Post-Chef attackiert Verdi

Bonn/Essen..  Vor der 6. Runde im Tarifstreit bei der Post am Montag hat Konzernchef Frank Appel die Gewerkschaft Verdi scharf attackiert. Diese setze die Mitarbeiter unter Druck, damit sie sich weiter an den laufenden Warnstreiks beteiligen. „Die Beschäftigten werden gemobbt, es wird Angst geschürt, damit sie sich hinter der Gewerkschaft versammeln“, sagte der Post-Vorstandschef der „Welt am Sonntag“.

Hintergrund des Tarifkonflikts ist neben dem Streit um Arbeitszeiten und Gehälter für die etwa 140 000 Post-Angestellten vor allem der Aufbau von 49 regionalen Gesellschaften für die Paketzustellung. Dort werden die Mitarbeiter nicht nach dem Haustarif des Konzerns bezahlt, sondern nach dem in der Regel niedrigeren Logistik-Tarif.

Die Stimmung wird dabei immer gereizter. Anfang Mai hatte Verdi der Post vorgeworfen, Vorgesetzte würden Streikteilnehmer einschüchtern. Appel entgegnete nun umgekehrt mit Blick auf die Gewerkschaft: „Es wird mit Rufschädigung und Diffamierung gearbeitet.“