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„Schöngefärbte“ Vorlage für Opel-Aufsichtsratssitzung

27.06.2012 | 13:06 Uhr
„Schöngefärbte“ Vorlage für Opel-Aufsichtsratssitzung
Opel-Logo auf dem Lenkrad des Elektrohybrids Ampera.Foto: Dirk Bauer

Essen.   Die Vorlage für die Aufsichtsratssitzung bei Opel klammert die wichtigsten Punkte aus. Das berichten Gewerkschaftsvertreter vor der seit Wochen mit Spannung erwarteten Sitzung in Rüsselsheim. Das Thema Werksschließung würde in der „schöngefärbten“ Vorlage nicht erwähnt.

Arbeitnehmervertreter kritisieren, dass es mit der entschärften Vorlage für die Aufsichtsratssitzung am Donnerstag weiterhin „keinen langfristigen Zukunftsplan für die Marke und damit für die Mitarbeiter“ gebe.

Zwar solle kein Beschluss über die Stilllegungspläne des Unternehmens geben. Andererseits werde den Standorten in Deutschland keine Sicherheit und keine Perspektive gegeben. Für das Bochumer Werk besteht der konkrete Plan des Managements, die zurzeit ausgelastete Produktion Ende 2016 mit dem Minivan-Modell Zafira auslaufen zu lasse­n. Dann würde nach 54 Jahren der Autobau im Ruhrgebiet enden.

„Damit würde Opel als Marke praktisch aufhören zu existieren“

Aus Gewerkschaftskreisen gibt es Reaktionen auf die Berichte, große Teile der Modellpalette nicht mehr selbst bei Opel zu bauen. Minivans, Gelände- und Kleinwagen sollen demnach zukünftig beim neuen Kooperationspartner PSA (Peugeot/Citroën) nicht nur entwickelt, sondern ab 2017 auch gebaut werden. Damit bliebe für Opel nur Entwicklung und Bau der Mittelklassemodelle Astra und Insignia. Arbeitnehmervertreter bestätigen diese anscheinend bereits weit gediehenen Planungen und kritisieren: „Damit würde Opel als Marke praktisch aufhören zu existieren.“

Ein Unternehmenssprecher bezeichnete Meldungen als falsch, nach denen über Abfindungen jeweils 1500 Stellen im Stammwerk Rüsselsheim und im spanischen Kleinwagenwerk Saragossa abgebaut werden sollen.

Gerd Heidecke

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Kommentare
28.06.2012
10:34
Traurig aber wahr -
von feinripptraeger | #5

den so oft hofierten "Fachleuten" fehlen die Visionen und der Mut!
Anstelle die Chance in der Krise zu sehen und die anziehenden Märkte in den Schwellenländern zu nutzen um "neue" Produkte anzubieten oder aber hier "neue" Marktbereiche zu belegen, hält man an der 08/15-Masche fest.
Handbuch der Betriebswirtschaftslehre aus der Uni-Bibliothek geholt und dann geschaut, was man als nächstes so machen kann - aber bitte nur das Handbuch, das auch in Detroit steht...
Wenn alle "Manager" so wären, würde Nokia immer noch Gummistiefel, und Nintendo Spielkarten produzieren. Reifen wären immer noch aus Holz und die Post brächte der berittene Bote.
Wann begreift man bei Opel endlich, das es mehr braucht als die Fabe des Lacks oder die Form der Scheinwerfer zu ändern?
Bei unveränderter Strategie, was Produkte und Absatzmärkte angeht, ist ein Ende abzusehen - leider!

27.06.2012
16:47
„Schöngefärbte“ Vorlage
von questor | #4

Demnächst 28 Stundenwoche ohne Lohnausgleich ?

27.06.2012
14:41
„Schöngefärbte“ Vorlage für Opel-Aufsichtsratssitzung
von Gerther | #3

Der Aufsichtsrat wäre ja mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn er am Donnerstag konkrete Zukunftspläne vorstellen würde. Die Bekanntgabe mit der vermeintlichen Schließung des Bochumer Werkes in 2016 wurde schon bitter bereut. Den Fehler wird Opel nicht ein zweites Mal begehen.

Bei der dramatisch verschlechterten Auftragslage wird es immer wahrscheinlicher, die Bochumer Werksschließung doch kurzfristig zu realisieren.

Aus internen Kreisen ist zu hören, dass die Demontage und Montage der Zafira-Anlagen im Rüsselsheimer Werk ca. 30 Mio. Euro kosten würde.

Warum sollte Rüsselsheim dann PSA-Modelle bauen, wenn man den neuen Zafira für kleines Geld in Rüsselsheim weiterbauen könnte?

Nach Bochum wird es Eisenach treffen, danach Kaiserslautern.

27.06.2012
14:37
„Schöngefärbte“ Vorlage um die Mitarbeiter zu täuschen.
von schlimm | #2

Was jetzt bei Opel passiert, erinnert uns, an die Unternehmensgeschichte von der ANT (früher Telefunken). Es dauerte einige Jahre dann gab es dieses Unternehmen nicht mehr. Ein Haufen unfähiger Manager hat dieses Unternehmen an die Wand gefahren. Da Gewerkschaft und Betriebsräte bei Opel nur nichtssagende Reden schwingen, und die Mitarbeiter von Opel nicht selber reagieren, wird es Opel nach 2016 /18 nicht mehr geben. Die restlichen noch weiterlaufenden Modelle nach 2016 werden dann in einem Chevroletwerk und PSA Werk gefertigt. Die schöngefärbte Vorlage wird Opel, die nächsten Jahre nicht aus den roten Zahlen bringen.

27.06.2012
14:01
„Schöngefärbte“ Vorlage für Opel-Aufsichtsratssitzung
von Oemes | #1

Dabei ist schon alles klar.

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