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Solarenergie

Solaranlagenhersteller Solarworld plant gravierende Einschnitte

25.01.2013 | 07:20 Uhr
Solaranlagenhersteller Solarworld plant gravierende Einschnitte
Nach einer Serie von Pleiten in der Solarbranche kommen auf Solarworld schwere Einschnitte zuFoto: dapd

Bonn.   Der schwer angeschlagene Solaranlagenhersteller Solarworld steht offenbar stark unter Druck. Nach einer externen Überprüfung der Finanzplanung für die kommenden Jahre geht Solarworld davon aus, dass "gravierende Einschnitte" notwendig sind.

Die Krise der Solarbranche bringt Solarworld immer stärker in Bedrängnis. Angesichts der wettbewerbswidrigen Marktbedingungen gehe der Vorstand davon aus, dass "gravierende Einschnitte bei den Verbindlichkeiten der Gesellschaft, insbesondere den ausgegeben Anleihen und Schuldscheindarlehen notwendig sind", teilte das Bonner Unternehmen am Donnerstagabend nach Börsenschluss mit.

Die erforderliche finanzielle Restrukturierung und notwendige Maßnahmen operativer Art dürften aber wohl im Interesse aller umgesetzt werden können, daher bestehe eine positive Fortführungsprognose für das Unternehmen, hieß es weiter.

Aktie verlor am Abend fast 5 Prozent

Details zu konkreten Maßnahmen und den Einschnitten bei den Anleihen und Schuldscheinen wurden in der Mitteilung nicht genannt. Bei Solarworld war am Abend niemand mehr   für eine Stellungnahme zu erreichen. Die im TexDax notierte Aktie verlor am Abend in Frankfurt nach dem Ende der Kernhandelszeit 4,76 Prozent.

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Wegen des Preisverfalls war das Unternehmen im dritten Quartal noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht und hatte einen Verlust von rund 69 Millionen Euro erlitten. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern einen deutlich sinkenden Umsatz sowie einen hohen operativen Verlust. Um gegenzusteuern hatte Solarworld angekündigt, sein Sparprogramm auszuweiten. Die Jahreszahlen will das Bonner Unternehmen am 21. März vorlegen.

Als Schuldige für die Misere der Branche hat Solarworld Vorstandschef Frank Asbeck seit langem die Konkurrenz aus China ausgemacht. "Derzeit können auch diejenigen Solarhersteller nicht profitabel sein, die ihre Kosten gut im Griff haben", schrieb Asbeck im November. "Dumping und unzulässige Subventionen haben die nachhaltig gewachsene Solarindustrie massiv geschädigt und in Teilen sogar zerstört." (dapd/dpa)


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