Zu schnell gefahren - ein Km/h zuviel, kann 200 Euro Unterschied kosten
2012-10-23T13:57:27+0200
In Fünfer- und Zehner-Schritten ist der Bußgeld-Katalog in Sachen Gasfuß gestaffelt: Tempo 85 an einer Tempo-60-Stelle auf einer Landstraße kostet laut Regelsatz 70 Euro Buße; ab Tempo 86 werden 80 Euro fällig - so besagt es der Bußgeldkatalog. Wenn noch anderer Delikte hinzukommen, etwa eine konkrete Verkehrsgefährung anderer Personen durch das Rasen, wird es teurer; auch ein Fahrverbot kann dann im Fall des Falles verhängt werden.
Der größte Sprung im Bußgeld-Katalog ist bei Tempo-Überschreitungen zwischen 51 und 60 Km/h und 61 bis 70 km/h zu finden. Tempo 101 in der Innenstadt, wo 50 Stundenkilometer erlaubt sind, oder Tempo 111 machen beim Blick auf die Punkte in der Verkehrssünderkartei keinen Unterschied: vier werden jeweils berechnet. Der Regelsatz beim Bußgeld aber zeigt von 280 Euro bei Tempo 101 auf 480 Euro bei Tempo 111.
95 Prozent aller Unfälle sind Folge von Regelverstößen
Die geplante Reform des Flensburger Zentralregisters soll das Punktesystem übersichtlicher, einfacher und gerechter machen. Dabei gibt es aber auch Veränderungen, die Verkehrssündern noch zu schaffen machen könnten. Darauf macht der TÜV Süd in München aufmerksam.
So verlängere sich die Tilgungsfrist von einzelnen Taten zum Teil deutlich - um mehr als das Doppelte. Auch soll der Abbau von Punkten in der Verkehrssünderkartei durch eine freiwillige Teilnahme an geeigneten Kursen künftig ausgeschlossen werden.
Abbau von bis zu vier Punkten
Punkteinhaber sollten also bald handeln und noch vor Umsetzung der Reform Punkte abbauen. "Je nach Punktestand können mit entsprechenden Kursen noch bis zu vier Punkte abgebaut werden", sagt Heidi Atzler vom TÜV Süd. (dapd)
Die Höhe der Bußgelder hängt auch davon ab, ob man 'Wiederholungstäter' ist. In einem solchen Fall würde zu-schnell-Fahren mit einem zusätzlichen Fahrverbot bestraft, wenn man innerhalb eines Jahres zuvor bereits als Raser aufgefallen war. So sieht es die Straßenverkehrsordnung vor.
Laut Unfallauswertung gehen 95 Prozent aller Unfälle auf Regelverstöße zurück und sind damit vermeidbar, mahnt die NRW-Polizei. An erster Stelle steht dabei die überhöhte Geschwindigkeit. Mit Blick auf den anstehenden "Blitz-Marathon" in dieser Woche macht die Kreispolizei Kleve das Risiko andere durch's Rasen zu schädigen mit einem Beispiel deutlich: "Wo ein Autofahrer mit 50 Stundenkilometern gerade noch rechtzeitig bremsen kann, prallt er bei einer gefahrenen Geschwindigkeit von 70 km/h noch mit weit über 40 km/h auf. Ein Kind, Fahrradfahrer oder Fußgänger erleidet dann häufig tödliche Verletzungen."
Verkehrsstudien belegen, laut Polizei: Bei 50 km/h Geschwindigkeit sterben zwei von zehn Fußgängern, die mit einem Fahrzeug kollidieren; bei 65 km/h Geschwindigkeit sterben bereits acht von zehnFußgängern. Das bedeutet: "Bereits eine 15 Stundenkilometer höhere Geschwindigkeit entscheidet darüber, ob deutlich mehr Menschen sterben".
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21:32
@cui.bono: Das sehe ich etwas anders. Es war in allen(!) Medien ja kaum zu übersehen, dass heute die große Blitzaktion geplant war.
Wer da trotzdem zu schnell fährt, ist es ja nu echt selbst schuld.......
...
Was aber nicht heißen soll, dass nicht ansonsten schon reichlich abgezockt würde....
16:42
Komisch, ich bin heute gut 250km durch NRW gefahren und habe nirgends die Rennleitung stehen sehen. Entweder fahre ich so anständig, das ich für die uninteressant war oder die standen nirgends.
Geblitzdingst wurde ich dieses Jahr zweimal, einmal in einer 30er Zone wo ich noch ein Tick zu schnell war und einmal nach dem Abbiegen beim Beschleunigen, wo ich dann leider eine idee zu schnell war. Je 15€, kann bei knapp 150000km im Jahr passieren.
14:21
Als erstes sollte mal das Bußgeld durch eine verdienstabhängige Zahlung ersetzt werden.
Das würde schon mal die Raser stoppen, die ihr Bußgeld aus der Portokasse zahlen.
Die wahren Raser kommen viel zu billig weg! Strafe nach Verdienst ist korrekt und bei Wiederholung ist der Flappen für immer weg! Jeder fährt mal zu schnell, warum auch immer, aber bei z.B. in einer Ortschaft steckt schon Absicht dahinter! Es hat jeder die Chance sich an die Straßenverkehrsordnung zu halten. Das Gejammer ist groß, wenn es Unfälle mit Toten gibt. Egal was die Polizei unternimmt oder unterlässt, es gibt immer üble meckerer.
11:42
kumpelanton | #7
wenn ich eine Bank überfalle bin ich ein Bankräuber, ob ich nu 50Euro oder 500.000 hab mitgehen lassen. (Nagut ab 1 Mio bin ich Bänker) Schlechtes Beispiel.
Aber so ähnlich verhält sich das mit dem Rasen in Städten.
Ab 51 km/h sind Sie ein Raser.
11:36
carbid | #5
Überstunden werden keine bezahlt sondern abgefeiert.
Und wir bezahlen Beamte immer, ob sie Bürger jagen oder in ihren Wachen Skat kloppen.
Das kostet den Steuerzahler IMMER das gleiche.
Mit den Wohnungseinbrüchen ist es das gleiche, Skat kloppende Bullen fangen genauso wenig Räuber wie Bürger jagende.
Angeordnete Überstunden (hier in Form eines Sondereinsatzes) sind sehr wohl auszuzahlen.
Von daher kostet das schon Geld.
Auch werden Polizeifahrzeuge bewegt, die sonst eigentlich einen Standtag hätten.
Das kostet Geld für Sprit.
Aber der Dauerwahlkampf des Herrn Jäger rechtfertigt auch diese Gelder.
Quatsch, allein die Essener Polizei schiebt 165000 Überstunden vor sich her - und durch die Blitzer-Aktionen kommen jede Menge dazu. Die abzufeiern ist in weiter Ferne, dazu ist das Personal viel zu knapp.
http://www.derwesten.de/staedte/essen/165-000-ueberstunden-bei-der-polizei-in-essen-id7009936.html
Anstonsten habe sie mehr als eine blühende Phantasie, wenn sie sich Polizisten vorstellen können, die lieber Skat kloppen als bei einem gemeldeten Wohnungseinbruch tätig zu werden. Aber da können sie ganz beruhigt sein, für solche krankhafte Wahnvorstellungen gibt es durchaus Behandlungsmöglichkeiten...
10:47
Es kommt immer mal vor, dass man einen Tick (60 statt 50) fährt. Dafür aber den Begriff "Raser" zu verwenden, halte ich für maßlos überzeugen. Damit kriminalisieren alltägliche Ordnungswidrigkeiten, die schlimmstenfalls ein Verwarnungsgeld kosten.
Nur mal so zurErinnerung:
Wo ich mit einer Vollbremsung aus 50 km/h zum Stehen komme, habe ich aus 60 km/h noch eine Geschwindigkeit von 35 km/h - und schon wieder eintotes Kind im Strassenverkehr.
Sehr richtig. Die meisten unterschaetzen 10Km/h zu schnell
10:19
Oha, carbid, erwischt worden? ;-)
Geschwindigkeitsverstöße sind keine Kavaliersdelikte, sondern gefährden Leben und Gesundheit. Insofern ist die Arbeitszeit der eingesetzten Beamten gut genutzt.
Nein, nicht erwischt worden.
Ich halte mich an die Limits!
09:58
Andere Zahlen wären in diesem Zusammenhang auch mal interessant.
Wie viele Überstunden mussten die Polizisten für diesen Marathon machen?
Was kostet das die Steuerzahler?
Oder auch
Wie viele Wohnungseinbrüche über Tag gab es während dieser Aktion?
08:27
Mensch nee, heute Morgen Innenstadt von Münster, viele zuckeln mit knapp 40 km/h durch die Stadt.
Manche überholen wo es geht und dann "knips".
Lieber Herr Jäger, blitzen Sie von mir aus jeden Tag immer und überall, aber BITTE ohne die Vorankündigungen!! Es bringt den Verkehr zu erliegen!
08:27
Wer mit 31 km/h in der Stadt und mit 41km/h ausserorts zu schnell faehrt ,ist nicht geeignet am Strassenverkehr teilzunehmen. Mit 81km/h ein Kind auf dem Zebrastreifen anfahren ,dann weiss jeder was uebrig bleibt.