Sexroman "Fifty Shades of Grey" lässt bei Bertelsmann die Kasse klingeln

Bertelsmann verdient gut an den Sado-Maso-Romanen "Fifty Shades of Grey".
Bertelsmann verdient gut an den Sado-Maso-Romanen "Fifty Shades of Grey".
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Der Riesenerfolg der Roman-Reihe "Fifty Shades of Grey" bringt dem Medienkonzern Bertelsmann Millionen ein. Die TV-Tochter RTL und der Zeitschriftenverlag "Gruner + Jahr" hingegen leiden unter dem Werberückgang. Das Unternehmen aus Gütersloh will moderat wachsen - auch in Asien und Südamerika.

Gütersloh.. Der Erfolg der Sexromanreihe "Fifty Shades of Grey" bringt dem Medienkonzern Bertelsmann Millionengewinne ein. Allein von März bis Juni wurden weltweit 30 Millionen Bücher der Trilogie aus dem Verlag Random House verkauft, wie Bertelsmann am Freitag in Gütersloh mitteilte. Damit konnte der Konzern im ersten Halbjahr trotz der Probleme bei den Haupttöchtern RTL und dem Verlag "Gruner + Jahr" (G+J) den Konzernumsatz um 5 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro steigern. Der Nettogewinn stieg um 31 Prozent auf 353 Millionen Euro.

Der britische Verlag Random House meldete ein Rekordergebnis nach Gütersloh: 790 Millionen Euro Umsatz und 114 Millionen Euro operativen Gewinn. Die Gründe für den Anstieg sind laut Mitteilung neben den Sexromanen auch andere Bestseller wie "Calico Joe" von John Grisham oder "Gone Girl" von Gillian Flynn.

Besonders in Südeuropa und Osteuropa waren die Werbemärkte rückläufig

Die Töchter RTL und G+J berichteten dagegen fallende Gewinne: Der operative Gewinn bei RTL sank um fast 50 Millionen Euro auf rund 500 Millionen Euro, während der Umsatz bei 2,8 Milliarden Euro stagnierte. Vor allem in Südeuropa und Osteuropa waren die Werbemärkte rückläufig, wie Bertelsmann mitteilte.

Der G+J-Umsatz stagnierte bei 1,1 Milliarden Euro. Der Gewinn brach um 40 Millionen Euro auf 85 Millionen Euro ein. Hier belastete vor allem der Anzeigenrückgang in Deutschland die Zahlen sowie Anlaufinvestitionen für das Internetgeschäft, bei dem Gruner im Vergleich zur Konkurrenz noch schwach ist.

Zwist innerhalb des Vorstands

Der G+J-Chef Bernd Buchholz hatte vor zwei Tagen sein Amt als Mitglied des Konzernvorstandes aufgegeben. Nach Medienberichten hat er sich mit Bertelsmann-Vorstandschef Thomas Rabe überworfen. Über seine Zukunft wurde in der Halbjahresmeldung nichts bekannt.

Die Dienstleistungstochter Arvato steigerte dem Umsatz auf 2,1 Milliarden Euro, der Gewinn stieg leicht auf 83 Millionen Euro. Die Druckereien steuerten 20 Millionen Euro Gewinn bei.

Vorstandsvorsitzender Rabe hielt am Ziel eines "moderaten Umsatzwachstums" und eines höheren Nettogewinns auf Jahressicht fest. Als Aufgaben für die nächste Zeit nannte er unter anderem die "Transformation unserer Geschäfte" in das Internet sowie die Expansion in Wachstumsregionen wie Asien und Südamerika.

Bertelsmann beschäftige zum 30. Juni weltweit 104.768 Mitarbeiter, rund 1.000 mehr als vor einem Jahr. (dapd)