Skurrile Geräte buhlen mit "Galaxy S6 Edge" um Messepublikum

Beim "Mobile World Congress" wurden neben dem neuen Galaxy S6 Edge auch mobile Gadgets wie Smartwatches vorgestellt.
Beim "Mobile World Congress" wurden neben dem neuen Galaxy S6 Edge auch mobile Gadgets wie Smartwatches vorgestellt.
Foto: Getty
Was wir bereits wissen
Beim "Mobile World Congress" geht's um weit mehr als nur um Smartphones: Auf der Messe in Barcelona stellen Technikfirmen auch skurrile Gadgets vor.

Barcelona.. Unsere Smartphones sind längst nicht mehr die einzigen Geräte mit Internet-Zugang: Auch Zahnbürsten, Armbänder und Glühbirnen funken ins Netz. Zu Beginn der Mobilfunkmesse "Mobile World Congress" in Barcelona stellten viele Unternehmen ihre neuesten Gadgets vor. Während einige verspielt und manche nützlich sind, könnten andere düstere Vorstellungen von Allzeit-Überwachung auslösen.

Das Hauptinteresse der Messebesucher galt aber erstmal dem neuen Samsung Galaxy S6. Das Unternehmen stellte die beiden Modelle seines neuen Top-Smartphones in den Fokus. Star der Show war das S6 Edge, bei dem an beiden Seiten das Display um die Kanten nach unten gebogen ist. Neben dem Gestaltungsaspekt bietet eine der Seiten auch Platz für spezielle Funktionen: So lässt sich bei einem eingehenden Anruf an einem an der Seite aufleuchtenden Farbstreifen erkennen, wer der Anrufer ist. Auch Nachrichten oder das aktuelle Wetter können über eine Zeile Text an der Seite abgerufen werden.

Samsung Galaxy S6 Edge und neue Smartwatches

Im Mittelpunkt stand auch LG: Das Unternehmen versah seine Computeruhren mit einem Mobilfunk-Anschluss, damit sie ohne Verbindung mit einem Smartphone funktionieren können. Das Modell "Urbane LTE" sei die erste Smartwatch, die den schnellen Mobilfunkstandard unterstütze, betonte LG-Manager Andrew Coughlin. Mit der Smartwatch kann der Nutzer Telefonate annehmen, per Video chatten und SMS empfangen und schreiben. Fitness-Daten können ebenfalls aufgezeichnet werden. Als Betriebssystem dient eine Eigenentwicklung von LG.

Auch die Huawei Watch soll mit ihrem runden Display wie eine hochwertige klassische Uhr wirken. Das Gerät im Edelstahl-Gehäuse läuft mit dem Google-Betriebssystem Android Wear. Die Uhr soll Mitte des Jahres auf den Markt kommen. Damit geben die Chinesen Apple einen Vorsprung: Die Apple Watch kommt voraussichtlich im April in den Handel, Details dürfte es am 9. März geben.

Huawei präsentierte in Barcelona aber auch ein weiteres Gerät für das Handgelenk: Die zweite Version seines "Talkband" – eines Headsets, das man auch als Fitness-Armband tragen kann.

Skurille Gadgets auf dem "World Mobile Congress"

Neben "klassischen" Mobilgeräten wie Smartphones und Smartwatches wurden auf dem "World Mobile Congress" aber auch ungewöhnlichere Gadgets vorgestellt.

Halsketten-Kamera knipst automatisch:

Die Kamera von Acumulus9 wird wie ein Anhänger an einer Kette getragen und nimmt automatisch Fotos und Videos der Umgebung auf. 15 Sensoren messen, wann das Licht vorteilhaft ist und ob sich Personen vor dem Objektiv bewegen. Im Livelogging-Modus wird automatisch alle paar Minuten ein Bild geknipst. "Zu Anfang werden wir uns an Eltern richten", die Fotos ihrer Kinder machen wollen, sagte Acumulus9-Chef Harold Liang. Die Daten der QindredCam werden auf die Rechner des Herstellers hochgeladen. Eine Verschlüsselung sei geplant, in den Testgeräten aber noch nicht vorhanden, sagte Liang. In Deutschland würde eine Kamera, die automatisch Fotos, Videos und Tonaufnahmen der umstehenden Menschen macht, vermutlich an rechtliche Grenzen stoßen.

Glühlampen mit WLAN und Lautsprechern:

Die Glühbirne von Sengled verbreitet nicht nur Licht, sondern auch Internet. Die Lampe fungiert als WLAN-Repeater, der das Signal des Routers in den Raum weitergibt. Andere Birnen der Firma haben eingebaute Lautsprecher, die über Bluetooth Musik abspielen können. Eine WLAN-Birne gibt es ab 50 Euro, die Doppelpackung der Lautsprecher kostet 120 Euro. "Wir wollen eine Million Stück verkaufen", sagt Unternehmenschef Richard He.

Mobilfunk-Messe Zahnbürste mit personalisierter Putz-App:

Sensor-gesteuerte Zahnbürsten gibt es bereits einige. Oral-B will seine Zahnbürste mit App nun noch stärker auf das Gebiss des Einzelnen einstimmen. Denn: "Personalisierung ist sehr wichtig für Nutzer", wie Laura Pacas von dem Mutterkonzern Procter & Gamble sagt. Mit elektrischer Zahnbürste und Smartphone können Nutzer sich beim Zähneputzen beaufsichtigen und auf "Reisen" schicken lassen - so nennt Oral-B die Serien von Putztipps, die beispielsweise zu weißeren Zähnen verhelfen sollen. In der App werden auch Wettervorhersage und Nachrichten eingeblendet, damit es morgens im Badezimmer nicht langweilig wird. Am Ende gibt es Sternchen in Form von Smileys, die man auf Facebook posten kann.

GPS-Armband für Kinder:

"Amigo", Freund, heißt dieses Armband verspielt. Dieser Freund soll immer dabei sein, so stellt es sich Itai Spier vom Hersteller B-On Limited vor. Zielgruppe sind Eltern, die ihre Kinder mit den mit GPS ausgerüsteten Armbanduhren ausstatten sollen. Will ein Kind mit dem Armband einen vorher festgelegten Bereich verlassen, wissen die Eltern sofort Bescheid. "Wir bekommen eine Mitteilung, dass er die sichere Zone verlassen hat", sagte Spier. Weil das Armband auch Schritt-Sensoren eingebaut hat, können Eltern sogar sehen, ob ihr Kind über den Fußballplatz rennt oder in der Sonne sitzt. Für Spier ist das keine ständige Überwachung, im Gegenteil: "Wir erlauben den Eltern und Kindern mehr Freiheit."

Smartphone für Senioren:

Am anderen Ende der Altersgruppen setzt die Firma Emporia an. Sie stellt ein Smartphone für Menschen her, die sich mit Smartphones traditionell schwer tun: Senioren im Alter über 65. Das Gerät hat eine extra große Tastatur und läuft mit einer vereinfachten Version des Betriebssystems Android. Bestimmte Apps sind vorinstalliert, etwa WhatsApp für die schnellen Nachrichten. Ab Ende März soll das Smartphone zu haben sein. "Bei den Über-65-Jährigen haben 73 Prozent kein Smartphone, das ist ein großer Markt", sagt Karin Schaumberger von dem österreichischen Hersteller. (dpa)