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So ist die Lage der wichtigsten Revier-Konzerne in 2016

01.01.2016 | 16:00 Uhr
So ist die Lage der wichtigsten Revier-Konzerne in 2016
Neues Firmenlogo, alte Stahl-Probleme: Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger vor der Konzernzentrale in Essen.Foto: Roland Weihrauch/dpa

Die Lage Anfang 2015  Von den Sorgen der Energieriesen bis zum Existenzkampf von Karstadt – die wichtigsten Konzerne im Ruhrgebiet haben ein bewegtes Jahr hinter und ein schwieriges vor sich.

RWE

Die Lage Anfang 2015

Extrem angespannt: Der Energieversorger RWE steht unter Druck. Nachdem der Düsseldorfer Konkurrent Eon einen radikalen Neustart verkündet hat, mehren sich in Essen die kritischen Fragen nach der Zukunft des Unternehmens. Während sich Eon aufteilt und einen Konzern für das Zukunftsgeschäft formt, setzt RWE-Chef Peter Terium weiterhin auf die ganze Palette der Energiewirtschaft – mit Stromerzeugung durch große Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke sowie erneuerbare Energien, mit einem Netzgeschäft und Vertrieb. Aber im klassischen Kraftwerksgeschäft häufen sich die Probleme.

Die Lage Anfang 2016

Noch immer angespannt, aber mit viel neuem Optimismus: Denn nun steht auch RWE vor einem Neuanfang. RWE gründet eine neue Tochterfirma für das Zukunftsgeschäft mit Ökoenergie, Netzen und Vertrieb. Bis zu 49 Prozent dieser Newco sollen verkauft werden, mit dem Erlös will Terium Windparks und große Solarprojekte bauen. Der alten RWE droht freilich neues Ungemach: So hat Bundesumweltministerin Hendricks (SPD) die Debatte über einen früheren Ausstieg aus der Braunkohle neu entfacht.

Eon

Die Lage Anfang 2015

Aufbruchstimmung: Die Spaltung von Eon ist beschlossene Sache, der Dax-Konzern will sich ganz auf erneuerbare Energien, Netzgeschäft und Dienstleistungen konzentrieren. Was mit der Stromerzeugung durch Gas, Kohle und Kernkraft zu tun hat, soll unter dem Namen Uniper ausgegliedert werden. Nach fünf Jahren wäre Eon damit auch die Haftung für seine Akw los.

Die Lage Anfang 2016

Die Euphorie ist gedämpft: Nach Kritik aus der Politik und einer angedrohten Gesetzesänderung verzichtet Eon doch auf die Trennung von den Kernkraftwerken. Ob die Lasten des Atomausstiegs für Eon überschaubar bleiben, entscheidet in Kürze eine Regierungskommission. Davon und vom für Mitte 2016 geplanten Börsengang der Uniper hängt ab, ob es ein gutes Jahr wird.

Karstadt

Die Lage Anfang 2015

Bedrohlich: Der neue Karstadt-Chef Stephan Fanderl hat nach der Übernahme des taumelnden Traditionskonzerns durch den österreichischen Investor René Benko zunächst die Schließung von sechs Häusern durchgesetzt und angekündigt, weitere Filialen auf den Prüfstand zu stellen, die Rede ist von 28 defizitären Standorten. Die Beschäftigten bangen um ihre Jobs. Im Frühjahr gibt es nach Karstadt-Angaben 960 Kündigungen, weitere rund 1400 Stellen werden sozialverträglich abgebaut. Zudem wird im Mai die Schließung weiterer fünf Häuser bekannt gegeben, was die Zahl der Betroffenen erhöhen wird.

Die Lage Anfang 2016

Besser: Es hat weniger Kündigungen und auch weniger Filialschließungen gegeben als befürchtet. Die Häuser in Mönchengladbach, Dessau und Neumünster bleiben erhalten. Aus regionaler Sicht bleiben aber ausgerechnet die beiden Ruhrgebietshäuser in Bottrop und Recklinghausen auf der Schließungsliste übrig. Auch die Zahlen sind besser geworden: Fanderl kann für das Geschäftsjahr 2014/15 erstmals wieder ein kleines operatives Plus melden, im laufenden Jahr soll der erste Nettogewinn folgen. Der Umbau der Filialen zurück zum klassischen Warenhaus mit einem wieder breiteren Angebot soll dazu beitragen.

Vonovia

Die Lage Anfang 2015

Auf Wachstumskurs: Die niedrigen Zinsen beflügeln die Kaufgelüste in der Wohnungswirtschaft. Im März übernimmt die Deutsche Annington den Wettbewerber Gagfah. Das neue Unternehmen, das sich in Bochum eine neue Zentrale bauen will, benennt sich in Vonovia um. Im Oktober setzt der Gigant zum nächsten Großeinkauf an. Vonovia will sich nun auch die Nummer 2 der Branche, die Deutsche Wohnen, einverleiben und zum Marktführer in Europa aufsteigen.

Die Lage Anfang 2016

Abwartend: Der 14-Milliarden-Deal ist noch nicht besiegelt. Bis 26. Januar müssen sich die Deutsche-Wohnen-Aktionäre für oder gegen das Vonovia-Angebot entscheiden.

Thyssen-Krupp

Die Lage Anfang 2015

Leichtes Aufatmen: Vorstandschef Heinrich Hiesinger hat nach drei verlustreichen Jahren die Rückkehr in die schwarzen Zahlen geschafft. Auf der Hauptversammlung betont er aber, der Konzern sei längst „noch nicht über den Berg“. Die Fragen von Investoren nach der Zukunft der Stahlsparte häufen sich, Hiesinger lässt sich nicht darauf ein.

Die Lage Anfang 2016

Aufgeräumt: Thyssen-Krupp sieht anders aus – die offizielle Schreibweise lautet „thyssenkrupp“ und erinnert an eine E-Mail-Adresse, das alte wuchtige Logo mit „Klingelknopf und Stahlbramme“ ist einem eleganteren gewichen. Auch für 2016 liegen die Hoffnungen vor allem auf den Technologiesparten, der Ausblick für Stahl bleibt düster.

Metro/Kaufhof

Die Lage Anfang 2015 Erfolgreich: Seit langem wurde darüber spekuliert, dass sich der Handelsriese Metro von der durchaus profitablen Warenhauskette Kaufhof trennen würde. Im Sommer ist es dann so weit: Für 2,8 Milliarden Euro geht Kaufhof an das nordamerikanische Handelsunternehmen Hudson’s Bay. Verlierer des Bieterverfahrens ist Karstadt-Eigentümer René Benko, der seinen Plan zur Gründung der Deutschen Warenhaus AG erst einmal abhaken kann.

Die Lage Anfang 2016 Optimistisch: Mit dem Kaufhof-Erlös in der Kasse will Metro-Chef Olaf Koch auf Einkaufstour gehen und die Verschuldung drücken. Die guten Zahlen der Elektronikkette Media Saturn helfen ihm dabei.

Kaiser’s Tengelmann

Unklar: Im Januar ist Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub noch optimistisch, dass das Kartellamt seinen Plan, die 451 Kaiser’s Tengelmann-Supermärkte an Edeka zu verkaufen, genehmigen wird. Doch Ende März senken die Wettbewerbshüter Zugeständnisse den Daumen und untersagen wegen einer drohenden Marktbeherrschung die Fusion.

Die Lage Anfang 2016
Ebenso unklar: Die 16 000 Mitarbeiter müssen weiter bangen. Sigmar Gabriel, dessen Entscheidung für eine Ministererlaubnis bereits für den Spätsommer erwartet worden war, lässt sich viel Zeit. Gerüchteweise neigt er dazu, Edeka zu gestatten, zumindest einen Teil der defizitären Kaiser’s Tengelmann-Filialen zu übernehmen.

Ulf Meinke/Frank Meßing/Stefan Schulte

Kommentare
04.01.2016
01:19
So ist die Lage der wichtigsten Revier-Konzerne in 2016
von MarioausKoeln | #4

Ist schön zu hören das es den Konzernen besser geht. Ich wünsche im Ruhrgebiet aber noch eine grössere Anzahl von anderen nicht Handels,Energie oder...
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http://www.derwesten.de/wirtschaft/so-ist-die-lage-der-wichtigsten-revier-konzerne-in-2016-id11421691.html
2016-01-01 16:00
Wirtschaft