Bußgeld, Punkte, Fahrverbot - damit müssen Raser beim Blitzmarathon der Polizei NRW rechnen

Wer zu schnell fährt, der muss zahlen - das gilt nicht nur beim Blitzmarathon.
Wer zu schnell fährt, der muss zahlen - das gilt nicht nur beim Blitzmarathon.
Foto: Stephan Eickershoff/WAZ FotoPool
Bußgeld, Punkte, Fahrverbot: Egal ob Blitzmarathon oder normale Geschwindigkeitskontrolle, wer motorisiert zu schnell erwischt wird, muss mit einem Bußgeld rechnen. Das kann bis zu 680 Euro kosten. Schon ein Stundenkilometer zu viel auf dem Tacho kann - je nach Tempo - eine Strafe um 200 Euro erhöhen.

Essen.. Mit mindestens 171 Stundenkilometern raste ein 25-jähriger Mann aus Hattingen mit seinem Audi in Bochum - mitten hinein in eine Geschwindigkeitskontrolle der Polizei. „Ich wollte mal sehen, was der Wagen so drauf hat“, soll er den Beamten erklärt haben. Von der Erfahrung darf der 25-Jährige noch etwas zehren: Mehrere Hundert Euro Strafe, drei Monate Führerscheinentzug - er war knapp 100 Stundenkilometer schneller gefahren, als an dieser Stelle erlaubt.

An 8. April startet der nächste Blitzmarathon in NRW. Autofahrer sollten sich also - wie immer - an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten. Wer es nicht tut und erwischt wird, darf ein Bußgeld erwarten; bis 35 Euro werden dabei von der Polizei vor Ort kassiert - ganz bequem, per EC-Karte.

Innerorts, außerorts - leichte Unterschiede bei Geldbußen

Die Straßenverkehrs-Ordnung setzt bei Verstößen auf eine dreifache Ahndung: Geld, Punkte, Fahrverbot. Teuer wird es bei Geschwindigkeitsüberschreitungen ab 21 Stundenkilometer - egal ob inner- oder außerorts. Dann bekommt man einen Punkt auf seinem Konto im "Verkehrszentralregister" aufgebrummt; der Bußgeldkatalog sieht zudem 70 Euro (außerorts) oder 80 Euro (innerorts) Regelsatz als Strafe vor.

Ein Fahrverbot riskiert auf jeden Fall, wer mit 31 bis 40 Stundenkilometer zu viel auf dem Tacho geblitzt wird: Wer in der Stadt mit 81 km/h unterwegs ist, wo 50 km/h gestattet sind, kann sich darauf einstellen, 160 Euro zu zahlen, drei Punkte in Flensburg verbucht zu bekommen - und ein einmonatiges Fahrverbot dazu. Außerorts kostet eine derartige Geschwindigkeitsüberschreitung laut Bußgeldkatalog-Regelsatz 40 Euro weniger, in Flensburg werden drei Punkte verbucht, ein Fahrverbot ist nicht vorgesehen.

Zu schnell gefahren - ein km/h zuviel, kann 200 Euro Unterschied machen

In Fünfer- und Zehner-Schritten ist der Bußgeld-Katalog in Sachen Gasfuß gestaffelt: Tempo 85 an einer Tempo-60-Stelle auf einer Landstraße kostet laut Regelsatz 70 Euro Buße (plus ein Punkt in Flensburg); ab Tempo 86 werden 80 Euro fällig (plus drei Punkte) - so besagt es der Bußgeldkatalog. Wenn noch andere Delikte hinzukommen, etwa eine konkrete Verkehrsgefährung anderer Personen durch das Rasen, wird es teurer; auch ein Fahrverbot kann dann im Fall des Falles verhängt werden.

Der größte Sprung im Bußgeld-Katalog ist bei Tempo-Überschreitungen zwischen 51 und 60 Km/h und 61 bis 70 km/h zu finden. Tempo 101 in der Innenstadt, wo 50 Stundenkilometer erlaubt sind, oder Tempo 111 machen beim Blick auf die Punkte in der Verkehrssünderkartei keinen Unterschied: vier werden jeweils berechnet. Der Regelsatz beim Bußgeld aber zeigt von 280 Euro bei Tempo 101 auf 480 Euro bei Tempo 111.

95 Prozent aller Unfälle sind Folge von Regelverstößen

Die Höhe der Bußgelder hängt auch davon ab, ob man 'Wiederholungstäter' ist. In einem solchen Fall würde Zu-schnell-Fahren mit einem zusätzlichen Fahrverbot bestraft, wenn man innerhalb eines Jahres zuvor bereits als Raser aufgefallen war. So sieht es die Straßenverkehrsordnung vor. Zentralregister

Laut Unfallauswertung gehen 95 Prozent aller Unfälle auf Regelverstöße zurück und sind damit vermeidbar, mahnt die NRW-Polizei. An erster Stelle steht dabei die überhöhte Geschwindigkeit. Die Kreispolizei Kleve macht das Risiko andere durchs Rasen zu schädigen mit einem Beispiel deutlich: "Wo ein Autofahrer mit 50 Stundenkilometern gerade noch rechtzeitig bremsen kann, prallt er bei einer gefahrenen Geschwindigkeit von 70 km/h noch mit weit über 40 km/h auf. Ein Kind, Fahrradfahrer oder Fußgänger erleidet dann häufig tödliche Verletzungen."

Verkehrsstudien belegen, laut Polizei: Bei 50 km/h Geschwindigkeit sterben zwei von zehn Fußgängern, die mit einem Fahrzeug kollidieren; bei 65 km/h Geschwindigkeit sterben bereits acht von zehnFußgängern. Das bedeutet: "Bereits eine 15 Stundenkilometer höhere Geschwindigkeit entscheidet darüber, ob deutlich mehr Menschen sterben".

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