Produktive Parks auf ehemaligen Bergbauflächen

Ziel von CultNature ist es, Parkflächen mit der Erzeugung erneuerbarer Energien wirtschaftlich tragfähig zu machen.
Ziel von CultNature ist es, Parkflächen mit der Erzeugung erneuerbarer Energien wirtschaftlich tragfähig zu machen.
Foto: Visualisierung: KLA kiparlandschaftsarchitekten
Was wir bereits wissen
Das Forschungsprojekt CultNature bereitet den Weg für nachhaltige Urbanität im Ruhrgebiet.

Essen.. „Wir wollen attraktive Parklandschaften nachhaltig realisieren, die für die Menschen eine höhere Lebensqualität erzeugen und die dauerhaft Erträge abwerfen, aus denen die Pflege sichergestellt werden kann,“ sagt Prof. Dr. Hans-Peter Noll über die Idee des Forschungsprojektes CultNature. RAG Montan Immobilien beteiligt sich gemeinsam mit NRW.Urban an dieser Umsetzungsstudie, die unter Federführung des Instituts Arbeit und Technik der „Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen Bocholt Recklinghausen“ läuft und vom Wirtschaftsministerium NRW gefördert wird.

Bis Ende April wurde gemeinsam mit den lokalen Akteuren an vier Standorten geprüft, wieweit sich die Planungsansätze von CultNature verwirklichen lassen: an der Sinteranlage in Duisburg und dem Bergwerk Emscher-Lippe in Datteln von NRW.Urban und an den Bergwerken Ost in Hamm und West in Kamp-Lintfort von RAG Montan Immobilien. Ziel ist es, die dortigen hochwertigen Freiflächen als „produktive Parks“ mit einer Aufenthaltsqualität für die Menschen zu versehen und mit der Erzeugung und Vermarktung von Biomasse oder anderer erneuerbarer Energien diese Parkflächen wirtschaftlich tragfähig zu machen. Anders als beim Biomassepark Hugo in Gelsenkirchen steht der Beitrag zu einer nachhaltigen städtebaulichen Entwicklung im Vordergrund.

[kein Linktext vorhanden] RAG Montan Immobilien setzt bei ihren beiden Projekten auf eine konsequente Beteiligung aller lokalen Akteure in den Städten Hamm und Kamp-Lintfort wie den Stadtverwaltungen, Stadtwerken, Abfallentsorgern und Landwirten. In Kamp-Lintfort gibt es zusätzlich noch den Synergie-Effekt mit der Bewerbung zur Landesgartenschau 2020: Auf Freiflächen des Bergwerks West sind Themengärten mit nachwachsenden Rohstoffen angedacht.

So wurde für das Bergwerk West in Kamp-Lintfort bereits ein freiraumplanerisches Konzept entwickelt. Dieses sieht entlang einer zentralen Wegachse einen Mix unterschiedlicher Pflanzen und Bäume vor: Wildkräuter, Chinagras, und Winterweizen könnten abwechslungsreiche Farben schaffen und werden zu verschiedenen Zeiten im Jahr geerntet. Auch die Gestaltung der elf Hektar großen CultNature-Fläche auf dem Gelände des ehemaligen Bergwerks Ost in Hamm soll farbenfroh werden und sich sinnvoll in die umliegende Haldenlandschaft integrieren. Das Konzept sieht eine besondere Geländemodellierung und ein auf die künftige Nutzung abgestimmtes Wegenetz mit Verbindung zu den Stadtteilen Herringen und Pelkum vor.

Die konkreten Ergebnisse der Umsetzungsstudie sollen voraussichtlich Anfang 2016 vorgestellt werden. „CultNature folgt ökonomischen Prinzipien“, so Prof. Noll. „Ohne Ertrag ist die städtebauliche Qualität einer begrünten ehemaligen Brachfläche nicht dauerhaft sicherzustellen. Mit diesem Forschungsprojekt schaffen wir es, die Qualität solcher Flächen aufzuwerten, die dann noch zu einem späteren Zeitpunkt entwickelt werden können.“