Bewahren, was geprägt hat

Seit 100 Jahren: Traditionelle Bergmannslieder gehören zum Repertoire des Gesangsvereins Concordia Lohberg.
Seit 100 Jahren: Traditionelle Bergmannslieder gehören zum Repertoire des Gesangsvereins Concordia Lohberg.
Foto: RAG
Was wir bereits wissen
Der Männergesangsvereins Concordia Lohberg feiert seinen 100. Geburtstag. Der Ruhrkohle-Chor pflegt seit 1987 die bergmännische Liedkultur.

Essen.. Die Feier zum 100. Geburtstag des Männergesangsvereins Concordia Lohberg in der Zentralwerkstatt des ehemaligen Dinslakener Bergwerks bildete ein ganz besonderes Ereignis. Der stellvertretende RAG-Vorstandsvorsitzende Peter Schrimpf betonte vor allem die wichtige Rolle des Chors im Nachbergbau: „Die Bergbaukultur ist so alt wie der Bergbau selbst. Der Bergbau hat seine eigene Sprache, seine eigene Musik. Und was wäre die Musik ohne Orchester und Chöre, die diese Tradition bewahrt haben und auch in die Zukunft tragen?

Das tut seit nunmehr 100 Jahren der Männergesangsverein Concordia Lohberg.“ Der Gesangsverein war unter anderem bereits Gast in Essen, Bochum, Hattingen, Dresden. Und auch ins Ausland führen die Konzertreisen: zum Beispiel in Dinslakens französische Partnerstadt Agen, nach Budapest, Prag und Wien. Jedes Jahr absolviert der Chor rund 40 Auftritte, singt regelmäßig bei ARD und ZDF. Der MGV Concordia traf seinerzeit die NRW-Ministerpräsidenten Johannes Rau, Wolfgang Clement, Peer Steinbrück und Hannelore Kraft. Auch NRW-Minister Michael Groschek gehört zu den Fans des Chors. Er wünschte dem Verein bei der Geburtstagsfeier noch eine lange Zukunft mit spannenden Aufgaben.

Der Ruhrkohle-Chor pflegt seit 1987 die bergmännische Liedkultur

Seit 1987 steht der Ruhrkohle-Chor für die Bewahrung bergmännischer Tradition und Liedkultur. Jedoch geht die Bandbreite des Repertoires über die klassische Bergmannsmusik hinaus. „Von Bergmannsliedern über Opern und Musicals bis hin zu aktuellen Popsongs – bei uns ist für jeden Geschmack etwas dabei“, sagt der stellvertretende Geschä_sführer Uwe Hauschild. Die besondere Mischung bewog auch Claus Bockermann zum Eintritt. Der 48-Jährige singt seit Anfang 2015 im Ruhrkohle- Chor. Die Möglichkeit, in einem professionellen Ambiente eine Vielzahl verschiedener Stücke zu interpretieren, macht für ihn den Reiz an dem Projekt aus. „Natürlich ist aber auch die P_ege der Bergbaukultur ein wichtiger Punkt“, so der aus Bochum stammende Tenor. Neben der bergmännischen Liedkultur zeichnen aber vor allem die Werte und Tugenden des Bergbaus den Ruhrkohle-Chor seit jeher aus.

Für Bockermann geht von der gelebten Tradition eine ganz eigene Faszination aus: „Die Zusammenarbeit geht über die bloße Chorkameradschaft hinaus. Jeder hilft hier jedem, und jeder ist willkommen.“ Derzeit umfasst der Ruhrkohle-Chor etwa 100 Mitglieder. „Wir würden aber gerne weiterwachsen“, sagt Hauschild. „Damit wären wir auch für die Zukunft gut aufgestellt und könnten die zahlreichen Anfragen adäquat bedienen.“ Gerade im Zuge der Beendigung des deutschen Steinkohlenbergbaus nimmt das Interesse am Ruhrkohle-Chor stetig zu. Auch wenn die hohe Anzahl an Auftritten ein hohes Maß an Disziplin erfordert, so bietet sich doch auch die Möglichkeit für außergewöhnliche Projekte wie etwa die Dreharbeiten zum Film „Radio Heimat“ nach dem gleichnamigen Roman des Bochumer Schrift- stellers und Kabarettisten Frank Goosen.

Um auch in Zukunft das Erbe des Bergbaus gebührend zu vertreten, freut sich der Ruhrkohle- Chor besonders über neue jüngere Mit- glieder. Interessierte zwischen 18 und 65 Jahren können sich melden und zum Vorsingen kommen. Ein persönlicher Bezug zum Bergbau oder zum Ruhrgebiet ist dabei kein Muss, denn im Mittelpunkt steht das gemeinsame Singen. „Unsere Mitglieder kommen aus den verschiedensten Teilen Nordrhein-Westfalens, sogar zum Teil bis aus dem Siegerland“, so Hauschild. „Die Begeisterung für den Bergbau kommt dann schon von alleine.“

Der Ruhrkohle-Chor trifft sich 14-täglich samstags zwischen 10 und 13 Uhr zur Probe im Bürgerhaus Herten-Süd, Hans-Senkel-Platz 1, in Herten. Weitere Informationen unter www.ruhrkohle-chor.de.