Das aktuelle Wetter NRW 4°C
Energiewende

RWE hält an Wüstenstromprojekt „Desertec“ fest

13.11.2012 | 19:27 Uhr
RWE hält an Wüstenstromprojekt „Desertec“ fest
Ziel der „Desertec Industrial Initiative" ist es, bis 2050 20 Prozent des europäischen Strombedarfs mit Solarkraftwerken in Nordafrika zu produzieren.Foto: Siemens

Dortmund.   Der Essener Energiekonzern bleibt unbeeindruckt vom Ausstieg der beiden deutschen Partner Siemens und Bosch.

Der Energiekonzern RWE bleibt einem der ambitioniertesten Energiewende-Projekte treu. „Wir bleiben bei Desertec dabei, wir finden es gut“, lautete gestern die klare Botschaft aus der Essener Konzernzentrale.

Skeptiker hatten dieser Tage bereits den Abgesang auf das vor drei Jahren aus der Taufe gehobene Gemeinschaftsprojekt angestimmt, nachdem zunächst Siemens und nun auch Bosch den Rückzug angekündigt haben.

Mitbegründer Münchner Rück und der Düsseldorfer Energiekonzern Eon haben derweil ebenfalls bereits bekundet, die Idee weiterzuverfolgen, 20 Prozent der europäischen Energieversorgung bis 2050 aus Afrika und dem Nahen Osten decken zu können. Tatsächlich sind die Rahmenbedingungen aktuell schwierig. Mit dem Arabischen Frühling in Nordafrika haben sich mit den politischen Verhältnissen auch die Ansprechpartner vor Ort geändert.

Das hat zuletzt zu Verzögerungen geführt. Dennoch scheint ein Baustein sicher auf dem Weg, an dem RWE maßgeblich beteiligt ist. In Marokko wird an einem 150 Millionen Euro teuren Sonnenenergieprojekt gebaut, dass 2014 bereits Strom liefern soll. 50 Megawatt aus Photovoltaik, weitere 50 MW aus Windkraft. Energie, die aber nicht für den europäischen Markt bestimmt ist, sondern vor Ort verbraucht werden soll. Das macht den Erfolg wahrscheinlicher.

Rahmenbedingungen für Europa unklar

Ein weiteres Problem sind die unklaren Rahmenbedingungen in Europa. Eine Leitung von Nordafrika über Spanien bis nach Mitteleuropa, die sogenannte paneuropäische Supergrid, ist noch lange nicht in Sicht. „Wir brauchen ein stabiles europäisches Netz von Südspanien bis  Südnorwegen und dem Atlantik bis in die hohe Tatra“, erklärte RWE-Sprecher Martin Pack gegenüber der WR.

Video
Essen, 19.04.2012: Auch in diesem Jahr wurde die Jahreshauptversammlung des Energieriesen RWE von Protesten begleitet und dies auch weitgehend friedlich, trotzdem musste die Polizei mehrere Menschen festsetzten.

Ein wichtiger Baustein für eine europaweite Versorgung mit Erneuerbaren Energien. Allerdings stehen die Staaten in der EU gerade noch wegen der Schuldenkrise derart unter Strom, dass das Thema nicht oberste Priorität hat.

Jens Helmecke

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/7290707/create

Umfrage
Unruhe bei Karstadt: Berichte über Umsatz-Einbußen machen die Runde. Dass die Beschäftigten auf Lohnsteigerungen verzichten sollen, sorgt für Unmut. Wie stehen Sie zu dem Unternehmen?

Unruhe bei Karstadt: Berichte über Umsatz-Einbußen machen die Runde. Dass die Beschäftigten auf Lohnsteigerungen verzichten sollen, sorgt für Unmut. Wie stehen Sie zu dem Unternehmen?

 
Fotos und Videos
Premiere der neuen S-Klasse
Bildgalerie
Mercedes-Benz
Zwischen Bangen und Hoffen
Bildgalerie
Opel Bochum
Opel-Aus im Jahr 2015
Bildgalerie
Opel
Zyperns Banken geöffnet
Bildgalerie
Euro-Krise
Aus dem Ressort
Verbraucherzentrale kritisiert zu hohe Vorkasse bei Reisen
Verbraucher
Die Verbraucherzentrale NRW klagt gegen zu hohe Anzahlungsforderungen von Reiseveranstaltern und erringt Erfolge. Nun setzt sie die deutschen Fluggesellschaften unter Druck. Sechs von ihnen hat die VZ abgemahnt, weil sie unmittelbar bei Buchung den kompletten Kaufpreis verlangen.
In Düsseldorf geht der Halbnackt-Scanner in Betrieb
Sicherheit
Am Düsseldorfer Flughafen geht der erste Körperscanner NRWs in Betrieb. Vor nackten Tatsachen müssen sich die Passagiere aber nicht fürchten. "Mit den Körperscannern beschleunigen wir die Abfertigung, wahren aber die Intimsphäre“, erklärt Christoph Blume, Sprecher der Flughafengeschäftsführung.