Scholz findet Arbeitsmarktzahlen "bemerkenswert"
30.07.2009 | 16:53 Uhr 2009-07-30T16:53:00+0200
Potsdam. Die Bundesregierung hat sich erfreut über die jüngsten Arbeitsmarktzahlen gezeigt. Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) nannte den nur moderaten Anstieg um 52.000 auf 3,46 Millionen Joblose im Juli "bemerkenswert". Experten erwarten zum Jahresende aber 4 Millionen Arbeitssuchende.
Die Bundesregierung hat sich erfreut über jüngsten Arbeitsmarktzahlen gezeigt. Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) nannte die Zahlen «bemerkenswert». Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage handele es sich sogar um «eine kleine Sensation». Ohne die Ausweitung der Kurzarbeit und anderer Maßnahmen hätte es «große Einbrüche» auf dem Arbeitsmarkt gegeben, er am Rande der SPD-Klausur in Potsdam.
Auswirkungen des Abschwungs "moderat"
Der Arbeitsmarkt zeigte sich auch im Juli trotz der Wirtschaftskrise relativ stabil. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mitteilte, waren im Juli 3,462 Millionen Menschen offiziell arbeitslos gemeldet. Das waren 52.000 mehr als im Vormonat und 252.000 als im Juni 2008. «Insgesamt sind die Auswirkungen des Abschwungs aber vergleichsweise moderat», sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise.
Weise sagte, er gehe nach wie vor davon aus, dass die weltweite Wirtschaftskrise noch nicht überstanden ist. «Wir werden steigende Arbeitslosigkeit im Herbst und im Winter haben», sagte er N24. Tröstlich sei, dass die politischen Reformen und das Bemühen der Menschen, flexibel und mobil zu sein, die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Deutschland im Vergleich zu anderen EU-Ländern doch noch relativ niedrig halte.
100.000 unbesetzte Lehrstellen
CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla betonte ebenfalls, dass die Maßnahmen der Bundesregierung den Arbeitsmarkt stabilisierten. Dennoch gebe es «keinen Grund, sich zurückzulehnen». Zugleich verwies er darauf, dass eine gute Ausbildung die beste Vorsorge gegen Arbeitslosigkeit sei. Daher müsse in den kommenden Wochen im Mittelpunkt stehen, jedem Jugendlichen eine Chance auf einen Ausbildungsplatz zu gewähren.
Nach Ansicht des DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann fehlt es trotz der Krise nicht an Lehrstellen, sondern an Bewerbern. Laut den Daten der BA gehe die Zahl der Bewerber stärker zurück als die der gemeldeten Ausbildungsstellen. Ende Juli seien noch rund 100 000 unbesetzte Ausbildungsstellen registriert gewesen.
Arbeitsmarkt reagiert mit Verzögerungen auf Krise
Zugleich rechne er nicht mit einem schnellen Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Allerdings könne bis zum Jahresende die Vier-Millionen-Marke erreich sein. Im Deutschlandradio Kultur sagte er weiter, dass es in einigen Unternehmen notwendig sein werde, über Entlassungen nachzudenken, «aber der Umfang wird nicht so groß sein, wie er häufig angegeben wird».
Michael Hüther, Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln, verwies darauf, dass Arbeitsmarkt der konjunkturellen Entwicklung nachlaufe. «Das heißt, was in der Produktion bei den Auftragseingängen schon lange passiert ist, kommt mit Verzögerung von ein, zwei Quartalen beim Arbeitsmarkt an», sagte er im WDR5. Allerdings gebe «in der Tat auch eine gewisse Chance», dass die Kurzarbeiterlösung "als eine Abfederung, auch funktioniert», sagte er im WDR5.
Der Bundesgeschäftsführer der Linken, Dietmar Bartsch, verwies dagegen darauf, dass die Arbeitslosigkeit im Osten fast doppelt so hoch wie im Westen sei. Zugleich forderte er eine Verlängerung des Arbeitslosengeldes I, «um das Abrutschen von Tausenden in »Hartz IV« zu verhindern» sowie einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn.
"statistischer Pyrrhus-Sieg"
Für den Arbeitsmarktexperten der FDP-Bundestagsfraktion Dirk Niebel ist der «starke Anstieg im Juli ist mehr als ein Warnsignal». Die massive Ausweitung von Kurzarbeit habe zwar Entlassungen verhindert, aber auch die notwendigen strukturellen Anpassungsprozesse.
Volkswirt Alexander Koch von UniCredit sprach von einem «statistischen Pyrrhussieg». Zahlreiche Beschäftigte, die jetzt noch in Kurzarbeit seien, würden schließlich doch noch in der Arbeitslosigkeit landen. «Bis Mitte nächsten Jahres dürften rund 4,5 Millionen Menschen arbeitslos sein», sagte Koch voraus. (ddp)

07:49
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07:49
#45 Komisch das Staatsbeamte immer die besten Moralapostel darstellen. Gratulation wenn Sie über die Runden kommen, vielen Mitbürgern ist der Existenzkampf leider eine Zumutung - Ihr solide Einstellung passt leider nur auf Ihr leben und ist für andere die eben den Existenzkampf (das geht auch mit Wohnung) führen müssen eine Zumutung sondersgleichen.
07:47
Bei dem geistigen Horizont, der nur bis zum Dienstwagen reicht, wundert mich das nicht!
21:15
Komisch ist warum alle Angst haben die noch in Arbeit sind und kein Hartz IV haben wollen wen sie mal Arbeitslos werden.
Ja! die Kurzarbeit hat auch mal ein Ende.
20:40
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18:39
Ich verstehe diese ganze Diskussion nicht und finde das Niveau in diesem Forum fast demokratiefeindlich und Aufruf zum Nichtwählen, da ja nach Aussae vieler sich eh nichts ändern würde. Außer vielleicht mit einem Pausenclown von der SED.
In den wenigsten Ländern geht es den Menschen so gut wie hier in Deutschland. Hier muss niemand hungern, jeder wird medizinisch versorgt, die Wohnung und weitere Dinge des Lebens werden im Extremfall vom Staat bezahlt. Wir haben nicht alle 6 Monate eine neue Regierung mit 16 Parteien, wir können überall unsere Meinung kundtun. Leider Gottes wissen viele Menschen gar nicht, wie gut es ihnen geht, sondern schauen nur danach, was der/die Andere mehr hat und neiden es ihm/ihr.
Wenn es den Menschen hier sooooo schlecht geht, habe sie immer noch die Wahl in das Land zu ziehen, in dem Milch und Honig fließen. Jeder, der wie ich schon einige Jahre dienstlich in verschiedenen Europäischen Ländern leben durfte, wird mir zustimmen, dass selbst Hartz4 Empfänger in Deutschland, im Vergleich zu Menschen in der selben Situation in anderen Ländern, auf allerhöchsten Niveau jammern. So hart das auch klingen mag.
18:37
#42, Elektrosteiger: Jau, Ihr Beitrag ist ganz meiner Meinung. Scholz ist doch auch schon im Schattenkabinett. Da kann er dann weiter fälschen.
17:57
Freut er sich über die getürkten gelungenen Zahlen? Fakt ist: Die Arbeitslosigkeit ist mindestens doppelt so hoch. Keine politische Statistik ist richtig. Schon gar nicht, wenn sie von den Roten kommt.