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Schienenverkehr

RRX soll schneller beschleunigen als in ICE

Briten haben Interesse am Rhein-Ruhr-Express
Das ist er nicht, obwohl schon RRX draufsteht: Für das Projekt Rhein-Ruhr-Express laufen jetzt die Ausschreibungen für Betreiber und Zug-Lieferanten. Foto: Archiv/Helmuth Vossgraff/WAZ FotoPool

Die Verkehrsunternehmen müssen so nicht auch die Millionen-Investitionen für die Nahverkehrszüge stemmen, sondern beziehen die Fahrzeuge von den fünf RRX-Verkehrsträgern, also den beteiligten Verkehrsverbünden. Natürlich gegen Geld.

Die Ausschreibung dazu läuft bereits seit Oktober. Gesucht werden Angebote für etwa 85 elektrisch angetriebene Doppelstocktriebfahrzeuge. Mit geforderten 800 Sitzen je Zug (als "Doppeltraktion") würde sich das Angebot je Linie im Vergleich zu heute bis zu verdoppeln.

"Für diese Fahrzeuge sind Neukonstruktionen notwendig", heißt es beim VRR. Anders als die bisherigen Triebfahrzeuge, die vom Hersteller Stadler stammen, werden für den RRX Doppelstock-Fahrzeuge benötigt. Die RRX-Züge sollen zudem:

  • einen niedrigen, rollstuhlgerechten Einstieg haben (76 Zentimeter über Schienenoberkante)
  • schneller als ein ICE beschleunigen
  • bis zu Tempo 160 fahren und innerhalb das von 72,5 Sekunden erreichen
  • dürfen nicht länger sein als 215 Meter
  • in Typ, Farbe und Beschriftung einheitlich sein, um flexibel auf den Linien eingesetzt bzw. getauscht werden zu können

Das besondere am RRX-Konzept ist zudem, dass die Fahrzeughersteller nicht nur die Züge liefern sollen, sondern auch Service und Wartung garantieren müssen - für 30 Jahre Nutzungszeit.

RRX-Betreiber sollen Ende 2014 feststehen

Hinter den Kulissen war befürchtet worden, dass diese Forderungen den Wettbewerb der Zughersteller erschweren könnten. Doch laut Pro Bahn-Sprecher Ebbers gibt es viele Interessenten; die vier Branchenriesen Siemens, Alstom, Stadler und Bombardier seien jedenfalls im Bieterverfahren. Für Ebbers "ein großer Erfolg", der Hoffnung macht, dass sich der RRX auch verwirklichen lässt.

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Dennoch gibt es noch offene Fragen. Aus Sicht der Bahnunternehmen lässt die Ausschreibung des RRX-Betriebs offen, ob die Unternehmen auch das Erlös-Risiko der Linien übernehmen, also auch Gewinne erwirtschaften können. Oder ob die Unternehmen eher als "reine Lohnkutscher" fungieren sollen, wie es in der Branche heißt.

Streckenausbau für den RRX lässt noch auf sich warten

Bis Ende dieses Jahres soll feststehen, wer die künftigen RRX-Linien betreibt. Bis 11. März haben interessierte Unternehmen noch Zeit, sich um die Teilnahme zu bewerben. Details würden danach in einem "Verhandlungsverfahren" ausgehandelt, heißt es beim VRR.

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Bis der RRX dann tatsächlich im 15-Minuten-Takt den Ballungsraum an Rhein und Ruhr verbindet, dürften aber noch einige Jahre vergehen. Züge und Betreiber sollen 2018 erstmals auf die Strecke gehen - mit mehr Sitzangebot und bereits etwas kürzeren Taktzeiten.

Endgültige RRX-Umsetzung ist noch Zukunftsmusik

Für die endgültige Umsetzung sind allerdings die Trassen in NRW noch nicht ausgelegt. Während der Bund in Teilen zugesichert hat, das nötige Geld bereitzustellen, ist laut Pro Bahn noch völlig unklar, wie sich Anlieger verhalten werden, die vom notwendigen Streckenausbau betroffen sein werden. Zwischen Köln und Duisburg etwa soll die Trasse von vier auf sechs Gleise erweitert werden. "Da müssen auch Gebäude abgerissen werden", sagt Lothar Ebbers. Für den Düsseldorfer Süden würde das Planverfahren bereits laufen. Andere Bauvorhaben - etwa eine neue Bahnbrücke am Dortmunder Haupbahnhof - sind längst noch nicht so weit.

Bis das RRX-Projekt komplett ist, lassen derzeit auch die Verkehrsträger offen. Der "Vorlaufbetrieb" bis zum Übergang ist laut VRR datiert auf "2018 bis 202X"

 

Dagobert Ernst

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Kommentare
13.02.2014
13:02
Briten haben Interesse am Rhein-Ruhr-Express
von notorisch | #11

Der Himmel steh uns bei! Britische Firmen pfuschen in unserem Eisenbahnwesen herum?
Nachweislich diverser (schwerer) Unfälle in den letzten Jahren,...
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Briten haben Interesse am Rhein-Ruhr-Express
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2014-02-12 07:06
Rhein-Ruhr-Express,RRX,VRR,Verkehr,Nahverkehr,Schienenverkehr,Bahn,Deutsche Bahn AG, National Express,Ruhrgebiet,Nordrhein-Westfalen
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