RWE: Wir wollen keine Kraftwerke abschalten

Essen..  Im Ringen um die Klimapläne der Bundesregierung für den Energiesektor hat RWE Spekulationen zurückgewiesen, die Abschaltung mehrerer Braunkohleblöcke anzubieten und dafür eine Gegenleistung zu fordern. „Wir haben keine Gespräche mit dem Bundeswirtschaftsministerium über die Einbringung bestimmter Kraftwerksblöcke oder über etwaige Vergütungen für eine Kapazitätsreserve geführt“, sagte ein Konzernsprecher dieser Zeitung. An den Verhandlungen der Bundesregierung mit den Ländern und IGBCE-Chef Michael Vassiliadis in Berlin sei RWE nicht beteiligt.

Zuvor hatte der „Spiegel“ berichtet, Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) und Vassiliadis hätten sich darauf verständigt, den Stromversorgern eine Art Abwrackprämie in Höhe von über einer Milliarde Euro zu bezahlen. Dabei gehe es auch um die RWE-Kraftwerksblöcke in Niederaußem und Frimmersdorf. Die Meiler würden für vier Jahre in eine Notreserve übergehen und dann endgültig stillgelegt.

RWE betont dagegen, die Kapazität seiner Braunkohlekraftwerke im rheinischen Revier stabil halten zu wollen. In Niederaußem habe man die Stilllegung von vier 300-Megawatt-Blöcken nur für den Fall angekündigt, dass dort ein neues Großkraftwerk genehmigt werde. Auch für Frimmersdorf gebe es keine Abschaltpläne. Spekulationen hierüber entbehrten „jeder Grundlage“.

Das Dementi von RWE, mit solchen Planspielen die Klimaabgabe verhindern zu wollen, heißt jedoch nicht, dass Regierung und IGBCE diese Szenarien nicht durchspielen. Sie wollen in Kürze eine politische Einigung erzielen, die durchaus Kraftwerks-Stilllegungen samt Kompensation enthalten könnte.