Siemens erwartet Stagnation und kündigt Stellenabbau an

Siemens will bis 2014 sechs Milliarden Euro einsparen.
Siemens will bis 2014 sechs Milliarden Euro einsparen.
Foto: AP/Uwe Lein
Was wir bereits wissen
Der Konzern hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 5,2 Milliarden Euro Gewinn erwirtschaftet und damit die Erwartungen leicht übertroffen. Vorstandschef Löscher verweist jedoch auf den schrumpfenden Auftragseingang und will daher sechs Milliarden Euro sparen

München.. Siemens erwartet ein Jahr der Stagnation und will gegen den Renditeverfall ansparen. Im neuen Geschäftsjahr 2012/13 werde sich der Umsatz dem Vorjahresniveau annähern, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Für seinen Gewinn aus fortgeführtem Geschäft erwartet das Unternehmen einen Rückgang auf 4,5 bis fünf Milliarden Euro. In dem Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr hat Siemens mit seinen verbleibenden Aktivitäten einen Gewinn von knapp 5,2 Milliarden Euro erreicht und die Erwartungen der Analysten damit leicht übertroffen.

Um bis 2014 auf eine operative Rendite von zwölf Prozent zu kommen, dreht Siemens kräftig an der Sparschraube. Bis dahin wollen die Münchner den Angaben zufolge ihre Kostenbasis um insgesamt sechs Milliarden Euro senken. Das Sparprogramm lässt sich das Unternehmen im laufenden Jahr eine Milliarde Euro kosten. Zudem sollen Teile des Wassertechnikgeschäfts verkauft werden. Wie viele Stellen im Zuge des Sparprogramms abgebaut werden, ließ Vorstandschef Peter Löscher offen.

Auftragseingang um zehn Prozent gesackt

Der Auftragseingang der Gesamt-Konzerns sackte 2012 um zehn Prozent auf 76,9 Milliarden Euro, der Bestand betrug aber 98 Milliarden Euro. Die Zahl der Arbeitsplätze bis Ende September war von 402.000 auf 410.000 gestiegen. Bei Siemens fortgeführt werden 370.000 Arbeitsplätze. So soll auch die Geschäftseinheit Wassertechnik verkauft werden, die Frischwasser aufbereitet sowie Abwasser behandelt und 2012 eine Milliarde Euro Umsatz erzielte. Sie sei aber extrem kleinteilig und habe kaum Gemeinsamkeiten mit dem weltweiten Siemens-Vertrieb.

Stellenabbau Sein Industriegeschäft stärkt Siemens indes mit dem Kauf eines weiteren Softwareanbieters. Die belgische LMS soll für 680 Millionen Euro zum Konzern kommen. Das Unternehmen mit Sitz in Löwen habe in den ersten neun Monaten des Kalenderjahres 2012 einen Umsatz von über 140 Millionen Euro gehabt und beschäftige 1.200 Mitarbeiter. Sie biete Software zum Modellieren, Simulieren und Testen mechatronischer Systeme in Fahrzeugen und Flugzeugen. (dapd)