Post-Tarifstreit: Verdi fordert 5,5 Prozent

Bonn..  Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Post legt Verdi nach: Die Gewerkschaft fordert neben kürzeren Arbeitszeiten nun auch mehr Geld. 5,5 Prozent mehr sollen die 140 000 Beschäftigten bekommen. Diese Forderung stellte Verdi zum Auftakt der vierten Verhandlungsrunde.

Die Post reagierte mit Unverständnis. Neben der verlangten Arbeitszeitverkürzung von 38,5 auf 36 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich würde die Forderung Unternehmensangaben zufolge einen Lohnanstieg von 12,5 Prozent bedeuten. „Das ist schlicht nicht finanzierbar“, sagte Personalchefin Melanie Kreis. Die zusätzlichen Kosten bezifferte sie auf 600 Millionen Euro.

Bislang hatte das Post-Management Verhandlungen über eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit mit vollem Lohnausgleich mit dem Hinweis abgelehnt, dass die Lohnforderung zum ebenfalls neu zu verhandelnden Haustarifvertrag noch nicht bekannt sei. Die Gewerkschaft wollte Arbeitszeiten und Entgelte ursprünglich getrennt verhandeln. Während eine Neuregelung der Arbeitszeiten als unproblematisch gilt, bleibt der Lohnausgleich der Knackpunkt in den Verhandlungen. Die Gehaltsforderung birgt neues Konfliktpotenzial. In den vergangenen Wochen hatte Verdi mehrfach mit Warnstreiks Druck gemacht.