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Sicherheitsfirmen kritisieren Yahoo nach Passwörter-Klau

13.07.2012 | 14:12 Uhr
Sicherheitsfirmen kritisieren Yahoo nach Passwörter-Klau
Dem Internetkonzern Yahoo wurden etwa 450.000 E-Mail-Adressen und Passwörter gestohlen.Foto: Getty Images/AFP

London/Essen.  Nachdem dem Internetriesen Yahoo tausende Benutzernamen und Passwörter gestohlen wurden, wächst die Kritik: Die Daten lagen unverschlüsselt auf den Konzern-Servern. Auch andere Unternehmen wie AOL, Googlemail und Hotmail waren von der Attacke betroffen.

Nachdem Hacker beim US-Internetkonzern Yahoo rund 450.000 E-Mail-Adressen und Passwörter gestohlen haben, steht das Unternehmen wegen seiner Sicherheitsmaßnahmen in der Kritik. Die US-Sicherheitsfirma Trusted Sec bezeichnete es als "alarmierend", dass die auf einer Yahoo-Subdomain abgelegten Daten nicht verschlüsselt waren.

Zu dem Angriff bekannt hatte sich eine Hackergruppe namens D33D Company, welche die entwendeten Daten auf einer in der Ukraine registrierten Webseite veröffentlichte. Betroffen von der Attacke waren nicht nur Yahoo-Kunden, sondern auch Nutzer von E-Mail-Anbietern wie AOL, Googlemail und Hotmail.

Auf Webseiten wie Should I change my password oder Sucuri Malware Labs lässt sich überprüfen, ob eigene E-Mail-Adressen noch sicher sind. In Deutschland waren zuletzt Nutzer des E-Mail-Dienstes GMX von Hackern angegriffen worden, was zu einer Welle von Spam-Mails führte, die für Diät-Produkte werben.

In Deutschland zuletzt GMX von Hackern geplagt

Bei GMX stand die sogenannte Brute-Force-Methode hinter den erbeuteten Passwörtern, also im Grunde ein simples Ausprobieren von Passwörtern. Bei Yahoo gelang der Hack durch eine sogenannte SQL-Injektion, mit der Datenbanken ausgespäht werden können.

Yahoo bestätigte den Vorfall mittlerweile. "Wir entschuldigen uns bei allen betroffenen Nutzern", hieß es in einer Stellungnahme. Man werde die Sicherheitslücke so schnell wie möglich schließen. Von den gestohlenen Passwörtern seien viele schon nicht mehr gültig gewesen, so Yahoo.

Online-Magazine wie "TechCrunch" haben die Liste der veröffentlichten Passwörter unterdessen ausgewertet. Demnach vertrauen immer noch viele User auf Passwort-Lösungen wie "password" oder "123456". Verbraucherschützer empfehlen, kryptische Mischungen aus Groß-, Kleinbuchstaben und Zahlen zu verwenden sowie für unterschiedliche Dienste auch unterschiedliche Passwörter zu nutzen. (dapd)


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