Rentner bekommen Ärger mit dem Fiskus
06.01.2009 | 09:09 Uhr 2009-01-06T09:09:00+0100
Berlin. Millionen Rentnern droht 2009 ein böses Erwachen. Denn der Fiskus wird seine Steuern bei säumigen Ruheständlern schon bald mithilfe eines elektronischen Meldeverfahrens eintreiben. Schummeln und Wegducken vor dem Finanzamt ist dann kaum mehr möglich. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.
Welche Rentner sind von der Steuerpflicht betroffen?
Seit 2005 gilt das so genannte Alterseinkünftegesetz. Damit ist der steuerpflichtige Anteil der Rente deutlich gestiegen. Rund ein Viertel der 20 Millionen Rentner muss Steuern zahlen. Und es werden immer mehr, weil der so genannte Ertragsanteil der Rente jedes Jahr um zwei Prozent steigt, das steuerliche Existenzminimum von 7664 Euro aber unverändert bleibt. Neurentner des Jahrgangs 2005 zahlen auf 50 Prozent ihrer gesetzlichen Rente Steuern, wer 2006 in Rente ging, muss schon auf 52 Prozent Steuern zahlen. Ein Neurentner des Jahres 2009 zahlt demnach auf 58 Prozent seiner gesetzlichen Rente Abgaben. Ab 2040 ist die gesetzliche Rente dann voll steuerpflichtig.
Ab welchem Einkommen greift die Steuerpflicht?
Wer konkret wie viel Steuern zahlt, hängt von mehreren Faktoren wie dem persönlichen Einkommensteuersatz, dem Alter und der Art der Einkünfte ab. So werden private Renten anders besteuert als Einkünfte aus der gesetzlichen Kasse, Betriebsrenten anders als Zinsen, Nebeneinkünfte oder Mieteinnahmen. Als Orientierungsmarke gilt nach Berechnungen der Rentenversicherung Bund: Ein alleinstehender Neurentner des Jahres 2008 bleibt bis zu einen Jahreseinkommen von rund 16.800 Euro gesetzliche Rente steuerfrei (Verheiratete: 33.600 Euro). Wer höhere Einkünfte hat, zahlt Steuern. Vor allem jene Rentner müssen also zahlen, die neben ihrer gesetzlichen Rente zusätzliche Einkünfte aus Mieten, Zinsen oder einem Nebenerwerb beziehen.
Was ändert sich 2009?
Gesetzlich bleibt alles beim Alten. Doch im Laufe dieses Jahres beginnt das elektronische Meldeverfahren. Alle Rentenversicherer melden der „Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen" unter Angabe der Steueridentifikationsnummer ihre Zahlungen an die Versicherten. Die Zulagenstelle sammelt die Daten zentral und leitet sie an die Behörden der Länder weiter, schließlich landen die Informationen beim zuständigen Finanzamt. Der Finanzbeamte hat also einen genauen Überblick über alle Einkünfte der Rentner, sofern sie aus einer Rentenkasse kommen. Was sich 2009 ändert, ist mithin der Vollzug: Der Fiskus eröffnet die Jagd auf die Rentner. Nach Schätzung der Deutschen Steuergewerkschaft haben zwei Millionen Rentner bisher keine oder zu wenig Steuern bezahlt – aus Unwissenheit oder absichtlich.
Wann geht es los?
Voraussichtlich im Oktober. Durch technische Probleme hat sich der Start des elektronischen Meldeverfahrens aber verzögert, heißt es im Bundesfinanzministerium.
Welche Daten leiten die Rentenversicherer an das Finanzamt weiter?
Die Meldungen reichen bis 2005 zurück. Wer seither durch die gesetzlichen Neuerungen steuerpflichtig ist, bislang aber noch keine Steuern gezahlt hat, und außerdem Glück gehabt hat, könnte deshalb jetzt ins Visier der Finanzämter geraten. Im schlimmsten Fall werden hohe Nachzahlungen, Zinsen, vielleicht auch Strafen fällig.
Was sollten Rentner tun?
Ruhe bewahren. Noch ist Zeit genug, dem Fiskus zuvorzukommen. In einem ersten Schritt sollten Ruheständler prüfen, ob sie steuerpflichtig sind. Rund drei Viertel aller Senioren zahlen wegen hoher Freibeträge nach wie vor keine Steuern. Wer allerdings höhere Einkünfte hat, zumal aus mehreren Quellen, sollte sich wegen der komplizierten Berechnungen von einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein helfen lassen. Wird eine Steuerpflicht festgestellt, gilt es, möglichst rasch Initiative zu ergreifen. Versäumte Steuererklärungen der Vorjahre, ob versehentlich oder absichtlich unterlassen, sollten nachgereicht werden. Je länger man wartet, desto höher wird die Zinsnachzahlung. In den meisten Fällen dürften die Finanzbeamten kulant sein, weil viele Rentner von den gesetzlichen Neuerungen nicht informiert waren. Doch grundsätzlich gilt: Der Fiskus kann Steuern bis zu zehn Jahren nachfordern. Steuersäumnisse von vor 2005 fallen allerdings weit weniger auf, weil die Daten noch nicht zentral erfasst wurden.

17:34
Gleiches Recht für alle . . .
Ich war 35 Jahre berufstätig, bin seit 2005 Rentnerin, ab 2008 Witwe und zahle Steuern
bestimmt bis zum Lebensende. Ich finde es deshalb nur gerecht, dass da, wo die Renten über
der Orientierungsmarke liegen, auch Steuern gezahlt werden. Nur Mut zu Info, meist ist es gar nicht so schlimm wie gedacht.
Miteinander.
17:33
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18:58
Wenn der Fiskus meinen Eltern zu nahe kommt, Dann gibts richtig Ärger mit mir.
Mein Vater hat 50 Jahre geschuftet und 50 Jahre lang Rentenbeiträge bezahlt.
Er bekommt eh schon viel weniger raus, als er verdient hätte, denn so lange lebt er wahrscheinlich gar nicht mehr. Und jetzt kommen junge Schnösels daher, und wollen ihm an seine mickrigejn Kröten? Auch noch für Leute die nie ins soziale Netz eingezahlt haben ? Da reg ich mich richtig drüber auf.
Finger weg, sage ich!!!
11:31
@H4darum
Schon mal was von sozialem Frieden gehört? Es wird nicht nur in diesem Lande NIE WIEDER so etwas wie Vollbeschäftigung geben, dafür aber genug Arbeitssuchende!
Die sogenannte Hilfe zur Selbsthilfe war vor diesem Hintergrund das Papier nicht wert, auf dem es festgeschrieben wurde!
Herausgekommen sind Beschäftigungstherapien, die danach in 1 Öre-Jobs oder gleich in eine Abkommandierung zum Sklavenhändler (auch Leihfirmen genannt) münden!
Ohne Hartz4 würde die Verarmung exorbitant ansteigen - tja, und dann sind wir auch schon wieder beim Thema Sozialer Frieden! Den sehe ich bereits durch das Heer der entmündigten Harzer gefährdet!
Ansonsten habe ich längst keinen Respekt mehr vor Menschen ihren Schlages, die - vllt. sogar besseren Wissens - hier gesellschaftsspaltend Mitmenschen als Sozialschmarotzer über einen Kamm zu scheren!
Wer die wahren Schmarotzer sind, haben die vergangenen Monate in aller Eindeutigkeit gezeigt. Aber diese Herrschaften zu kritisieren, dazu gehört schon Sachverstand. Da ist es doch wesentlich einfacher, pauschal auf eine Gruppe ein zu dreschen, die - vermeintlich - unter einem steht.
Erbärmlich...
10:51
warum ncht gleich arschgeigen.
10:32
Es muss wieder das Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe greifen, und nicht das lebenslange Anrecht auf Unterstützung durch die Steuerzahler. Was gibt ein H4 dem Staat?
10:03
Der Fiskus eröffnet die Jagd auf die Rentner. Dieser Satz kann jedem Rentner nur die Zornesröte ins Gesicht treiben. Die WAZ Mediengruppe hat bereits die Sprache der Boulevardblätter übernommen. Pfui.
09:47
Man darf nicht alle Hartz IV Bezieher über einen Kamm scheren. Hier gibt es auch solche und solche, wie in allen übrigen Bevölkerungsschichten, in dieser Republik. Aber davon abgesehen. Der Staat schenkt keinem etwas. Auch nicht denen, welche ihr Leben lang hart gearbeitet und Steuern bezahlt haben, und im letzten Drittel ihres Lebensabschnittes, auch noch abgezockt werden. Hoffentlich erinnern sich die ca. 20 Millionen Rentner(innen) bei der Bundestagswahl daran, und fallen nicht wieder, auf die Wahlversprechungen, der großen Volksparteien herein, welche dann, nach gewonnener Wahlschlacht, Makulatur von gestern sind!
09:21
Die größten Abzocker im Land ist das Heer der H4 Empfänger sie sind der Mühlstein dieser Gesellschaft. Bestes Beispiel #7. Dazu ist dann nichts mehr weiter zu sagen.
09:03
Junge , junge was haben wir da bloß für ein Saupack gewählt.. aber im September ist Zahltag.
Von diesen Gesäßviolinen werde ich keinen mehr wählen.