Schwindende Krisensorgen schieben Dax kurz über 11.000-Marke

Der Dax hat am Freitag erstmals in seinen 27 Jahren die 11.000 Punkte-Marke übersprungen. Aber nur kurz.
Der Dax hat am Freitag erstmals in seinen 27 Jahren die 11.000 Punkte-Marke übersprungen. Aber nur kurz.
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Was wir bereits wissen
An den Börsen herrschte zum Wochenschluss Feierlaune. Gleich an zwei Krisenherden in Europa gab es Fortschritte. Die Anleger schienen nur auf ein solches Signal gewartet zu haben, um Aktien zu kaufen.

Frankfurt/Main.. Erstmals in seiner 27-Jährigen Geschichte ist der Dax über die Marke von 11.000 Punkten gesprungen. Anleger kauften angesichts abnehmender Sorgen um die Ukraine-Krise und die Probleme in Griechenland wieder deutsche Aktien, sagten Händler am Freitag. Der Leitindex hatte seinen Rekord am Morgen auf zwischenzeitlich 11.013 Punkte hochgeschraubt. Am Ende stand der Index der 30 wichtigsten deutschen Aktien noch 0,40 Prozent höher bei 10.963,40 Punkten - zugleich der höchste je erreichte Schlussstand. Auf Wochensicht bedeutet dies ein Plus von 1,08 Punkten.

Der MDax zog um 0,39 Prozent auf 19.288,16 Punkte an. Der Index der mittelgroßen Werte hatte zuvor bei 19.318 Punkten einen Höchststand erreicht. Der TecDax dagegen gab um 0,61 Prozent auf 1517,40 Punkte nach.

Griechenland, Ukraine - Nachrichten machen Börsianern Hoffnung

Plötzlich fügten sich die Puzzleteile wieder positiv zusammen mit einer vereinbarten Waffenruhe in der Ukraine und Signalen über eine Kompromissbereitschaft Griechenlands, sagte ein Händler. Das habe den Börsen den entscheidenden Schub gegeben. Gute Konjunkturdaten kamen hinzu: Die Wirtschaft Deutschlands und des Euroraums als Ganzem war zum Jahresende hin stärker gewachsen als erwartet. Volkswirt Heinrich Bayer von der Postbank zufolge wurden die Erwartungen weit übertroffen.

Zuvor habe die politische Unsicherheit die eigentlich gute Stimmung gedämpft und die Aufmerksamkeit der Anleger von dem sich verbessernden wirtschaftlichen Umfeld in der Eurozone abgelenkt, sagte Händler Markus Huber vom Londoner Broker Peregrine & Black. Der Wertpapierexperte Ludwig Donnert von Orca Capital ergänzte mit Blick auf die Großwetterlage, dass die Notenbanken weiterhin die weltweiten Kapitalmärkte mit billigem Geld fluteten. Da es zur Aktie derzeit keine klare Anlagealternative gebe, jagten die Börsen weiterhin von einem Rekord zum nächsten.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte Mitte Januar mit einer billionenschweren Geldspritze die Börsen euphorisiert und die Kursrally weiter angeheizt. Dabei ist die Bewertung des Dax laut Donnert immer noch nicht zu teuer - weder historisch, noch im Vergleich zu anderen Börsen. Vor allem gelte dies aber relativ zu Anleihen. (dpa)