Schuldenberge bald abtragen

Eigentlich gibt es die historisch niedrigen Zinssätze noch nicht sehr lange. Doch schon nehmen wir es als gegeben hin, dass das Geld auf unseren Sparbüchern praktisch nichts mehr abwirft. An Kredite zu Konditionen, von denen man bis vor wenigen Jahren nicht einmal zu träumen gewagt hätte, gewöhnen wir uns sogar noch schneller.

Beide Entwicklungen sind auf Dauer aber schädlich für unsere Volkswirtschaft. Geld gibt es nunmal nicht zum Nulltarif. Und Zinsen sollten auch Spiegel der Wachstumsdynamik eines Marktes sein. Geht es danach, sind die Renditen im boomenden Deutschland völlig unterbewertet. Zugleich frisst die Zinsflaute lange als sicher geglaubte Vermögenswerte auf. Rentenkassen und Lebensversicherern stehen riesige Probleme ins Haus, sollte die Niedrigzinsphase länger anhalten. Experten sprechen nicht umsonst von einer schleichenden Enteignung. Insofern kann man die leichte Erholung auf dem Zinsmarkt, die derzeit zu beobachten ist, nur begrüßen. Auch weil sie ein deutliches Signal für Bund, Land und Kommunen ist, ihre Schuldenberge besser heute als morgen abzutragen.