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Zu schnell gefahren - ein km/h zuviel, kann 200 Euro Unterschied machen

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Bußgeld, Punkte, Fahrverbot - damit müssen Raser beim Blitzmarathon der Polizei NRW rechnen
Wer zu schnell fährt, der muss zahlen - das gilt nicht nur beim Blitzmarathon.Foto: Stephan Eickershoff/WAZ FotoPool

In Fünfer- und Zehner-Schritten ist der Bußgeld-Katalog in Sachen Gasfuß gestaffelt: Tempo 85 an einer Tempo-60-Stelle auf einer Landstraße kostet laut Regelsatz 70 Euro Buße (plus ein Punkt in Flensburg); ab Tempo 86 werden 80 Euro fällig (plus drei Punkte) - so besagt es der Bußgeldkatalog. Wenn noch andere Delikte hinzukommen, etwa eine konkrete Verkehrsgefährung anderer Personen durch das Rasen, wird es teurer; auch ein Fahrverbot kann dann im Fall des Falles verhängt werden.

Der größte Sprung im Bußgeld-Katalog ist bei Tempo-Überschreitungen zwischen 51 und 60 Km/h und 61 bis 70 km/h zu finden. Tempo 101 in der Innenstadt, wo 50 Stundenkilometer erlaubt sind, oder Tempo 111 machen beim Blick auf die Punkte in der Verkehrssünderkartei keinen Unterschied: vier werden jeweils berechnet. Der Regelsatz beim Bußgeld aber zeigt von 280 Euro bei Tempo 101 auf 480 Euro bei Tempo 111.

95 Prozent aller Unfälle sind Folge von Regelverstößen

Zentralregister
Punkte in Flensburger Verkehrssünderkartei rechtzeitig abbauen
Punkte in Flensburger Verkehrssünderkartei rechtzeitig...

Die geplante Reform des Flensburger Zentralregisters soll das Punktesystem übersichtlicher, einfacher und gerechter machen. Dabei gibt es aber auch Veränderungen, die Verkehrssündern noch zu schaffen machen könnten. Darauf macht der TÜV Süd in München aufmerksam.

So verlängere sich die Tilgungsfrist von einzelnen Taten zum Teil deutlich - um mehr als das Doppelte. Auch soll der Abbau von Punkten in der Verkehrssünderkartei durch eine freiwillige Teilnahme an geeigneten Kursen künftig ausgeschlossen werden.

Abbau von bis zu vier Punkten

Punkteinhaber sollten also bald handeln und noch vor Umsetzung der Reform Punkte abbauen. "Je nach Punktestand können mit entsprechenden Kursen noch bis zu vier Punkte abgebaut werden", sagt Heidi Atzler vom TÜV Süd. (dapd)

Die Höhe der Bußgelder hängt auch davon ab, ob man 'Wiederholungstäter' ist. In einem solchen Fall würde Zu-schnell-Fahren mit einem zusätzlichen Fahrverbot bestraft, wenn man innerhalb eines Jahres zuvor bereits als Raser aufgefallen war. So sieht es die Straßenverkehrsordnung vor.

Laut Unfallauswertung gehen 95 Prozent aller Unfälle auf Regelverstöße zurück und sind damit vermeidbar, mahnt die NRW-Polizei. An erster Stelle steht dabei die überhöhte Geschwindigkeit. Die Kreispolizei Kleve macht das Risiko andere durchs Rasen zu schädigen mit einem Beispiel deutlich: "Wo ein Autofahrer mit 50 Stundenkilometern gerade noch rechtzeitig bremsen kann, prallt er bei einer gefahrenen Geschwindigkeit von 70 km/h noch mit weit über 40 km/h auf. Ein Kind, Fahrradfahrer oder Fußgänger erleidet dann häufig tödliche Verletzungen."

Verkehrsstudien belegen, laut Polizei: Bei 50 km/h Geschwindigkeit sterben zwei von zehn Fußgängern, die mit einem Fahrzeug kollidieren; bei 65 km/h Geschwindigkeit sterben bereits acht von zehnFußgängern. Das bedeutet: "Bereits eine 15 Stundenkilometer höhere Geschwindigkeit entscheidet darüber, ob deutlich mehr Menschen sterben".

Dagobert Ernst

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Kommentare
07.04.2014
00:02
Bußgeld, Punkte, Fahrverbot - damit müssen Raser beim Blitzmarathon der Polizei NRW rechnen
von FrankNeu | #20

Die Verantwortlichen scheinen die überflüssigen Polizeiressourcen lieber zur Sanierung der kommunalen Kassen zu nutzen, anstatt den Verbrechern den...
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Bußgeld, Punkte, Fahrverbot - damit müssen Raser beim Blitzmarathon der Polizei NRW rechnen
Bußgeld, Punkte, Fahrverbot - damit müssen Raser beim Blitzmarathon der Polizei NRW rechnen
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http://www.derwesten.de/wirtschaft/recht/blitzmarathon-das-kostet-zu-schnell-fahren-id7220752.html
2013-10-01 13:57
Blitzmarathon,Bußgeld,Straßenverkehr,Verkehrszentralregister,Verkehrssünderkartei
Recht