Das aktuelle Wetter NRW 8°C
Steuereinnahmen

Reiche tragen weniger zum Steueraufkommen bei

03.11.2012 | 12:41 Uhr
Funktionen
Reiche tragen weniger zum Steueraufkommen bei
Steuereinnahmen sprudeln weiter kräftig (dapd)

Berlin  Der Anteil der Einnahmen des Fiskus aus Haushalten mit hohem Jahreseinkommen ist in den vergangenen Jahren von 19,2 Prozent auf 17,3 Prozent gesunken. Ursache dürfte die anhaltende Entspannung auf dem Arbeitsmarkt sein. Linke pochen dennoch auf Reichensteuer.

Steuerzahler mit mehr als 250.000 Euro Jahreseinkommen haben in den vergangenen Jahren immer weniger zum Gesamtaufkommen der Einkommensteuer beigetragen. Die "Passauer Neue Presse" (Samstagausgabe) berichtete, das gehe aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor. Im Jahr 2007 seien auf diese Gruppe noch 19,2 Prozent der Einkommensteuereinnahmen entfallen, 2011 seien es nur noch 17,3 Prozent gewesen. Der Anteil der Menschen mit Einkommen über 250.000 Euro sei dagegen nahezu konstant geblieben.

Hintergrund der Entwicklung könnte die hohe Beschäftigungsquote in Deutschland sein, die in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen ist - und damit dem Finanzminister Rekordeinnahmen bescherte. Das heißt, das Steueraufkommen aus kleinen und mittleren Einkommen ist auf einem Rekordniveau. Darüberhinaus ist die Einkommensschere in jüngster Zeit erstmals seit Jahren wieder kleiner geworden , da die Gewerkschaften deutliche Tariferhöhungen durchsetzen konnten.

Der Linken-Vorsitzende Bernd Riexinger sieht dennoch Handlungsbedarf: "Wir werben für eine Hollande-Steuer nach französischem Vorbild, 75 Prozent auf jeden Euro Einkommen über eine Million, fünf Prozent Steuer auf jeden Euro Vermögen über eine Million." Auf Bundesebene müsse man den Kampf gegen Steuerflucht in einer "SoKo Finanzmafia" bündeln. (dapd)

Kommentare
05.11.2012
19:12
Reiche tragen weniger zum Steueraufkommen bei
von Klug99 | #20

von buerger99 | #19
Falsch!
Der für 12.000 Euro fährt keinen Opel mit 2 l Hubraum sodern irgendetwas mit 3 - 5l-Hubraum und das kostet mehr! Auch die Kinder werden nicht bei Takko eingekleidet sondern mit Edelmarken, auch das ist teurer! Also doch gerecht? Übrigens müssen die auch allewo voll bezahlen, egal ob Miete, Kita oder öPNV ;-)
Aber Reichtum fängt nicht bei 144 tsd Euro an, sondern bei wesentlich höheren Einkommen, ebenfalls wird häufig das Risiko solcher Einkommen nich berücksichtigt. Nach meiner Auffassung müßte hier eine Lebenssteuer (und nicht die Jahressteuer) greifen, die auch Sozialleistungen, Renten und Ausbildungskosten berücksichtigt! - Real wird es aber so aussehen, dass nur ein einträgliche Steuerbeträge durch Steuererhöhung bei relativ geringen Einkommen (nämlich ab ca. 70 tsd. Euro) generiert werden können und damit für die Politik interessant sind!

05.11.2012
13:55
Reiche tragen weniger zum Steueraufkommen bei
von buerger99 | #19

Ein wunderbares Beispiel ist die Kilometer Pauschale. Maximal 4500€ kann man angeben ( was ca. 65km Entfernung entspricht ) und nun kann jeder mal eine Einkommenssteuer Jahresausgleichssoftware bemühen und nachsehen was sie für eine Steuerersparnis bringt mit einem Einkommen Brutto/Monat von 2000€ / 3000€ / 4000€ /12000€. Wahlweise als Singel, Verheiratet mit oder ohne Kinder ;-)
Die Kosten für Auto und Sprit sind für alle gleich!
Auch beim Kindergeld wird schon unterschieden zwischen Kindergeld und Freibetrag. Der Freibetrag bringt Reichen mehr, darum wurde er eingeführt ;-)
Somit erfolgt die größte Umverteilung durchs Steuerrecht und das legitimiert durch die Legislative unseren Volksvertretern die ja eigentlich zum Wohle des ganzen Volkes handeln sollten !
Aber was erwartet man von Steinbrück und co. Parlaments-HartzIV beziehen und locker dazuverdienen. Da muss man ja viel Zeit haben im Bundestag, ich dachte das wäre ein Vollzeit Job, man sagt uns nur nicht wofür ;-)

05.11.2012
13:45
Reiche tragen weniger zum Steueraufkommen bei
von buerger99 | #18

Was nicht wirklich verwundert. Jeder Deutsche hat das Recht bei seiner Einkommenssteuererklärung die jährlichen Kosten für :
- Gärtner bis zu 3000€/Jahr
- Nachhilfe, Internat, Nanni, Putzfrau
- Arbeitszimmer
- Verluste aus Schiffsbeteiligungen etc.
- private Altersvorsorge, Krankenversicherung
anzugeben und somit sein zu versteuerndes Einkommen zu reduzieren.
Leider muss man aber auch des entsprechende Einkommen haben um diese "Kosten" tragen zu können und leider greifen auch Einkomensabhängige Höchstgrenzen.
Auch die EEG Umlage spült Vermögenden Geld in die Kasse und kassiert 30 Mrd.€ von allen ab.
Diese Scheindiskussion über eine "Reichensteuer" ist Augenwischerrei. Das einzige was zu mehr Gerechtigkeit führt ist die Streichung von Abzugsmöglichkeiten bei der Einkommenssteuer. Denn dadurch werden Reiche reicher und Arme noch ärmer!

05.11.2012
08:46
Reiche tragen weniger zum Steueraufkommen bei
von TVtotal | #17

Is doch logisch...erstens können die ihre Kohle Verbunkern, im Ausland
zweitens zahlen die weniger Steuern für ihre Gewinne aus der Kapitalertragssteuer(25%) als die Menschen die für ihre 1300 € Netto richtig arbeiten müssen

04.11.2012
18:26
Reiche tragen weniger zum Steueraufkommen bei
von Pucky2 | #16

Das hat nichts mit Neid zu tun, wenn es wirklich Chancengleichheit gäbe. Es ist aber Fakt, dass es keine Chancengleichheit gibt. Warum bekommen denn Kinder von Akademikern -bei gleicher Leistung des Kindes- dreimal häufiger eine Empfehlung für das Gymnastium? Wo ist denn da die Chancengleichheit?

Es ist auch Fakt, dass viele Superreiche keinen Finger für das Vermögen gekrümmt haben, da sie einfach geerbt haben.

Es ist ungerecht, dass man bei Einkommen aus Arbeit bis zu 43% Steuer zahlen muss, bei Einkommen aus Kapital aber nur 25%.

Es ist ungerecht, dass die oberen 10% der Bevölkerung über Zweidrittel des Gesamtvermögens der Bundesrepublik haben.

Ca. 15% der Kinder in D wachsen in Armut auf.

und noch so viele Wahrheiten, die einige hier leugnen wollen!!!!

Das alles hat nichts mit Neid zu tun, sondern mit ungerechter Verteilung von der Mitte nach Oben.
Alle Beispiele hier sind übrigens aus Studien der Bundesregierung selber, die mal in der Presse veröffentlicht wurde.

04.11.2012
17:43
Reiche tragen weniger zum Steueraufkommen bei
von prorevier | #15

Was für ein plumper Propagandatrick, aber die Masse reagiert natürlich brav wie vorab kalkuliert.
Man hätte auch schreiben können, dass die Reichen weniger verdient haben oder das die Einkommensschere sich deutlich verkleinert hat. Aber das will ja kein Klassenkämpfer lesen, also bekommt er diesen extrem durchsichtigen Aufmacher.

04.11.2012
15:14
Reiche tragen weniger zum Steueraufkommen bei
von holmark | #14

und sie nutzen das Steueraufkommen für ihren privaten Reichtum, indem sie auf Kosten der Steuerzahler ihr Vermögen mehren...

04.11.2012
14:51
Reiche tragen weniger zum Steueraufkommen bei
von dsnero | #13

Hier fehlen doch ein paar Zahlen zur Einordnung, z.B.
Welcher Anteil des Einkommens fällt denn auf die über 250.000er?
Und keine Sorge - die Tariferhöhungen schaffen netto Kaufkraft nicht mal einen Statuserhalt.
Bei den über 250.000ern hatten wir 2 stellige Zuwächse in den letzten Jahren.
Das stimmt was anderes nicht

04.11.2012
14:25
Der Neid auf die die mit Hartz4 geschenkt bekommen
von meigustu | #12

ist in der Tat sehr weit verbreitet. Ein völlig irrationaler Neid, denn bringt man es auf den Punkt will keiner der mehr hat auch nur einen Euro von seinem Mehr abgeben um sich dem beneideten Einkommen anzunähern.

Merkwürdig ist auch, dass in Zeiten hoher Steuersätze die Staatsverschuldung deutlich niedriger war.

04.11.2012
14:07
Reiche tragen weniger zum Steueraufkommen bei
von Broncezeit | #11

Wenn Schere zwischen Reich und Arm kleiner wird wird auch die Schere zwischen den armen und den reichen Steuerzahlern kleiner.
Also ein gutes Ergebnis.
Das ist so auch wenn die Neider es nicht kapieren.

Aus dem Ressort
IHK baut Personal ab weil Mitglieder weniger zahlen
Sinkende Einnahmen
18 von insgesamt 82 Stellen sollen bis Mitte 2016 bei der IHK Mittleres Ruhrgebiet wegfallen. Die Einnahmen sind rückläufig.
Streiks bei Amazon sollen bis Heiligabend weitergehen
Amazon
Am Montag geht der Weihnachtsstreik bei Amazon in die zweite Woche. Amazon betont, dass es trotz des Streiks keine Lieferverzögerungen gebe.
Enervie will die Stärken der Region weiterentwickeln
Enervie
Blick ins neue Jahr: Seite an Seite mit der Region möchte Enervie-Vorstandssprecher Ivo Grünhagen die Ziele seines Unternehmens 2015 weiterentwickeln.
Umsatzrückgang bei BJB in Neheim hält an - Schwieriges Jahr
Geschäftsbilanz
Das Lichttechnik-Unternehmen BJB in Neheim konnte auch im Geschäftsjahr 2014 den Abwärtstrend nicht stoppen: Der Umsatz ging weiter leicht zurück.
Problemlöser Eggheads zerbrechen sich für andere den Kopf
Mittelstand-Serie
Eine Firma mit ungewöhnlichem Namen hat sich als Anbieter von Produktionsplattformen etabliert. Große Touristikunternehmen gehören zu seinen Kunden.