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Energiewende

Solarbranche rebelliert gegen Kürzung der Förderung

23.02.2012 | 16:03 Uhr
Solarbranche rebelliert gegen Kürzung der Förderung
Demonstranten protestieren am Donnerstag vor der Bundespressekonferenz in Berlin gegen die Kürzung der Solarstromförderung durch die Bundesregierung. Foto: dapd

Berlin.   Die schwarz-gelbe Bundesregierung will die Solarförderung drastisch einkürzen und hat damit die Solarindustrie gegen sich aufgebracht. Die geplanten Einschnitte gefährdeten Zehntausende Arbeitsplätze, warnt die Branche. Kritik kam auch von Gewerkschaften und Umweltschützern.

Die deutsche Solarindustrie macht Front gegen die Regierungspläne zur Kürzung der Solarförderung und sieht die Energiewende in Gefahr. „Nun soll dem Solarstrom der Stecker gezogen werden“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW), Carsten Körnig, am Donnerstag in Berlin. Die Regierung plane ein „Solar-Ausstiegsgesetz“. Zudem gefährdeten die Einschnitte „viele zehntausend Arbeitsplätze“, erklärte Körnig.

Bundesweit protestierten nach Angaben des Verbands tausende Beschäftigte von 50 Solarfirmen gegen die angekündigten Kürzungen. Im Berliner Regierungsviertel kamen rund 100 Demonstranten zusammen. Kritik an den Regierungsplänen kam auch von Gewerkschaften und Umweltschützern.

Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) hatten sich nach monatelangem Tauziehen auf ein Paket für Kürzungen bei der hoch subventionierten Solarenergie geeinigt, das bereits kommende Woche vom Kabinett beschlossen werden soll. Hintergrund ist ein Boom mit Überproduktion in der Solarbranche.

Massenprotest gegen Kürzungen

In Deutschland gingen nach vorläufigen Berechnungen der Bundesnetzagentur 2011 Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von rund 7.500 Megawatt neu ans Netz, so viel wie nie zuvor. In diesem und im nächsten Jahr sollen nun Anlagen mit einer Gesamtleistung zwischen 2.500 und 3.500 Megawatt in Betrieb gehen.

Betreiber von Solarstromanlagen erhalten nach den Plänen der beiden Minister künftig nur noch zwischen 13,5 Cent und 19,5 Cent pro Kilowattstunde Solarstrom. Die höchsten Sätze gelten für kleine Anlagen bis zehn Kilowatt installierter Leistung, die geringsten für große Anlagen bis 10 Megawatt Leistung. Größere Solarparks erhalten gar keine Förderung mehr.

Gewerkschaftsbund will maßvollere Kürzungen

Die Solarwirtschaft hält solche „Radikalkürzungen“ nach der politisch beschlossenen Energiewende mit der Abkehr von der Atomenergie für nicht mehr nachvollziehbar. „Das ist auch weltweit ein ganz schlechtes Zeichen für die Energiewende, denn viele Länder schauen darauf, wie Deutschland das macht“, sagte BSW-Chef Körnig.

Die deutsche Solarindustrie, die auch gegen Billiganbieter vor allem aus China zu kämpfen hat, sei „im Landeanflug zur Wettbewerbsfähigkeit“. „Es ist töricht, jetzt im Landeanflug die Triebwerke zu stark zu drosseln, das riskiert natürlich den Absturz“, sagte er.

Die IG Metall warf der Regierung vor, mit weiteren Kürzungen die Arbeitsplätze in der Solarindustrie leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Das Vorgehen „schaffe vor allem Verunsicherung, aber keine echte Kostenentlastung“, erklärte die Gewerkschaft.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund kritisierte das Ausmaß der vorgesehenen Einschnitte. „Die heute vorgelegten Kürzungspläne gehen eindeutig zu weit“, sagte Vorstandsmitglied Dietmar Hexel. Die Solarindustrie in Deutschland müsse gehalten und entwickelt werden.

Nach Ansicht des Umweltschutzverbands NABU sind die Pläne „eine Vollbremsung - und zwar sowohl für die Umsetzung der Energiewende als auch für wichtige Zukunftsmärkte“. Mit den Vorschlägen der beiden Bundesminister würden die Energiewende massiv erschwert und zigtausende Arbeitsplätze in der Solarbranche gefährdet. (dapd)

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Kommentare
01.03.2012
11:47
Solarbranche rebelliert gegen Kürzung der Förderung
von bibabulla | #10

Sinn der Energiewende ist es ja aus Kombination von Sonne , Wind , Biomasse, Speicherkraftwerke möglichst dezentral ein funktionierendes System auf die Beine zu stellen , welches das alte System der konventionellen Energieerzeugung ablöst.

Anfangs entstehen natürlich Kosten, nur dieses System wird im laufe der Zeit , je weiter es entwickelt ist , immer günstiger werden, muß es schliesslich auch , weil es ausserhalb von Deutschland noch einige geben wird , die auf Kosten der Umwelt und der nachfolgenden Generationen ihren Strom erzeugen und versuchen diesen zu verkaufen.

24.02.2012
19:44
Solarbranche rebelliert gegen Kürzung der Förderung
von Meierdrei | #9

Jeder Arbeitsplatz in der Solarbranche kostet den Steuerzahler 150.000 € pro Jahr.

Die Installation, eines zweiten Stromerzeugungs-Systems mit Sonne und Wind, mit Zusatznetzen und ohne Speicheraussichten, zusätzlich zu einem bisher ausreichenden und sicher funktionierenden System, muss doch logischerweise die Strompreise mehr als verdoppeln oder ist Rechnen nun auch fiese Kritik?

Thyssen trennt sich vorsorglich schon von den Edelstahlwerken, wo jeder Lichtbogenofen Strom in der Menge einer mittleren Stadt zieht, die Metallhersteller entlassen und die anderen Branchen werden ebenfalls nicht mehr in dem ökirrsinnigen Land bleiben können, wenn sie nicht Pleite gehen wollen. Aber den Radfahrern der Grünen, denen die Sprittpreise und Strompreise nicht hoch genung sind, wer geht denen in ihren fettlebe Jobs beim Staat mal an den Kragen und zieht sie persönlich für das, was sie wie Sabotage anrichten, zur Veranwortung, wer?

24.02.2012
13:05
Solarbranche rebelliert gegen Kürzung der Förderung
von Neusser | #8

Der Anstieg der Solarstromproduktion kostet Bürgern und Unternehmer viel Geld, ja viel zu viel. Bei den Milliarden Subventionen, die die Stromverbraucher aufzubringen haben, verteuert sich der Strom viel zu sehr. Die Photovoltaik hat nur einen Anteil an der deutschen Stromproduktion von 1,9 %. Hunderttausende von Haushalten wurde bereits der Strom abgeschaltet, weil sie den teuren Strom nicht mehr bezahlen können. Deshalb hätte die Kürzung viel stärker ausfallen müssen.

24.02.2012
11:44
Endlich!
von xxyz | #7

Natürlich gibt es Proteste der Solar-Bonzen, die sich auf Kosten der ärmsten Teile der Bevölkerung eingesichertes Einkommen verschafft haben.

In ein paar Jahren sind auch die Solar-Anlagen konkurrenzfähig. Irgendwo muss die Überkapazität ja hin.

24.02.2012
10:46
Solarbranche rebelliert gegen Kürzung der Förderung
von comptur | #6

Der Solarstrom bringt mehr Schaden als Nutzen. Da er nicht planmäßig zur Verfügung steht müssen Reservekraftterke ständig unter Dampf gehalten werden.
Diese Zusatskosten werden bei den ohnehin schon hohen Erzeugungskosten des Solarstoms nicht berücksichtigt.
Hinzu kommt, daß kein Versorger mit viel Solarstrom in seinem Netz eine zuverlässige Prognose für den Stromeinkauf erstellen kann.
Was die Arbeitsplätze der Solarindustrie betrift, die gehen in anderen Branchen durch den erhöhten Strompreis um das zigfache verloren..
Auch noch die technischen Probleme, die der Solarstrom verursacht, möchte ich nicht näher eingehen. Auf jeden Fall wird das Netz instabiler.

24.02.2012
10:39
Solarbranche rebelliert gegen Kürzung der Förderung
von ichglaubannichts | #5

Die Photvoltaik-Technologie ist in Deutschland die ineffiziente Art von den Erneuerbaren Energien, wird aber am stärksten geförder.
Auf ihr entfallen mehr als 55% der gesamten Ökostrom-Subventionen bei nur 20% der geförderten Energie.
Sogar der Nutzen fürs Klima ist unter "Klimagesichtspunkten" eine glatte Fehlinvestition und reine Geldverschwendung.
Letztendlich zahlen sogar Hartz-IV Empfänger für diese Unsinnigen Anlagen.


Glück auf!!

23.02.2012
21:22
Solarbranche rebelliert gegen Kürzung der Förderung
von meinemeinungdazu | #4

Dass Subventionen auch einmal zu Ende gehen müssen, ist doch klar. Leider werden bereits heute die Solarimporte aus China im höchsten Maß subventioniert, mit deutschen Steuergeldern und deutschen hohen Energiepreisen. Dieser Kreislauf muss durchschlagen werden. Sonnenenergie kann sich auch ohne Subventionen rechnen. Diese waren von vornherein viel zu hoch. Das Geschrei wegen der Arbeitsplätze ist so ein Hohn und macht immer wieder Schule, auch wenn es falsch ist.

23.02.2012
21:08
Solarbranche rebelliert gegen Kürzung der Förderung
von Raintier | #3

Die Solarbranche... ich würde ja verstehen, wenn die Förderung in Solarmodule aus Deutschland gebuttert würde. Aber wie es derzeit ist, kauft man Module in China. Deutsche Steuergelder für Deutsche Module!

23.02.2012
17:36
Solarbranche rebelliert gegen Kürzung der Förderung
von Sommerlich | #2

PS: Ich bin ein Kind der Neunziger und somit in der misslichen Lage alle Rechtschreibformen gekonnt umgangen zu haben.
Daher bitte ich um Entschuldigung fuer jedliche Rechtschreib und Gramatikfehler.
Schoenen Abend Noch ;D

23.02.2012
17:34
Solarbranche rebelliert gegen Kürzung der Förderung
von Sommerlich | #1

Zum einen merkt man doch den Wahnsinn in der Sache, Windreader werden weiter zu hauf gefoerdert und noch dazu koennen sich Grosskonzerne schoen daran beteiligen.
Bei Solaranlagen ist das anders in den lezten Jahren wurde der Markt systematisch zerstoert. Obwohl von Politischerseite immer hiesse wir wollen foerden und Herr Roesler war mit einer der groessten Foerderer.
Doch jetzt kommt der Knackpunkt der ganzen Seite, der Strompreis ist in den lezten Jahren soweit gestiegen dass wenn es nur ein wenig weiter geht der Punkt erreicht ist ab dem der Solarproduzent selbst ohne Zwischenheandler Staat einen Gewinn machen kann und das mit Gruener Energie. Daher auch das extreme Ausbremsen der Kleinfirmen, Vater Staat will doch nicht das Oligopol der "GruenStromriesen" EON RWE etc. zerstoeren. "Betreiber von Solarstromanlagen erhalten nach den Plänen der beiden Minister künftig nur noch zwischen 13,5 Cent und 19,5 Cent pro Kilowattstunde Solarstrom." Jo die Flitzpiepen das ist unterm Marktwert

2 Antworten
Solarbranche rebelliert gegen Kürzung der Förderung
von kuba4711 | #1-1

Sehr gut erkannt.
Rechtschreib-Fehler vermeiden ist eine Sekundärtugend dagegen!
Der Inhalt ist maßgeblich !
Und dieser zeigt ,dass Sie zu eigenständigem Denken in der Lage sind !
Dies ist entscheidend!
Gruss

Solarbranche rebelliert gegen Kürzung der Förderung
von joergel | #1-2

Wenn die garantierten Preise für die Einspeisung von Solarstrom unter dem Marktwert liegen würden, müßten die Kosten die die Verbraucher für das EEG aufbringen logischerweise um mindestens die Hälfte gekürzt werden, denn:
"Wenn von zwölf Milliarden Euro der EEG-Umlage sechs Milliarden Euro für die Photovoltaik ausgegeben werden bei drei Prozent Stromproduktion, ist klar, dass man noch einmal über die Wirtschaftlichkeit nachdenken muß."
http://www.derwesten.de/nachrichten/wenig-applaus-fuer-subventionskuerzung-bei-der-solarenergie-id6394407.html

Dummerweise geht es aber lediglich um die Stabilisierung des mittlerweile 20 prozentigen Anteils des EEG an den Stromkosten...

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