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Pilot wurde „kotzübel“ - Protokoll eines Beinahe-Absturzes

28.09.2012 | 13:19 Uhr
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Pilot wurde „kotzübel“ - Protokoll eines Beinahe-Absturzes
Nur knapp sind 149 Passagiere eines Airbus-Flugs im Dezember 2010 einer Katastrophe entkommen.Foto: dapd

Essen.  Die Passagiere eines Airbus-Flugs sind im Dezember 2010 nur knapp einer Katastrophe entkommen. Beim Landeanflug sind beide Piloten fast ohnmächtig geworden. Angesaugte Gase im Cockpit sollen beinahe zu einem Flugzeug-Absturz geführt haben. Der interne Report liegt nun der WAZ Mediengruppe vor - und er liest sich wie ein Thriller.

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Germanwings-Airbus entging offenbar knapp Katastrophe

Gift in der Kabinenluft? Bei Germanwings hat es im Jahr 2010 mindestens zwei Fälle von Gasaustritt gegeben. Beim Landeanflug auf den Flughafen...

Giftige Dämpfe haben 1000 Meter über dem Rheinland fast zum Absturz eines Germanwings-Airbus geführt. Das Ereignis fand am 19. Dezember 2010 statt, wurde aber von der Lufthansa-Tochter in vollem Umfang erst mit langer Verzögerung gemeldet. Die Ursache des Zwischenfalls: angesaugte Gase aus einem Enteisungsmittel, die ins Cockpit gelangten und die die Piloten fast ohnmächtig werden ließen. Das Problem verunreinigter Kabinenluft ist seit langer Zeit bekannt. Zwischen Januar 2010 und diesem Sommer wurden europaweit 67 Fälle gemeldet.

Giftstoffe und Ölreste können ins Innere der Jets gelangen

Herbst 2011. Deutscher Bundestag. Die Abgeordneten wollen von Fachleuten wissen, ob in Cockpits und Kabinen der Verkehrsflugzeuge giftige Dämpfe auftreten . Die Grünen haben das Thema auf die Tagesordnung gesetzt. Im Ausland steht das Phänomen schon lange auf der Tagesordnung. In den USA hat eine erkrankte Stewardess sogar Schadenersatz erstritten.

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Erst nach zwei Jahren ist jetzt ein Beinahe-Absturz eines Germanwings-Fliegers bekannt geworden. Fühlen Sie sich im Flugzeug sicher?

Erst nach zwei Jahren ist jetzt ein Beinahe-Absturz eines Germanwings-Fliegers bekannt geworden. Fühlen Sie sich im Flugzeug sicher?

 

Technisch bedeutet es: Mit der über kleine Düsen von außen eingesaugten Kabinenluft können Giftstoffe und Ölreste der Triebwerke ins Innere der Jets gelangen, die Übelkeit und sogar Lähmungen auslösen können. Erst bei ganz neuen Typen wie der Boeing 787 liegen die Ansaugstutzen nicht in Nachbarschaft zu den verdächtigen Antrieben. Eine andere Boeing, die Bauart 767, ist dagegen für diese Vorgänge geradezu berüchtigt.

Für die Abgeordneten recht überraschend sind sich die der Luftfahrtbranche nahestehenden Experten allerdings ziemlich einig: „Es gibt keinen Vorfall, der eine sofortige und generelle Änderung der Vorschriften rechtfertigt“, sagt Thomas von Randow vom Bundesverband der Luftverkehrswirtschaft. Die Lufthansa-Vertreter berichten allenfalls von „losen Plastikteilen“, die in der Bordküche gekokelt und zwei solcher Alarme ausgelöst hätten.

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