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Wachstum

Regierung senkt Wachstumsprognose für 2013 auf ein Prozent

17.10.2012 | 12:15 Uhr
Regierung senkt Wachstumsprognose für 2013 auf ein Prozent
Bundeswirtschaftsminister Rösler spricht von "stürmischen Gewässern" - und senkt die Wachstumsprognose für Deutschland.Foto: dapd

Berlin.  "Deutschland durchquert stürmische Gewässer", sagt der Bundeswirtschaftsminister und meint damit unter anderem die Schuldenkrise in Europa. Für 2013 hatte die Regierung im Frühjahr noch ein Wachstum von 1,6 Prozent erwartet. Nun ist es nur noch ein Prozent. Für 2012 hob sie ihre Prognose aber leicht an.

Die Eurokrise drückt stärker als erwartet auf die Wirtschaft in Deutschland . Die Bundesregierung geht in ihrer am Mittwoch vorgestellten Herbstprognose nur mehr von 1,0 Prozent Wachstum für nächstes Jahr aus. "Deutschland durchquert stürmische Gewässer angesichts der europäischen Staatsschuldenkrise und der konjunkturellen Abschwächung von Schwellenländern", sagte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) in Berlin. In der Folge hielten sich die Unternehmen "seit einiger Zeit bei Investitionen zurück", erklärte Rösler. Es sei wichtig, verlorenes Vertrauen bei den Unternehmern wieder zurückzugewinnen.

Noch im Frühjahr hatte die Regierung 1,6 Prozent Wachstum für 2013 erwartet. Für das laufende Jahr hob die Bundesregierung ihre Prognose hingegen leicht an. Sie rechnet mit einem Wachstum von 0,8 Prozent. Im Frühjahr hatte sie noch 0,7 Prozent prognostiziert.

Herbstgutachten
Wirtschaftsforscher warnen vor Rezession

Das von der Bundesregierung in Auftrag gegebene Herbstgutachten sagt für die krisengebremste deutsche Wirtschaft eine weitere Flaute voraus. Erst mit einem Abklingen der Währungsturbulenzen in der Euro-Zone könnten die Exporte und damit die gesamte Wirtschaft wieder Fahrt aufnehmen.

Der Arbeitsmarkt wird jedoch stabil gesehen. So rechnet die Bundesregierung mit einer leichten Abnahme der Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt 2012 auf rund 2,9 Millionen. Die Zahl der Arbeitslosen soll im kommenden Jahr in etwa konstant bleiben.

Viel hängt von der Entwicklung der Euro-Krise ab

Vieles spreche dafür, dass im nächsten Jahr die Weltwirtschaft wieder an Schwung gewinne, sagte Rösler. "Dann dürfte auch in Deutschland die konjunkturelle Dynamik wieder anziehen", fügte der Minister hinzu. Wachstumsimpulse würden wieder verstärkt vom Außenhandel kommen, wenngleich auch nicht so stark wie in vergangenen Jahren. Für 2012 erwartet die Bundesregierung einen Zuwachs der deutschen Exporte von 4,1 Prozent, für 2013 von 4,4 Prozent. Allerdings kam der Zuwachs in diesem Jahr vor allem von Ländern außerhalb des Euroraums.

Viel hängt somit von der weiteren Entwicklung der Eurokrise ab. Beschlossene Strukturreformen in den Euro-Krisenländern, einhergehend mit einer Haushaltskonsolidierung seien weiterhin der richtige Weg aus der Krise, betonte Rösler. Dies werde auch von den Finanzmärkten anerkannt. Vor allem Länder wie Irland und Portugal seien auf dem richtigen Weg, sagte der Minister. Gleichzeitig drängte Rösler darauf, bereits gegebene Reformversprechen einzuhalten. "Den Worten müssen jeweils auch Taten folgen."

Angesichts der Absenkung der Wachstumsprognose erklärte der CDU-Wirtschaftsrat, Deutschland als europäischer Stabilitätsanker sei gefährdet. "Wir befinden uns bereits im Sog der europäischen Austeritätspolitik. Die Schwächen der Südlander ziehen uns in die Fiskalkrise mit hinein", warnte der Wirtschaftsrat. Um der Wirtschaft nicht weiter zu schaden, sprach sich das Gremium gegen ein "Hochdrehen der Steuerschraube" aus und forderte einen entschlossenen Defizitabbau.(dapd, afp)

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Kommentare
19.10.2012
15:27
Regierung senkt Wachstumsprognose für 2013 auf ein Prozent
von michalek | #7

Diese Meldung überrascht doch niemanden mehr. Bei Rösler geht doch alles schief und es werden doch laufend seine vollmundigen Aussagen später korrektiert.

18.10.2012
08:50
Regierung senkt Wachstumsprognose für 2013 auf ein Prozent
von MalNachgedacht | #6

Äh, moment mal...
Also, unser Binnenmarkt ist seit Jahren am Ende, weswegen unsere Exportwirtschaft das Letzte ist, was uns noch geblieben ist.
Nun würgen wir über Kürzungsdiktate ("Sparprogramme") die Nachfrage der übrigen Euro- Länder ab, was natürlich den Export und damit die Unternehmenssteuern mindert, weswegen Fipsi Rösler unbedingt Steuern senken will...Ey, mal im Ernst: Irrenhaus???

17.10.2012
19:20
Regierung senkt Wachstumsprognose für 2013 auf ein Prozent
von kuba4711 | #5

Und da schlägt sie wieder zu ,die späte Rache des Vietcong.

17.10.2012
13:37
Regierung senkt Wachstumsprognose für 2013 auf ein Prozent
von DerMerkerNRW | #4

Ob die Bundesverwaltungsregierung was prognostiziert, oder in China fällt ein Sack Reis um, kommt auf das Gleiche raus! Bei soviel Inkompetenz und Bl.dheit speziel von unserem sogenannten Wirtschaftsminister, da ist eigentlich jeder Kommentar überflüssig!

Armes Deutschland

17.10.2012
12:52
Wenn ich mich recht erinnere....
von hamicha | #3

sind zumindest die in den letzten ca. 20 Jahren erstellten Prognosen ( von welchen "Weisen" auch immer ) im betreffenden Jahr nach unten korrigiert worden.
Somit wird vmtl. 2013 auch kein Wachstum mehr stattfinden,da Wahlkrampfjahr und das kostet halt.
Irgend ein ganz schlauer Politiker fand auch Gefallen an der unmöglichen Wortschöpfung :
"Minuswachstum" .
Tja, gewisse Defizite sind heute eben bei fast allen Volksvertretern festzustellen

1 Antwort
Regierung senkt Wachstumsprognose für 2013 auf ein Prozent
von meinemeinungdazu | #3-1

"Minuswachstum"??? Hauptsache Wachstum.

17.10.2012
12:36
Regierung senkt Wachstumsprognose für 2013 auf ein Prozent
von unwitz | #2

Ein Prozent wäre vor dem Hintergrund der allgemeinen Weltwirtschaftslage ein großartiges Ergebnis.

Im Entwicklungsstadium mit im Trend linearen Wachstum werden höhere Raten von um die 2 Prozent ohnehin nur noch in Ausnahmejahren möglich sein.

17.10.2012
12:22
Regierung senkt Wachstumsprognose für 2013 auf ein Prozent
von meinemeinungdazu | #1

Weniger Geld in den Händen der Bürger fördert keine Inlandsnachfrage. Das sollte ein Minister wissen. Was tut er dagegen??? Nichts! Autos kaufen keine Autos.

1 Antwort
Autos kaufen keine Autos
von holmark | #1-1

Stimmt. Und Politiker kaufen auch keine Autos, sie lassen für sich kaufen - uns!

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