Schlecker-Kinder: „Unser Vater musste seinen Porsche abgeben“
22.06.2012 | 14:45 Uhr 2012-06-22T14:45:00+0200
Ehingen. Lars und Meike Schlecker haben sich wenige Tage vor dem Aus der Drogeriekette mit einem emotionalen Brief an die Öffentlichkeit gewandt. Darin schreiben sie unter anderem, dass ihr Vater durch die Insolvenz sein gesamtes Vermögen verloren hat und wie es um ihre eigene Situation steht.
Lars und Meike Schlecker, Kinder des Drogeriemarktgründers Anton Schlecker, wehren sich gegen Berichte, wonach sie noch über ein hohes Millionenvermögen verfügen. Sie wollten richtigstellen, „dass wir in den vergangenen Jahren und durch die Insolvenz ebenfalls das Allermeiste verloren haben und die kursierenden Angaben merklich über der Wirklichkeit liegen“, ließen sie am Freitag in einer persönlichen Erklärung verbreiten.
Dennoch bleibe der Familie genug Geld, um sich gegenseitig zu stützen. „Unsere Mutter hat mit unserem Vater Gütertrennung vereinbart und auch wir ... verfügen über ein eigenes Vermögen“, heißt es weiter. Ihr Vater habe vom Sportwagen bis zur Uhr alles abgeben müssen. „Wir unterstützen ihn mit unseren eigenen Mitteln, die wir rechtmäßig besitzen, denn Sippenhaft gibt es im deutschen Recht nicht.“ Mehrere Medien hatten berichtet, dass Anton Schlecker trotz Insolvenz noch ein Leben in Luxus führe. Unter anderem soll er in einem Porsche gesichtet worden sein.
Für Lars und Meike Schlecker gibt es nach eigenen Worten kein Zurück in die Normalität. "Die Firma war für uns alle Lebensinhalt - und da ist jetzt erst einmal ein großes Nichts". Für ihre Mutter und ihren Vater sei ihr Lebenswerk komplett zusammengebrochen. "Aber auch wir Kinder liegen oft wach und grübeln", schreiben sie weiter.
Kinder wollen eigenes Vermögen nicht offenlegen
Beide hätten jeweils rund 49 Millionen Euro als private Einlagen in die Firma des Vaters einfließen lassen. Über ihre Dienstleistungsgesellschaft LDG, die als zentralen Kunden Schlecker hatte, hätten sie die Drogeriemarktkette mit rund 64 Millionen Euro unterstützt. Auch dieses Geld werden sie wohl nicht wiedersehen. Inzwischen hat auch die Dienstleistungsgesellschaft selbst Insolvenz angemeldet.
Noch tiefer wollten sie ihr Vermögen aber nicht offenlegen, da dies ihre Privatsache sei. Einem Bericht des "Handelsblatt" zufolge besitzt die Schlecker-Familie nach der Insolvenz noch 35 bis 40 Millionen Euro Privatvermögen. Das Geld sei zum größten Teil im Besitz der Kinder, sagten ehemalige Manager des Unternehmens dem Blatt. Noch vor drei Jahren soll das Vermögen der Familie fast drei Milliarden Euro betragen haben.
Dank an Mitarbeiter
"Wir wollen nicht jammern", versicherten die Geschwister. Sie dankten den Schlecker-Mitarbeiterinnen für ihr Engagement. Schlecker habe über viele Jahre einer großen Zahl von Menschen sichere Arbeitsplätze, im Vergleich mit dem Wettbewerb überdurchschnittlich viele Vollzeitstellen, seit 2010 die weitreichendsten Tarifverträge der Branche und damit ein gutes Auskommen geboten. "Das ist uns zuletzt nicht mehr gelungen und das tut uns am meisten leid". (dapd)

11:15
Natürlich sind die Kinder zum Unterhalt der Eltern verpflichtet, wenn die (die Kinder) über Vermögen verfügen. Erst wenn auch bei den Kinder nichts zu holen ist, und die dies glaubhaft nachweisen können, haben Eltern die Möglichkeit Hartz IV zu beantragen. ich schätze aber mal, das diese "ach so arme" Familie noch lange kein Hartz IV benötigt.
Mein Mitleid hält sich schwer in Grenzen.
13:44
@doddl2 (#43):
Dass die Medien mehr als gern bereit sich, sich für so eine Art von "Information" einspannen zu lassen, ist hinlänglich bekannt. Es bedeutet jedoch nicht, dass man solch verlogenen Schwachsinn unkommentiert schlucken muss!
PS: Mein Vater hatte noch nicht mal einen Porsche, den er abgeben konnte. Aber dessen Elend interessiert hier ja niemanden!
erzähl uns von deinem Vater. Meine Taschentücher liegen bereit...
13:10
Warum wird kein Spendenkonto genannt? Man möchte doch gerne helfen...
11:43
Ja und? Dann geht er halt jetzt zu Fuß, fährt mit dem Bus oder Fahrrad oder lässt sich chauffieren.
Das Mobilitätsproblem sollte sich doch lösen lassen ;-)
10:25
welche Armseligkeit zeigt sich denn hier in den meisten Beiträgen? Selbst nie etwas geleistet, aber auf den Anti-Schlecker-Zug aufspringen und immer weiter nachtreten - echt dürftig.
bitte um Aufklärung, was die rührseeligen Schlecker-Erben "geleistet" haben.
Den Beleg für "die meisten", "auf den Zug aufspringen", "Selbst nie etwas geleistet", "dürftig" bleibt der Doddl leider schuldig. Wäre interessant gewesen, was Substanzielles zu lesen. Oder sollte "Selbst nie etwas geleistet" autobiografisch sein?
10:11
die Ultrareichen haben es doch schwer in unserem Land. Nein, Sippenhaft gibt es nicht - leider nur Sippenkriminalität. Die haben rechtzeitig alles in Sicherheit gebracht.
09:12
och der arme...klar haben die Gütertrennung und das Vermögen frühzeitig unter sich aufgeteilt!
08:50
Der arme Schlecker.Jetzt muss er den Porsche seiner Frau fahren, mit der er zum Glück in Gütertrennung lebt.
Die armen Kinder. Müssen nun die Mami um Knete anbetteln. Weil Papa leider pleite ist.
Die arme Frau Schlecker. Kommt sich nun sicherlich vor wies Sozialamt, weil die die ganze Bagage finanzieren muss.
06:06
@ #26 keine Sorge, ich habe schon über Schlecker hergezogen, da galt das Unternehmen noch als wirtschaftlich gesund... ethisch und moralisch war es ja nie gesund
Herrn Anton Schlecker ist wohl nie zu Ohren gekommen, dass es in Deutschland keine Sklaverei gibt, anders kann ich mir sein Gebaren gegenüber seinen Mitarbeitern sonst nicht erklären.
Gegen andere Selbständige habe ich Respekt, die mit eigenem wirtschaftlichen Risiko und in Eigenverantwortung hart arbeiten. Die vielen Menschen Lohn und Brot geben und dabei ihre soziale Verantwortung nicht vergessen... und das trotz der Politik, die kleinen und mittelständischen Unternehmen viele Knüppel zwischen die Beine werfen.
Managern, die ohne eigenes Risiko kassieren und Firmen gegen die Wand fahren, versage ich allerdings meinen Respekt. Die Familie Schlecker wird genug Geld zur Seite geschafft haben, so dass sie immer noch gut leben können. Dass sie Geld verlieren ist nur gerecht, sie haben die Entscheidungen im Unternehmen getroffen
22:40
ein emotionaler Brief interessiert mich nicht die Bohne ... aber die Kinder tun mir irgendwie leid, die haben wohl leider keine echten Werte vermittelt bekommen ...
ein fettes Konto ist doch auch was wert ;-)