gründe. „Nicht überall sind die Internetverbindungen schon so schnell.“ Die meisten Spiele, versichert Ryan, würden deshalb auch offline „sehr viel Spaß machen“.

Was zum Start der Konsole erhältlich sein wird, richtet sich in erster Linie an die sogenannten „Hardcore-Gamer“, die sich Wochen oder gar Monate in ein Spiel verbeißen können. „Das ist bei jedem Start einer neuen Konsole so“, sagt Ryan. „Es wird aber sehr schnell auch Programme für Gelegenheitsspieler geben.“

Andreas Böhme


Kommentare
25.08.2013
00:16
Sony gegen Microsoft – der große Kampf der Konsolen
von Catman55 | #1

Man will uns weiß machen Kinect kostet 100€ und rechtfertigt deshalb den Mehrpreis Playstation vs XBox? Schwach. So wird die Xbox weiter schwächeln....

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