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Rüsselsheimer Caterer Sodexo kündigt Entschädigung für Erkrankte an

06.10.2012 | 15:57 Uhr
Foto: /dapd/Paul Zinken

Nach den massenhaften Magen-Darm-Erkrankungen in Ostdeutschland hat das Rüsselsheimer Catering-Unternehmen Sodexo für die Betroffenen Entschädigungen angekündigt.

Berlin/Rüsselsheim (dapd-hes). Nach den massenhaften Magen-Darm-Erkrankungen in Ostdeutschland hat das Rüsselsheimer Catering-Unternehmen Sodexo für die Betroffenen Entschädigungen angekündigt. Wie diese konkret aussehen, teilte die Firma zunächst nicht mit. Zugleich bedauerte das in die Kritik geratene Unternehmen die Vorfälle: "Wir entschuldigen uns in aller Form bei den betroffenen Kindern und Familien." Allen Kindern gehe es "inzwischen wieder gut".

Tiefgekühlte Erdbeeren haben wohl die bislang größte durch Lebensmittel ausgelöste Welle von Magen-Darm-Erkrankungen in Deutschland ausgelöst. Das ergaben die Ermittlungen des Robert-Koch-Institutes (RKI) und der beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) angesiedelten Task Force des Bundes und der Länder, wie es am Freitagabend in einer gemeinsamen Mitteilung hieß. Den Angaben zufolge gibt es keine Hinweise, dass die betroffene Ware in den Einzelhandel gelangt ist.

Sodexo kündigte an, die Auswahl seiner Lieferanten "strikter handhaben" zu wollen. Um Vorfälle dieser Art künftig zu vermeiden, "werden wir alles technisch und organisatorisch Machbare unmittelbar umsetzen", hieß es am späten Freitagabend weiter.

Mehr als 11.000 Erkrankte

Der Sprecher des Bundesverbraucherschutzministeriums, Holger Eichele, sagte der Nachrichtenagentur dapd, lediglich eine Charge Tiefkühl-Erdbeeren werde als Verursacher angesehen. Das brandenburgische Verbraucherschutzministerium teilte mit, insgesamt seien 44 Tonnen Tiefkühl-Erdbeeren von einem Direktimporteur über den Hamburger Hafen aus China bezogen worden.

Das RKI verzeichnete zuletzt mehr als 11.000 an Brechdurchfall Erkrankte. Betroffen waren Schulen und Kitas in den Bundesländern Brandenburg, Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, in denen die Erdbeeren zum Essen gereicht wurden.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand wurden die betroffenen Einrichtungen von mindestens zehn regionalen Küchen eines Cateringunternehmens mit Nahrungsmitteln beliefert. Die Rückverfolgung in den Bundesländern habe weiter ergeben, dass alle Küchen die Tiefkühl-Erdbeeren von einem Lieferanten in Sachsen erhalten haben, wie es in der gemeinsamen Mitteilung des RKI, des BVL und des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) hieß.

Bereits nach Bekanntwerden der ersten Krankheitsfälle sei durch firmeninterne Ermittlungen der Verdacht auf Tiefkühl-Erdbeeren gefallen, erklärte das Unternehmen. "Wir haben diese daraufhin vorsorglich und unverzüglich in allen Sodexo-Küchen gesperrt." Dadurch sei eine größere Erkrankungswelle verhindert worden. Das hätten auch die Behörden dem Caterer bestätigt.

Inzwischen wurden laut RKI, BVL und BfR in den Landeslaboren bei einem beträchtlichen Teil der Patienten Noroviren nachgewiesen. Somit hätten sich die Hinweise verdichtet, dass diese der ursächliche Erreger für den Ausbruch waren.

In den bisher untersuchten Lebensmittel- und Umgebungsproben wurden den Angaben zufolge keine Noroviren gefunden. Ein Teil der beim sächsischen Hersteller und bei den Cateringfirmen vorhandenen Rückstellproben der betroffenen Charge werden derzeit noch geprüft. Die Ergebnisse werden voraussichtlich Mitte der Woche vorliegen.

dapd

dapd

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Kommentare
07.10.2012
18:04
Rüsselsheimer Caterer Sodexo kündigt Entschädigung für Erkrankte an
von donjose | #1

Sofortiger Entzug der Betriebsgenehmigung.Man kann doch sowas wie die nicht auf unsere Kinder loslassen.Die kaufen die billigsten Mist Und eine Quallitätskontolle findet beim Wareneingang wohl nicht statt weil man dafür fachlich ausgebildetes Personal braucht.Im Produktionsprozess werden wohl nur allerbilligste Hilfsarbeiter unterwegs sein,Die schon durch die Sprachprobleme keine Kenntnis von den Hygienevorschriften und Vorschriften der Lebensmittelverarbeitung haben.Ein wunder das bis jetzt so wenig passiert ist.Hoffentlich werden neben der Gewerbeaufsicht auch die Staatsanwälte tätig.

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