Personalchefs recherchieren bei StudiVZ und Co.
21.08.2009 | 10:53 Uhr 2009-08-21T10:53:00+0200
Berlin. StudiVZ, Facebook und Co. stehen bei vielen Arbeitgebern ganz oben auf der Liste. Bei der Personalauswahl greifen, laut einer Dimap-Studie, immer mehr Personalchefs auf Angaben aus dem Internet zurück. Über ein Viertel der Befragten informiert sich gezielt im Netz über Bewerber.
Die deutschen Arbeitgeber greifen nach einer Studie bei ihrer Personalauswahl systematisch auf persönliche Daten von Bewerbern aus dem Internet zurück. In ihren Erkundigungen fragen Personalchefs dabei persönliche Informationen wie Hobbys, Interessen, Meinungsäußerungen oder private Vorlieben ab, wie die "Berliner Zeitung" aus einer aktuellen Studie berichtet. Viele Bewerber würden wegen teil oft arglos ins Netz gestellten Angaben später nicht zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen.
In vier von fünf Fällen
Nach dem Ergebnis der Studie des Dimap-Instituts, welche die Bundesregierung in Auftrag gegeben habe, erklärte über ein Viertel der befragten Unternehmen (28 Prozent), sie würden bei der Auswahl von Bewerbern gezielt Informationen im Internet benutzen. Wie die "Berliner Zeitung" weiter berichtet, geschieht dies der Umfrage zufolge in vier von fünf Fällen vor einer möglichen Einladung zum Vorstellungstermin. Als Quellen würden private Karriereportale aber auch soziale Netzwerke wie etwa Facebook oder StudiVZ genutzt.
Ein Viertel der Unternehmen gab in der Umfrage an, dass Bewerber wegen Informationen aus dem Netz nicht zum Vorstellungstermin eingeladen worden seien. 76 Prozent der Arbeitgeber bewerten es demnach als negativ, wenn sich Bewerber im Netz abfällig über ihre Jobsituation äußern. Auch etwa allzu persönliche Inhalte, wie etwa Fotos von privaten Partys, bringt Nachteile.
Freizügiger Umgang
Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU), deren Haus die Studie in Auftrag gegeben hatte, warnte die Bürger vor einem allzu freizügigen Umgang mit persönlichen Informationen im Internet. "Die unbekümmerte Preisgabe persönlicher Daten im Netz kann zum Stolperstein für die berufliche Karriere werden", sagte Aigner der "Berliner Zeitung". Die Verbraucher sollten mit ihren Daten besonders sorgfältig umgehen, mahnte die Ministerin. (afp)

10:27
Was hat es einen Arbeitgeber zu interessieren, was sein Arbeitnehmer in der Freizeit macht. Wenn man auf der Arbeit vernünftig und der Position entsprechend auftritt, charakterlich wie optisch, ist es doch vollkommen egal ob man privat auf Piercings steht und sich gerne mal einen genehmigt. Solange die Arbeit nicht darunter leidet, sehe ich kein Problem.
Stellt man auch jemanden nicht ein, der viel Sport macht, Joggen z.B.? Wie schnell knickt man um, hat einen Bänderriss und fällt auf der Arbeit erstmal 4-6 Wochen aus. Damit ist der Firma auch nicht geholfen...
18:30
@Personaler 2.0:
Würde Sie diese Aussage auch vor dem Arbeitsgericht machen?
11:10
Sehr interessant ist es zB auch, wenn man erst im Netz erfährt, dass der Bruder eines Bewerbers für einen Wettbewerber arbeitet, der Bewerber mir das aber (wohlwissentlich) verschwiegen hat...
09:24
Als ob das Internet gerade erst erfunden wurde....
Man merkt irgendwie, dass das Sommerloch zuschlägt.
Jeder ist selber dafür verantwortlich, was er in das Internet stellt.
Wenn man meint sein Leben in aller Detailliebe in Studivz oder Facebook zu veröffentlichen, dann muss man sich nicht darüber beklagen, das genau sowas ggf. zur Entscheidungsfindung der Firmen beiträgt.
Denn das Arbeitnehmer Ihre potentielle neue Firma googeln, oder Arbeitgeber ihre potentiellen neuen Mitarbeiter ist nun wirklich nicht neu!
Nebenbei bemerkt, können die Informationen im Gegenzug natürlich auch dazu führen das man gerade Interressant für den potentiellen Arbeitgeber wird (es gibt ja nicht nur Negativfälle)
15:41
umgekehrt wird auch ein Schuh daraus:
Was will ich mit einer Bewerberin, die ihr Zungenpiercing zur Bewerbung versteckt, zum Vorstellungsgespräch nüchtern und ordenltich gekleidet erscheint, aber nach Einstellung die Sau rauslässt? Ich muss sie dann in der Probezeit kündigen, oder schlimmer noch hinterher.
Dann nutze ich doch lieber vorher die Infos, die sie mir freiwillig gibt...
Isolde
14:37
Ich würde sagen das ich in keiner Firma arbeiten wollte ich so misstrauisch ist das diese sogar im Internet mir hinter spioniert. Was soll ich in solch einer Firma, Arbeitsstelle? Wo man mir nicht traut? Auf solche Planstellen? kann ich verzichten.
12:09
Das zeigt doch eigentlich auch wie dumm Personalchefs sind und wiewiel langeweile sie umgibt wenn sie so die Zeit an Ihrem Arbeitsplatz Totschlagen müssen in dem sie im Internet herumspiomieren müssen.Man muss sich wirklich langsam fragen wie Krank sind die Firmen eigentlich in unserer Bunten Republik geworden das man hingeht und Junge aber nicht nur Junge sondern auch ältere Arbeitssuchende anhand von Internetauftritten Versucht zu Beurteilen??? Früher ist man zu einer Firma hin und hat angefragt ob man ,weil man Interesse hat im Betrieb zu Arbeiten ,eine Stelle bekommen könnte . Wenn bedarf da war hat man 6 Wochen Einarbeitungszeit bekommen wenn die gut war wurde man Festeingestellt Punkt und fertig. Heute???? BewerbungsMarathon usw. mit 20zig Bestens Ausgebildet sein mit 20 Jahren Berufserfahrung , Kniggemässige Umgangsformen ,angepasst bis zur selbst Verleugnung ,ja kein eigenes Charisma entwickeln ....wenn es das ist was sich Firmen heute wünschen und solche Leute suchen....dann sollten sie schleunigst Roboter entwickeln die den Menschen ansich ersetzen.Es ist einfach nur noch Traurig zu sehen das junge Menschen sich keine fehler mehr erlauben dürfen ,sich nicht mehr entwickeln sondern am besten gleich Pikfein und Perfekt aus Mutters Schoss auf die Welt zu kommen haben.
16:49
Es heißt Weltweites Netz und jeder, der einen Rechner und einen Anschluss an dieses Netz hat, hat auch die Möglichkeit nach allem, was ihn interessiert zu recherchieren.
Also sollte man sich auch Gedanken darüber machen, welche Informationen man der ganzen Welt Preis gibt.
Es geht ja auch nicht nur um Personaler, die Bewerber ausgoogeln, es ist mittlerweile üblich (weil möglich) sich über seine neuen und alten Kontakte im Netz schlau zu machen. Auch der Geschäftspartner muss mich nicht mit heruntergelassener Hose, sturzbesoffen an irgendeinem See liegend sehen, nur weil mich irgend so ein Horst verlinkt hat. Je größer die Möglichkeiten zur Information sind, umso vorsichtiger sollte man sein.
16:15
Jaja, die Personaler. Als wären sie die Herren der Schöpfung. Lasst die Leute in ihrer Freizeit machen was sie wollen.
14:24
#11 von glückliche Sonne:
Man, bist du ein/e Held/Heldin!