Das aktuelle Wetter NRW 20°C
Fernsehen

RTL Group steigert Gewinn und kündigt Sonderdividende an

22.08.2013 | 14:59 Uhr
RTL Group steigert Gewinn und kündigt Sonderdividende an
Die RTL Group freut sich vor allem in Deutschland über steigende Gewinne.Foto: dpa

Luxemburg.   Weniger Umsatz, aber deutlich mehr Gewinn: Die RTL Group findet Wege, trotz schwacher Werbemärkte gut zu verdienen. Und die Aktionäre, allen voran Bertelsmann, freuen sich auf eine Sonderdividende.

Trotz schrumpfender Werbemärkte hat die RTL Group im ersten Halbjahr ihren Gewinn um mehr als 50 Prozent gesteigert. Außer in Deutschland seien die Werbeerlöse, die 60 Prozent aller Einnahmen des Fernsehkonzerns ausmachen, überall gesunken, sagte Geschäftsführerin Anke Schäferkordt bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen am Donnerstag. Der Umsatz ging um 1,3 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro zurück. Dennoch konnte Europas größter Werbesender nicht zuletzt durch einen konsequenten Sparkurs seinen Nettogewinn um 52,6 Prozent auf 418 Millionen Euro steigern.

Wie von Analysten erwartet wird die RTL Group am 5. September eine Sonderdividende von 2,50 Euro je Aktie ausschütten, insgesamt knapp 387 Millionen Euro. Hauptaktionär mit mehr als 75 Prozent ist Europas größter Medienkonzern, Bertelsmann in Gütersloh. Vor dem Teil- Börsengang im April hatte die RTL Group im Februar bereits eine Dividende von 1,6 Milliarden Euro ausgezahlt. Die Gruppe ist der größte Gewinnbringer des Bertelsmann-Konzerns. Analysten rechnen mit einer Aufnahme der Aktie im September in den Index MDax der 50 größten Unternehmen nach dem Dax. Das Papier legte bis zum Donnerstagmittag um gut drei Prozent zu.

Online-Umsätze um 20 Prozent gestiegen

Für das Gesamtjahr gaben die Geschäftsführer Anke Schäferkordt und Guillaume de Poche keine Prognose ab. Sie seien aber zuversichtlich, einen ähnlichen hohen operativen Gewinn wie im Vorjahr (1,07 Mrd Euro) erreichen zu können.

Lesen Sie auch:
RTL Deutschland baut Musikgeschäft aus

Die Mediengruppe RTL baut ihr Musikgeschäft aus und gründet ihr eigenes Musiklabel. Unter dem Namen "Music for Millions" will die Konzerntochter RTL interactive Künstler vermarkten und Synergien zu eigenen Musikshows wie "Deutschland sucht den Superstar" schaffen.

Ein Grund für das gute Ergebnis der Unternehmensgruppe mit Sitz in Luxemburg war die Rückabwicklung der Abschreibung auf den Anteil der RTL Group an dem spanischen Rundfunkunternehmen Atresmedia im Jahr 2012. Dieser Effekt machte jetzt allein 72 Millionen Euro aus. Der zuletzt wieder gestiegene Börsenwert von Atresmedia sei für diesen buchhalterischen Effekt verantwortlich.

Angesichts schwächelnder TV-Werbemärkte setzt die RTL Group auf das Online- und Digitalgeschäft. Im ersten Halbjahr seien die Umsätze mit Online-Angeboten um 20 Prozent auf 108 Millionen Euro gestiegen, sagte Schäferkordt. "Natürlich ist das noch nicht der wesentliche Anteil, keine Frage. Aber es ist sicherlich der Bereich, der im Moment die höchste Wachstumsdynamik aufweist und auch in den nächsten Jahren aufweisen wird."

Hoffnung auf YoutTube

Einer der wesentlichen Wachstumstreiber sei Online-Video, also Bewegtbilder im Netz, sagte Schäferkordt. "Unser Ziel ist es, auch hier in den jeweiligen Ländern eine führende Rolle einzunehmen." Ein großer Schritt im internationalen Online-Video-Bereich für die RTL Group sei die Übernahme der Mehrheit an Broadband TV, dem fünftgrößten sogenannten Multi-Channel-Netzwerk auf YouTube. "Hier sind wir das einzige europäische Fernsehunternehmen, das ein wesentlicher Player auf YouTube ist."

Im Gegensatz zu anderen europäischen Märkten konnte sich RTL Deutschland gut behaupten. Der Marktanteil bei den 14- bis 59-jährigen Zuschauern liege bei 31,2 Prozent. Von dem Kauf der Rechte an den Qualifikationsspielen der deutschen Fußball- Nationalmannschaft für die Europameisterschaft 2016 und die Weltmeisterschaft 2018 erhofft sich Schäferkordt weitere Impulse, schränkte aber ein: "Das wird den Gewinn von RTL nicht erhöhen."

Zu der RTL Gruppe gehören 53 Fernseh- und 28 Radiostationen in zehn Ländern. In Deutschland zählen dazu RTL, Vox, RTL II, Super RTL, RTL Nitro und n-tv. (dpa)



Kommentare
22.08.2013
15:19
RTL Group steigert Gewinn und kündigt Sonderdividende an
von ExWalsumer | #1

Wundert mich bei den Billigproduktionen ja nicht, aber wie kann mit Werbung auf RTL Geld gemacht werden, wo doch angeblich keiner RTL schaut.

1 Antwort
RTL Group steigert Gewinn und kündigt Sonderdividende an
von Ismet | #1-1

Angeblich geht ja auch keiner zu McDonalds...

Brot und Spiele für den Pöbel war schon zu Zeiten des Römers up to date...

Aus dem Ressort
Automobilzulieferer TMD Friction verlagert Werk nach Essen
Industrie
Der Bremsbelägehersteller TMD Friction wird bis 2017 sein Werk in Leverkusen schließen. Gewinner dieser Entscheidung ist das Ruhrgebiet, denn TMD wird die Produktion an seinen bereits verhandenen Standort in Essen ansiedeln. Damit entstehen 570 neue Arbeitsplätze in der Revierstadt.
EU-Kommission hält Beihilfen für Nürburgring für unzulässig
Insolvenz
Brüssel stuft staatliche Subventionen für den Nürburgring und den Flughafen Zweibrücken als ungerechtfertigt ein. Fast eine halbe Milliarde Euro war in die insolvente Rennstrecke geflossen. Für den Verkauf gibt die EU-Kommission aber grünes Licht - ebenso wie für die Beihilfen für den Airport Hahn.
Ehefrau entlastet Middelhoff - "Er hat immer gearbeitet"
Untreueprozess
Cornelie Middelhoff hat ihrem Ehemann vor dem Landgericht Essen den Rücken gestärkt. Flüge per Hubschrauber nach Essen und mit dem Privatjet nach St. Tropez des Ex-Karstadt-Chefs seien auch beruflicher Natur gewesen. "Die Herren haben immer über Geschäftliches geredet."
Verbraucher wählen Alete-Trinkmahlzeit zur größten Werbelüge
Goldener Windbeutel
Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé bekommt in diesem Jahr den Schmäh-Preis "Goldener Windbeutel" der Verbraucherschutz-Organisation Foodwatch. Seine Alete-Trinkmahlzeiten für Kinder wurden von Verbrauchern zur größten Werbelüge des Jahres gewählt. Auf Platz 2: Hühnersuppe ohne Huhn.
Post will Briefporto im nächsten Jahr auf 62 Cent erhöhen
Preiserhöhung
Die Deutsche Post dreht erneut an der Preisschraube: Standardbriefe sollen kommendes Jahr 62 Cent kosten, nur ein Jahr nach der vorherigen Preiserhöhung. Auch Sendungen ins Ausland sollen teurer werden. Den Aufschlag muss sich der Ex-Monopolist wegen seiner Marktmacht aber noch genehmigen lassen.
Umfrage
Fastfood-Ketten wollen den Mindestlohn aushebeln - verstehen Sie die Empörung der Angestellten?

Fastfood-Ketten wollen den Mindestlohn aushebeln - verstehen Sie die Empörung der Angestellten?