Russischer Oligarch verklagt RWE

Essen..  Dem kriselnden Versorger RWE steht juristischer Ärger bevor: Der russische Oligarch Leonid Lebedew verklagt den deutschen Konzern und dessen früheren Vorstandschef Jürgen Großmann wegen eines 2008 geplatzten Geschäfts auf Schadenersatz in hoher dreistelliger Millionenhöhe.

Es geht um den Kauf des russischen Stromversorgers TGK-2, zu dem sich laut Lebedew sein Unternehmen Sintez mit RWE 2007/2008 verabredet hatte. Klägerin ist die Lebedew-Firma Rustenberg, wie ein Gerichtssprecher bestätigte. RWE wollte sich zu dem Prozess nicht äußern, wies aber darauf hin, dass es in dem Streit bereits ein privates Schiedsgerichtsverfahren in London gegeben hat.

Die Kläger kritisieren, Sintez hätte bereits die Mehrheit an dem Versorger ersteigert, als RWE 2008 – nach dem Beginn der Wirtschaftskrise – plötzlich von dem fest eingeplanten Geschäft zurückgetreten sei. Durch den Rückzug der Deutschen habe das russische Unternehmen Sintez einen hohen wirtschaftlichen Schaden erlitten.