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Einkaufstrend

Showrooming – Wenn man in einem Geschäft nichts kaufen kann

02.04.2013 | 17:31 Uhr
Showrooming – Wenn man in einem Geschäft nichts kaufen kann
Blusen einmal anfassen und probieren, bevor man sie online kauft, das ist das Konzept des Showroomings.Foto: Getty

Essen.  Es klingt absurd: Ein Laden, in dem man nichts kaufen kann. Doch Online-Marken wollen neue Kunden werben und gehen dafür an Standorte in bester Lage. Sie stellen ihre Ware aus, verkaufen sie aber nur online. Im Einzelhandel findet gerade eine kleine Revolution statt - das Showrooming ist ein Trend.

Ein Shop, in dem man nichts kaufen kann. Das klingt zunächst einmal absurd. Doch dahinter steckt eine ausgeklügelte Strategie. Online-Marken wollen neue Kunden werben und gehen dafür gezielt an Standorte in bester Lage.

Im Einzelhandel findet gerade eine kleine Revolution statt. Die Händler in der klassischen Fußgängerzone kämpfen wegen der Zalandos und Amazons dieser Welt um ihre Existenz. Doch auch der gegenläufige Trend ist erkennbar: Firmen, die bisher nur im Internet vertreten waren, streben in die Einkaufsstraßen.

Der neue Trend hat auch einen Namen: Showrooming. Dabei werden Waren zwar in einem Geschäft präsentiert, der Käufer kann sie anfassen oder anprobieren. Gekauft wird aber später online.

Wie groß das Bedürfnis beim Kunden ist, eine Kamera, ein Handy oder auch eine Hose vor dem Kauf zu sehen, sich beraten zu lassen, erkennen Ladenbesitzer bereits heute – zu ihrer Verärgerung. Sie nennen es häufig „Beratungsklau“, wenn der Kunde zwar die Fachberatung in Anspruch nimmt, später aber woanders kauft - gerne online. „Das ist natürlich für jeden unerfreulich, wenn er seine Ressourcen zur Verfügung stellt und dann nicht davon profitiert“, sagt Kai Falk Geschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE).

Ein Händler aus Sundern fordert ein Beratungshonorar

Erste Händler versuchen diesem Trend entgegenzuwirken. Brautmodengeschäfte verbieten es künftigen Bräuten, das Lieblingskleid zu fotografieren, bevor es gekauft ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein vergleichbares Kleid im Internet deutlich günstiger gefunden wird, ist ihnen zu groß.

EU-Richtlinie
Rücksendungen bei Online-Käufen können künftig teuer werden

Mal eben ein Paar Schuhe im Internet bestellen, per Mausklick zum neuen Fernseher - wenn die Ware doch nicht gefällt, schickt der Käufer sie einfach...

Ein Fotografenmeister im sauerländischen Sundern fordert ein Beratungshonorar , wenn der Kunde nichts kauft: 10 Euro für 15 Minuten Beratung. Er möchte so nach eigenen Angaben „Beratungszeit-Dieben“ vorbeugen.

„Es herrscht ein sehr, sehr harter Wettbewerb zwischen stationärem und Online-Handel“, bestätigt Kai Falk von HDE. Eine Beratungsgebühr sei aber definitiv keine Lösung mit Zukunft. Zumal sich der Kunde nicht nur vor einer Online-Bestellung im Laden informiere, sondern auch umgekehrt.

„Ein Drittel aller Einkäufer im Handel informieren sich vorher im Internet“, sagt Eva Stüber vom Institut für Handelsforschung IFH Köln. Da auch fast jeder dritte Kauf im Internet in Geschäften vorbereitet wird, sei das Verhältnis sehr ausgeglichen.

Kommentare
04.04.2013
22:50
Showrooming – Wenn man in einem Geschäft nichts kaufen kann
von Herby52 | #5

#tojemirija
Dann fragen Sie sich mal, warum die Händler aus den Innenstädten flüchten?
Immer weniger Kunden und immer höhere Mieten.
Wovon soll der...
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2013-04-02 17:31
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