Ryanair-Piloten sollen Steuern hinterzogen haben

Koblenz/Dublin..  Viele Fluggesellschaften sind auf Sparkurs wegen des harten Wettbewerbs. Selbst Piloten sind zum Teil nicht mehr bei Airlines, sondern bei Personalagenturen beschäftigt. Für die Praxis eines britischen Personaldienstleisters, der mit Ryanair zusammenarbeitet, interessiert sich nun die Staatsanwaltschaft Koblenz.

Es werde wegen des Verdachts des Steuer- und Sozialversicherungsbetrugs gegen das britische Unternehmen und einzelne Piloten ermittelt, sagte Oberstaatsanwalt Hans Peter Gandner am Mittwoch und bestätigte damit Medienberichte.

Der Personaldienstleister soll Piloten unter Vertrag genommen und an den irischen Billigflieger ausgeliehen haben. In Deutschland stationierte Piloten sollen Steuern und Abgaben aber nicht – wie nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft per EU-Verordnung vorgeschrieben – hierzulande, also am Einsatzort, abgerechnet haben. Von den Ermittlungen seien zwischen 50 und 100 Piloten betroffen. Es bestehe der Verdacht der Scheinselbstständigkeit.

Der Billigflieger Ryanair weiß laut eigenen Angaben bislang nichts von den Durchsuchungen. Es werde von allen Partnern erwartet, Verpflichtungen bei Sozialversicherung und Steuern vollständig zu erfüllen, teilte ein Sprecher mit. Bei Ryanair seien etwa zwei Drittel der Piloten direkt angestellt, ein Drittel über Personaldienstleister, so der Sprecher.