Seit der Mindestlohn gilt, sind viele Minijobs verschwunden

Bochum..  Der starke Abbau von Minijobs im ersten Quartal ist nach Einschätzung der Minijob-Zentrale in Bochum wahrscheinlich auch eine Folge des neuen Mindestlohns. Zwar habe man keine genauen Daten darüber. Auch wenn die Zahlen in der Vergangenheit immer geschwankt hätten, sei der Rückgang der Minijobs in diesem Umfang aber schon „ungewöhnlich“, sagte ein Behördensprecher. „Eine gewisse Wahrscheinlichkeit ist sicher da, dass das etwas mit dem Mindestlohn zu tun hat. Andere Gründe fallen uns jedenfalls nicht ein“, fügte der Sprecher hinzu.

Nach seinen Angaben sank die Zahl der Minijobber im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent oder knapp 190 000 auf 6,6 Millionen. Im Vergleich zum Vorquartal ging die Zahl der Minijobber sogar um 3,5 Prozent oder 237 000 zurück. Die größten Verluste meldete die Kfz-Branche: In Autohäusern und Autowerkstätten sank die Zahl der Minijobber um fast 63 000 auf 1,198 Millionen. Ob diese Minijobs ganz weggefallen oder in reguläre Arbeitsplätze mit Versicherungspflicht umgewandelt wurden, wisse man bei der Minijob-Zentrale nicht.

Die Minijob-Löhne schwankten je nach Branche stark. Im Friseurhandwerk dürften die Stundenlöhne durch den Mindestlohn stark gestiegen sein. Es gibt der Behörde zufolge aber auch Ärzte, die nur wenige Stunden als Minijobber arbeiten.